Ab und zu auch von zuhause aus arbeiten können – für viele Arbeitnehmer ist das der Inbegriff von Flexibilität im Job. Der nervtötende und zeitraubende Weg zum Büro entfällt, und vor allem für diejenigen, die Kinder haben, ist ein Homeoffice-Tag die Lösung, wenn die Kita des Sohnes mal wieder streikt oder die Tochter morgens mit Fieber aufwacht.

 

Die Arbeit im Homeoffice geht nur mit Zustimmung des Arbeitgebers. Gegen dessen Willen lässt sie sich nicht durchsetzen. Ihr Chef darf nämlich im Rahmen seines sogenanntes Weisungsrechts den Arbeitsort bestimmen.
Zuhause arbeiten ist daher immer Verhandlungssache, sofern das Homeoffice im Unternehmen nicht generell für bestimmte Abteilungen oder sogar für alle Arbeitnehmer geregelt ist, etwa in einer Betriebsvereinbarung zwischen dem Unternehmen und dem Betriebsrat.

 

Wenn Sie sich mit Ihrem Chef auf die Homeoffice-Tätigkeit geeinigt haben, sollten Sie das im Arbeitsvertrag bzw. in einer Zusatzvereinbarung dazu von der Personalabteilung schriftlich ausformulieren lassen. Das Homeoffice birgt nämlich einige rechtlich relevante Fragen, die man lieber vorab klären sollte, als hinterher darüber zu streiten.

 

Homeoffice-Vereinbarung – diese Punkte sollten geklärt werden:

 

Das sollte im Vertrag festgelegt sein Das sollten Sie dabei beachten
  • Wie oft und wie lange darf bzw. soll zuhause gearbeitet werden?
  • Werden die Arbeitszeiten zuhause erfasst? Falls ja, wie geschieht das?
Homeoffice ist nicht gleichbedeutend mit „jederzeit verfügbar“. Zuhause gelten wie im Büro gesetzlich festgelegte Höchstarbeitszeiten von im Durchschnitt 8 Stunden pro Werktag (siehe hierzu die Checkliste: Arbeitszeiten).
  • Wer stellt die notwendigen Arbeitsmittel, wie PC, Büromöbel etc. – der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer?
  • Wenn der Arbeitnehmer eigenes Equipment nutzt und dafür Kosten anfallen, wie z. B. Telekommunikationskosten: Wer zahlt dafür?
Achtung: Ist in der Vereinbarung keine Kostenerstattungspflicht des Arbeitgebers festgehalten, haben Sie keinen Anspruch auf Erstattung, wenn Sie freiwillig zuhause arbeiten. Das hat das Bundesarbeitsgericht so entschieden[1]. Anders sieht es aus, wenn der Arbeitgeber möchte, dass Sie ab und an von zuhause aus arbeiten. Dann muss er die dafür anfallenden Kosten in der Regel auch ohne Vereinbarung tragen.
  • Darf der Chef oder ein von ihm beauftragter Kollege bei Ihnen zuhause vorbeischauen?
Diese Frage stellt sich, wenn Sie zuhause sog. personenbezogene Daten verarbeiten, die unter den Datenschutz fallen. Der Arbeitgeber muss die dann notwendigen Sicherheitsvorkehrungen vor Ort überprüfen, um die Datenschutzvorschriften[2] einzuhalten. Solche Besuche müssen Sie auch ohne Extra-Vereinbarung dulden.

Auch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit darf Ihnen einen Besuch abstatten – zumindest wenn Sie regelmäßig im Homeoffice arbeiten. Sicherheit geht vor, allerdings können Sie dann im Vertrag zumindest festlegen lassen, dass solche Besuche nicht aus heiterem Himmel erfolgen, sondern rechtzeitig angekündigt werden.

 

Falls Sie zu denjenigen gehören, die sich die Arbeit im Homeoffice gar nicht vorstellen können: Kein Problem! Auch wenn Ihr Arbeitgeber den Arbeitsort bestimmen darf, kann er Sie nicht zur Arbeit von zuhause aus zwingen. Der Grund: Der Chef darf nicht über die Privatsphäre seiner Beschäftigten verfügen. Sie müssen sich also nicht auf eine Homeoffice-Vereinbarung einlassen.

 

 

[1] Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 12.04.2011 (Aktenzeichen 9 AZR 14/10)

[2] Vgl. zum Beispiel das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).