Personalleasing, Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung – hinter all diesen Begriffen steht ein Prinzip: Haben Sie einen Arbeitsvertrag bei einer Zeitarbeitsfirma unterschrieben, werden Sie von dieser an andere Unternehmen „verliehen“, um dort für eine bestimmte Zeit zu arbeiten. Der Entleiher zahlt üblicherweise für die Überlassung an den Verleiher einen Stundensatz – der in der Regel höher ist als der zu zahlende Lohn an einen vergleichbaren Arbeitnehmer, den er selbst einstellt. Dafür spart er sich all den bürokratischen Aufwand, den die Einstellung von Arbeitnehmern mit sich bringt, und kann die Arbeitskraft schnell wieder loswerden, wenn er sie nicht mehr braucht. Die meisten Schutzvorschriften des Arbeitsrechts muss er nicht beachten, da er nicht der Arbeitgeber ist: Zwischen Ihnen als Leiharbeitnehmer und dem Entleiher gibt es keinen Vertrag.

 

Für viele Arbeitnehmer ist die Zeitarbeit der erste Schritt raus aus der Arbeitslosigkeit. Sie hoffen, auf diesem Weg bei attraktiven Unternehmen zunächst „einen Fuß in die Tür zu bekommen“, um dort vielleicht später dauerhaft angestellt zu werden. Aus diesem Grunde nehmen sie auch die niedrigen Löhne in Kauf, die die Tarifverträge in der Zeitarbeitsbranche vorsehen.

 

Kaum ein anderes Arbeitsverhältnis ist so reglementiert wie die Arbeitnehmerüberlassung1. Als Zeitarbeitnehmer genießen Sie, wenn es nach den Gesetzen geht, theoretisch hohen Schutz – einen Schutz, der jedoch praktisch durch Tarifverträge relativ leicht ausgehebelt werden kann. Und von diesem Schlupfloch macht die Branche trotz Kritik in Presse und Politik auch Gebrauch. Sie sollten sich daher genau über die genauen Konditionen informieren, bevor Sie einen Arbeitsvertrag bei einer Zeitarbeitsfirma unterschreiben. Diese hat übrigens von Gesetzes wegen die Pflicht, Sie umfassend über Ihre Rechte und Pflichten aufzuklären.

 

Die wichtigsten Rechte und Pflichten für Leiharbeitnehmer:

  • Sie haben nach dem Gesetz grundsätzlich Anspruch auf die gleichen Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel Urlaub, Arbeitszeiten etc., und die gleiche Bezahlung wie ein vergleichbarer Arbeitnehmer im Unternehmen des Entleihers. Diese Regelung ist allerdings durch die Tarifverträge der Branche, die auf die meisten Leiharbeitsverhältnisse anwendbar sind, ausgehebelt. Daher wurde mittlerweile für die Arbeitnehmerüberlassung auch eine absolute Lohnuntergrenze eingeführt.2
  • Lassen Sie im Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma genau festlegen, für welche Tätigkeiten Sie entliehen werden. Nur dann stellen Sie sicher, dass Ihnen nicht später Jobs in Entleihunternehmen zugewiesen werden dürfen, die in Bezahlung und Qualifikation unter Ihrem Niveau liegen.
  • Sie können Ihren Lohn auch dann vom Verleiher verlangen, wenn Sie gerade nicht entliehen werden.
  • Der Verleiher darf Ihnen nicht verbieten, sich nach dem Zeitarbeitsvertrag vom Entleihunternehmen anstellen zu lassen. Ein solches Verbot im Arbeitsvertrag wäre null und nichtig.
  • Der Entleiher muss Sie über offene Stellen in seinem Unternehmen informieren, z. B. durch Aushänge.3

 

 

  1. Die wesentlichen Bestimmungen zur Überlassung von Arbeitnehmern finden sich im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG).

  2. § 3a AÜG

  3. § 13a AÜG