Ratgeber zu: Alles Wissenswerte zum Elterngeld

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Wer kann wie seine Elterngeld-Unterstützung erhöhen?

Die Höhe des Elterngeldes hängt vom durchschnittlichen Einkommen in den zwölf Kalendermonaten vor der Geburt des Kindes ab. Je höher dieses war, umso höher ist auch das Elterngeld, das 65-67 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens beträgt. Wissen die Eltern schon in der Schwangerschaft, wer das Baby überwiegend betreuen wird, können sie rechtzeitig dafür sorgen, dass der Nettoverdienst dieses Elternteils möglichst hoch ausfällt.

 

Eine Möglichkeit ist, sich steuerliche Freibeträge zu sichern, so dass vom Bruttogehalt weniger abgezogen wird, netto also mehr übrig bleibt. Es gibt zum Beispiel einen Sparerfreibetrag oder Freibeträge für Unterhaltsleistungen. Die kann man sich beim Finanzamt eintragen lassen.

 

Bei verheirateten Paaren kann der Nettoverdienst zudem durch einen Wechsel von der ungünstigen Steuerklasse 4 oder 5 in die Steuerklasse 3 gesteigert werden. Ein solcher Wechsel ist auch kein fauler Trick, sondern vollkommen legitim. Grundsätzlich kann die Steuerklasse einmal im Jahr gewechselt werden. Wer das plant, muss allerdings beachten, dass bei der Berechnung des Elterngeldes die Steuerklasse zugrunde gelegt wird, in der der betreffende Elternteil in den zwölf Monaten vor der Geburt überwiegend war. In Steuerklasse 3 muss er oder sie also mindestens sieben Monate gewesen sein – weshalb der Wechsel gleich zu Beginn einer Schwangerschaft erfolgen müsste.

 

 

Tipp: Steuerklasse wechseln für mehr Elterngeld
Wechselt der eine Ehepartner in die günstige Steuerklasse 3, landet der andere dadurch automatisch in einer ungünstigeren und muss dadurch mehr Steuern als vorher zahlen. Wenn dieser Betrag höher ist als das zusätzliche Elterngeld, zahlt man monatlich zunächst mehr Steuern als man zusätzlich an Elterngeld erhält. Die zusätzlich gezahlten Steuern erhalten Sie dann aber unter Umständen durch die Steuererklärung wieder zurück. Werdende Eltern sollten also eine Gesamtrechnung aufmachen, ehe sie zum Finanzamt gehen.