Ob Auto, Wohnung oder Inhalte in Social Media – „Sharing“ ist in. Teilen ist der Trend unserer Zeit – ein Trend, der immer mehr auch die Arbeitswelt erfasst: Jobsharing ist hochattraktiv, besonders für qualifizierte Arbeitskräfte, die wegen der Familie nicht (mehr) in Vollzeit arbeiten können, jedoch weiterhin in ihrem alten Job aktiv sein wollen. Jobsharing heißt auf Deutsch Partnerteilzeitarbeit und bedeutet: Zwei oder sogar noch mehr Arbeitnehmer teilen sich eine Vollzeitarbeitsstelle. Dieses Arbeitszeitmodell hört sich innovativ an, ist aber gar nicht so neu – es wurde bereits in den 1980er-Jahren in Deutschland gesetzlich geregelt1.

 

Der wesentliche Unterschied zur gewöhnlichen Teilzeitarbeit ist, dass die Arbeitnehmer in einem solchen Job-Tandem gemeinsam die Verantwortung für die Vollzeitstelle tragen und – ohne Einmischung des Chefs – frei entscheiden können, wie sie sich die Arbeitszeit und die Aufgaben einteilen. Sie können in einem verbindlich für alle, also auch für den Chef, geltenden Arbeitszeitplan zum Beispiel festlegen, dass der eine vormittags und die andere nachmittags arbeitet oder dass beide an unterschiedlichen Tagen tätig werden. Wie Sie sich gemeinsam mit dem Sharing-Partner organisieren, bleibt Ihnen überlassen – Sie müssen nur dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz im Rahmen der Betriebszeiten immer besetzt ist und dass Ihr Chef rechtzeitig von der konkreten Arbeitszeitplanung erfährt. Jobsharing ist Teamwork in Reinform. Es funktioniert nur, wenn die beiden Arbeitnehmer sich gut untereinander abstimmen. Erst wenn das nicht geht, kommt der Arbeitgeber ins Spiel: Er darf dann den Arbeitszeitplan verbindlich für alle festlegen.

 

Besondere Regelungen zum Jobsharing

Beim klassischen Jobsharing schließt das Unternehmen mit den Arbeitnehmern jeweils eigenständige Arbeitsverträge. Von einem gewöhnlichen Teilzeitarbeitsvertrag unterscheiden sie sich meist nur, wenn es um die Arbeitszeiteinteilung geht. Bei Urlaub und Vergütung gilt dagegen das Gleiche wie in der gewöhnlichen Teilzeitarbeit: Einen Urlaubsanspruch haben Sie entsprechend dem Verhältnis der geleisteten Arbeit zur Vollzeitarbeit. Ihr Gehalt bemisst sich anteilig entsprechend der geleisteten Arbeitszeit. Die Partnerteilzeitarbeit bietet für Sie als Arbeitnehmer hohe Flexibilität fast ohne Risiko:

 

  • Wird der Jobsharing-Partner gekündigt oder verlässt er aus freien Stücken das Unternehmen, bedeutet das für den anderen nicht etwa, dass er auch gehen muss. Der Chef muss dann den frei gewordenen Part mit einem neuen Sharing-Mitarbeiter besetzen oder kann dem Verbliebenen im Wege einer sogenannten Änderungskündigung die Übernahme des Jobs in Vollzeit anbieten.
  • Auch ein Ausfall des einen, zum Beispiel wegen Krankheit oder Urlaub, hat für den anderen keine negativen Folgen – es besteht grundsätzlich keine Vertretungspflicht. Allerdings kann in den Verträgen der Tandem-Arbeitspartner eine Vertretungsregelung enthalten sein, die sie bei dringenden betrieblichen Erfordernissen zum Einspringen für den Verhinderten verpflichtet – immer vorausgesetzt, die Vertretung ist im Einzelfall zumutbar. Eine generelle Vertretungspflicht – ohne die Einschränkung auf die dringenden betrieblichen Erfordernisse und die Zumutbarkeit – darf dagegen nicht im Vertrag vereinbart werden. Eine solche Regelung wäre unwirksam.

 

Lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht zum Thema Job-Sharing!

  1. Geregelt in § 13 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG)