Mütter, die berufstätig sind, haben ab sechs Wochen vor der Geburt bis acht Wochen danach Anspruch auf Mutterschutz. Sie müssen und dürfen in dieser Zeit nicht arbeiten.

 

Für die finanzielle Absicherung können Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse das sogenannte Mutterschaftsgeld in Höhe von 13 € pro Tag beantragen. Zusätzlich bekommen sie einen Zuschuss ihres Arbeitgebers, durch den das Mutterschaftsgeld bis zur Höhe des vorherigen Nettolohnes aufgestockt wird. Berechnet wird der Zuschuss anhand des durchschnittlichen Nettogehaltes der vorigen drei Kalendermonate. Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld werden dabei nicht berücksichtigt. Bei privat Versicherten wird der Krankenkassenanteil etwas anders berechnet. Statt der 13 € pro Tag von der Krankenkasse erhalten sie einmalig 210 € vom Bundesversicherungsamt.

 

Das Mutterschaftsgeld wird auf das Elterngeld angerechnet. Während die Mutter Mutterschaftsgeld bekommt, erhält sie also kein Elterngeld. Das können die Eltern auch nicht dadurch umgehen, dass sie das Elterngeld einfach erst nach Ablauf der Mutterschutzfrist beantragen. So verkürzen sich die 12 Monate nach der Geburt, in denen ein Elternteil Anspruch auf Elterngeld hat, auf 10 Monate, da in den ersten zwei Monaten bereits Mutterschaftsgeld gewährt wurde.

 

Hatte die Mutter eine Frühgeburt oder hat sie Mehrlinge zur Welt gebracht, verlängert sich die Schutzfrist und dadurch der Zeitraum, in dem die Frau Mutterschaftsgeld bezieht, nach der Entbindung auf zwölf Wochen. Ist das Kind früher geboren als geplant, ohne dass medizinisch von einer Frühgeburt zu sprechen ist, wird jeder zuvor von der Schutzfrist verlorene Tag hinten angehängt. Kommt das Kind zum Beispiel sieben Tage vor dem errechneten Stichtag zur Welt, so verlängern sich die acht Wochen Mutterschutz nach der Geburt um diese sieben Tage.

 

TIPP:
Bei erneuter Schwangerschaft in der Elternzeit: Elternzeit frühzeitig beenden!

Sind Sie gerade in Elternzeit und werden währenddessen erneut schwanger, lohnt es sich finanziell, die Elternzeit frühzeitig zu beenden! Denn dann haben Sie wieder Anspruch auf das volle Mutterschaftsgeld für die sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt Ihres weiteren Kindes.
Das ist ohne die Zustimmung Ihres Arbeitgebers möglich1, auch dringende betriebliche Gründe kann er in diesem Fall nicht als Grund nennen. Sie müssen die vorzeitige Beendigung Ihrer laufenden Elternzeit Ihrem Arbeitgeber lediglich rechtzeitig schriftlich mitteilen, am besten ein paar Wochen vorher. In Ihrem Schreiben muss als Datum der vorzeitigen Beendigung Ihrer laufenden Elternzeit der Tag vor Beginn des neuen Mutterschutzes angegeben werden. Das genaue Datum des Beginns ihres neuen Mutterschutzes errechnet Ihnen der Frauenarzt. Sie erhalten für den gesamten Mutterschutz-Zeitraum wieder die Mutterschaftsgeld-Zahlungen von Ihrer Krankenkasse sowie die Zuzahlungen von Ihrem Arbeitgeber zu Ihrem ursprünglichen vollen Nettogehalt. Grundlage für die Höhe des Mutterschaftsgeldes sind dann wieder die drei letzten Monatsgehälter vor Ihrem ersten Mutterschutz. So erhalten Sie auch für Ihr weiteres Kind das volle Mutterschaftsgeld, obwohl Sie in den Monaten zuvor wegen Ihrer laufenden Elternzeit nicht gearbeitet haben.

 

 

  1. Gemäß § 16 Abs. 3 Satz 3 BEEG.