Was früher nur wenigen privilegierten Arbeitnehmern vorbehalten war, ist heute dank Internet, Smartphone und Laptop schon in vielen Unternehmen Realität: Der Arbeitnehmer ist im Unternehmen angestellt, hat seinen Arbeitsplatz aber ausschließlich zuhause. Die Vorteile für die Firmen liegen auf der Hand: Sie sparen teuren Büroraum und haben gleichzeitig glückliche Mitarbeiter, die dank Homeoffice Familie und Job deutlich besser vereinbaren können. Juristen nennen diese Art der Beschäftigung auch Teleheimarbeit.

 

Wenn Sie auf diese Weise arbeiten, haben Sie einen gewöhnlichen Anstellungsvertrag. Nur beim Arbeitsort gibt es Abweichungen: Es ist hier nicht das Unternehmen, sondern das eigene Zuhause festgelegt. Trotz dieser Besonderheit gelten für Sie dann alle Schutzvorschriften für Arbeitnehmer: Sie genießen z. B. Kündigungsschutz, der Betriebsrat ist für Sie zuständig, Sie haben Anspruch auf Urlaub und Entgeltfortzahlung. Zudem gelten die grundsätzlichen Regelungen zu Höchstarbeitszeiten; eine Übersicht dazu finden Sie hier.

 

Teleheimarbeit müssen beide Seiten wollen. Weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer können sie einseitig gegen den Willen des anderen durchsetzen.

 

So mancher stellt schnell fest, dass ihm die Arbeit „im stillen Kämmerlein“ ganz ohne Kollegen nicht liegt. Tauschen Sie Ihren Bürojob gegen die Teleheimarbeit, dann sollten Sie sich im Vertrag daher auch das Recht auf Rückkehr vorbehalten. So stellen Sie sicher, dass Sie ggf. wieder einen Schreibtisch im Unternehmen erhalten.

 

Was sollte bei Teleheimarbeit beachtet und geregelt werden?

Wer als Angestellter ausschließlich von zuhause aus tätig wird, braucht dort einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz. Grundsätzlich ist Ihr Arbeitgeber für die Beschaffung notwendiger Arbeitsmittel zuständig. Er muss daher auch die Kosten für die Ausstattung des Arbeitsplatzes zuhause tragen und darf sie nicht auf Sie abwälzen. Büromöbel, PC, Hard- und Software gehen also auf das Konto des Unternehmens. Wer als Arbeitnehmer eigene Arbeitsmittel, so zum Beispiel ein Tablet oder ein Telefon zur Verfügung stellt, darf dafür Aufwendungsersatz verlangen und sollte sich dies auch vertraglich zusichern lassen, zum Beispiel in Form einer Pauschale oder die Erstattung gegen Einzelnachweis.

 

Nutzen Sie ein externes Arbeitszimmer, ist Ihr Chef vielleicht auch dazu zu bewegen, sich an den anteiligen Mietkosten dafür zu beteiligen. Auch dies sollte in der Vereinbarung festgehalten sein. Ebenso bietet sich zur Vermeidung späterer Unklarheiten eine Inventarliste an, die genau festhält, welche Arbeitsmittel Ihnen überlassen wurden.

 

Haben Sie bei Ihrer Arbeit mit sensiblen Daten zu tun, so zum Beispiel mit sogenannten personenbezogenen Daten von Kunden oder Mitarbeitern, können Sie von Ihrem Chef dazu verpflichtet werden, sie strikt von privaten Daten zu trennen und andere Datenschutzvorkehrungen zu treffen, zum Beispiel eine Passwortsicherung des Laptops. Ihr Arbeitgeber hat das Recht, diese Schutzmaßnahmen ab und an zu kontrollieren – durch eine Stippvisite des Datenschutzbeauftragten. Damit dieser nicht allzu überraschend vor Ihrer Tür steht, sollte im Arbeitsvertrag eine Ankündigungsfrist für seinen Besuch vorgesehen sein.

 

Wer seinen Arbeitsplatz nach Hause verlegt, sollte zur Sicherheit auch seinen Vermieter darüber informieren. Wenn die Tätigkeit nicht mit Lärm, vielen Kundenbesuchen und übermäßiger Abnutzung der Wohnung verbunden ist, kann Ihr Vermieter das Homeoffice nicht untersagen und auch keine Mieterhöhung durchsetzen.