Werdende Mütter sind schon in der gesamten Schwangerschaft vor einer Kündigung geschützt. Dieser Schutz verlängert sich in der Elternzeit. Auch Väter, die in Elternzeit gehen, genießen Kündigungsschutz. Dieser beginnt frühestens eine Woche vor der Anmeldung der Elternzeit (diese muss sieben Wochen vor geplantem Beginn der Elternzeit beim Arbeitgeber angemeldet werden) und damit frühestens acht Wochen vor Beginn der Auszeit.

 

Wird die Elternzeit erst später, zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr des Kindes genommen, beginnt der Kündigungsschutz ebenfalls eine Woche vor der Anmeldefrist der Elternzeit (die in diesem Fall aber 13 Wochen vor Beginn der Elternzeit dem Arbeitgeber mitgeteilt werden muss), insgesamt also frühestens 14 Wochen vor Beginn der Elternzeit.

 

Der Arbeitgeber kann dann nur ausnahmsweise und in besonders begründeten Fällen kündigen, zum Beispiel bei einer Insolvenz des Unternehmens oder einem gravierenden Pflichtverstoß des betreffenden Elternteils. Auch dann aber darf der Arbeitgeber das nicht alleine entscheiden. Er muss vielmehr die Zustimmung der für den Arbeitsschutz zuständigen obersten Landesbehörde oder einer von ihr bestimmten Stelle einholen.

 

 

TIPP: Arbeitgeberwechsel in der Schwangerschaft

Auch wenn Sie während Ihrer Schwangerschaft Ihren Arbeitgeber wechseln und Ihm vorher, z.B. im Vorstellungsgespräch, nichts von Ihrer Schwangerschaft gesagt haben, kann Ihr neuer Arbeitgeber Sie deshalb nicht kündigen. Der Kündigungsschutz in der gesamten Schwangerschaft besteht für Sie bei jedem Arbeitgeber, das heißt auch bei einem neunen, zu dem Sie während der Schwangerschaft gewechselt haben. Der Arbeitgeber bei dem Sie sich bewerben darf nach einer Schwangerschaft oder Ihren Plänen hierzu übrigens gar nicht fragen. Tut er es doch, haben Sie sogar das Recht ihm nicht die Wahrheit zu sagen.1

 

 

  1. Gemäß Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG), Ur­teil vom 06.02.2003, 2 AZR 621/01