Fast 2 Millionen Beschäftigte in Deutschland haben gleichzeitig zwei oder mehr Jobs bei unterschiedlichen Arbeitgebern. Tendenz steigend. Denn oft reicht der Lohn aus einer Tätigkeit nicht aus, um den eigenen Lebensunterhalt oder gar den einer ganzen Familie zu bestreiten. Bei solchen Mehrfachbeschäftigungen gilt es einiges zu beachten.

 

Wer Vollzeit arbeitet und sich in seiner Freizeit, zum Beispiel am Wochenende oder Urlaub, noch etwas dazuverdienen möchte, darf das grundsätzlich auch. Eine Nebenbeschäftigung kann Ihnen Ihr Hauptarbeitgeber nicht verbieten – weder per Weisung noch pauschal im Arbeitsvertrag, in dem allerdings eine Anzeigepflicht für solche Nebenbeschäftigungen formuliert sein darf.

 

Ein Vetorecht hat Ihr Arbeitgeber allerdings, wenn

  • Sie durch den Nebenjob in Ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden, so zum Beispeiel wenn Sie nachts als DJ in der Disco arbeiten und bei Ihrem Hauptarbeitgeber tagsüber müde und unkonzentriert sind;
  • Sie mit dem Zweitjob direkt oder indirekt in Konkurrenz zum Arbeitgeber treten;
  • ein Nebenjob während der Ferien den Erholungszweck Ihres Urlaubs gefährdet;
  • Sie den Nebenjob während einer Krankschreibung ausführen und somit Ihre Genesung gefährden;
  • durch die beiden Jobs die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit überschritten wird oder Pausen- und Erholungszeiten nicht eingehalten werden. Eine Übersicht zu den wichtigsten Bestimmungen zur Arbeitszeit finden Sie hier.

 

In diesen Fällen müssen Sie den Zweitjob auch ohne vertragliche Regelung anzeigen. Tun Sie das nicht, droht eine Abmahnung, wenn Ihr Chef vom Zuerwerb erfährt.

 

Wichtige Regelungen für Mini-Jobs

Noch mehr beachten müssen die sog. Mini-Jobber, die mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse – erkennbar an einem monatlichen Durchschnittsverdienst von maximal 450 € – parallel ausüben. Mehrere dieser Jobs können dazu führen, dass der an sich sozialversicherungsfreie Mini-Job sozialversicherungspflichtig wird. Der Lohn aus allen 450-€-Jobs wird nämlich zusammengerechnet. Überschreitet der Gesamtlohn die magische Grenze von 450 €, aber nicht 850 € im Monat, gelten Sie als Midi-Jobber. Dann müssen Sie und Ihre Arbeitgeber Beiträge zur Sozialversicherung entrichten. Innerhalb dieser sogenannten Gleitzone halten sich diese Sozialabgaben für Sie als Arbeitnehmer in überschaubaren Grenzen. Übersteigt das Gesamtentgelt jedoch das 850-€-Limit pro Monat, kommen Sie nicht mehr in den Genuss dieser Vergünstigungen.

Besser sieht es aus, wenn Sie neben einem Mini-Job vorübergehend eine zusätzliche Beschäftigung aufnehmen, die nicht länger als 3 Monate oder 70 Tage im Kalenderjahr andauert. Dieser Job wird – egal wie viel Sie damit verdienen – nicht mit dem Mini-Job zusammengerechnet.