Immer mehr Angestellte nutzen ihre eigenen Laptops, Tablets und Smartphones auch für ihre Arbeit. Neudeutsch spricht man von Bring-your-own-Device, kurz BYOD. Von diesem Trend profitieren Mitarbeiter und Unternehmen gleichermaßen: Sie können mit den Geräten ihrer Wahl arbeiten; das Unternehmen spart Kosten für die Anschaffung und Wartung der Hardware. Doch was sich so unkompliziert und unbürokratisch anhört, ist rechtlich gesehen gar nicht so einfach und wirft viele Fragen auf. In den Gesetzen steht dazu (noch) nichts und auch Gerichtsurteile gibt es so gut wie keine. Abhilfe schafft hier eine eindeutige BYOD-Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber.

 

Tablets, Smartphones & Co. sind teuer. Sie sollten daher mit Ihrem Chef festlegen, dass das Unternehmen zumindest einen Zuschuss zu den Anschaffungs- und Wartungskosten leistet. Schließlich profitiert es auch von Ihrer Hardware. Denkbar sind hier Regelungen, die eine pauschale Vergütung oder eine Erstattung der Kosten gegen Einzelnachweis vorsehen.

 

Was passiert, wenn Ihr Gerät beim Einsatz für den Job beschädigt wird oder verlorengeht? Ist nichts dazu vereinbart, muss Ihr Arbeitgeber im Zweifel einen Aufwendungsersatz zahlen. Ganz ausschließen darf er diese Ersatzpflicht nicht; das wäre zumindest in den üblichen Standard-Arbeitsverträgen unwirksam. Eventuell kann der Abschluss einer Geräteversicherung die Lösung für solche Fälle sein, denn die Betriebshaftpflichtversicherung springt bei mitarbeitereigenen Geräten meist nicht ein.

 

Mögliche Schwierigkeiten bei BYOD:

Was viele nicht wissen (wollen): BYOD kann zu Verstößen gegen das Urheberrecht führen. Softwareprogramme auf Tablets und Laptops sind oft nicht für die gewerbliche Nutzung freigegeben, sondern nur dem privaten Einsatz vorbehalten. Nutzen Sie die Software dennoch für den Job, ist das urheberrechtswidrig. Sowohl Ihr Arbeitgeber als auch Sie haften dann für diesen Verstoß. Es ist also im Interesse beider Seiten, dass nur entsprechend lizenzierte Programme auf den Geräten zum Einsatz kommen. Die Lizenzierungskosten sollte natürlich Ihr Arbeitgeber tragen.

 

Ein ganz großes Thema im Zusammenhang mit BYOD ist der Datenschutz, für den Ihr Arbeitgeber die Verantwortung trägt: Speichern oder verarbeiten Sie auf den privaten Geräten personenbezogene Daten zum Beispiel von Kunden und Mitarbeitern, darf Ihr Arbeitgeber kontrollieren, ob die erforderlichen Datenschutzmaßnahmen eingehalten sind. Auch darf er verlangen, dass sie getrennt von den privaten Daten gehalten werden. Unter Juristen stark umstritten ist die Frage, ob der Chef wegen des Datenschutzes die Nutzung des Gerätes durch andere untersagen darf. Viele tendieren hier zur Meinung, dass ein Verbot der Weitergabe zumindest, was die Familie des Arbeitnehmers angeht, nicht zulässig ist. Ein wichtiges Thema, das auch auf jeden Fall in der BYOD-Vereinbarung geklärt werden sollte, ist die Frage, was mit den Daten auf der Hardware passiert, wenn Sie das Unternehmen verlassen.

 

BYOD kann Ihr Chef übrigens nicht gegen Ihren Willen durchsetzen. Er ist nämlich grundsätzlich verpflichtet, die nötigen Betriebsmittel selbst zu stellen.