Ratgeber zu: Urlaub & Auszeit vom Job

3

Was tun, wenn der Arbeitgeber Ihren Urlaub widerruft?

Sie liegen auf Mallorca in der Sonne und genießen Ihren wohlverdienten Urlaub. Da klingelt das Telefon und Ihr Chef fordert Sie auf, ins nächste Flugzeug zu steigen, weil ein wichtiger Kunde nach Ihnen verlangt. Bleiben Sie ruhig und vor allem liegen – denn das, was Ihr Arbeitgeber da gerade tut, darf er gar nicht.

 

Widerruf nur in äußersten Notfällen

Hier gilt: Einen einmal genehmigten Urlaub kann Ihr Arbeitgeber grundsätzlich nicht widerrufen. Nur in absoluten Ausnahmefällen darf er seine Urlaubszusage wieder zurücknehmen. Arbeitsrichter nehmen so etwas nur in nicht anders vorhersehbaren Notfällen an, die nicht anders zu lösen sind und sogar „den betrieblichen Fortgang“ gefährden. Und das kommt so gut wie nie vor – personelle Engpässe, besondere Kundenwünsche oder Spitzenauftragszeiten zählen jedenfalls nicht dazu. Der Urlaub kann nachträglich daher nur mit Ihrem Einverständnis geändert werden. Weigern Sie sich, Ihren Urlaub umzulegen oder gar abzubrechen, müssen Sie keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen fürchten. Mahnt Ihr Chef Sie wegen Ihrer Weigerung ab oder kündigt er Ihnen sogar, käme er vor Gericht damit nicht durch.

 

Der Arbeitgeber zahlt

Brechen Sie den Urlaub auf Wunsch Ihres Arbeitgebers ab oder treten Sie ihn auf seinen Druck hin erst gar nicht an, stellt sich die Frage, wer die Urlaubskosten trägt. Denn haben Sie den geplanten Urlaub bereits fest gebucht und bezahlt, ist das Geld im Zweifel weg bzw. sind Stornogebühren zu bezahlen. Auch Umbuchungskosten z. B. bei Flugreisen können anfallen. Die Antwort auf die Frage ist eindeutig: Ihr Arbeitgeber muss für alle Kosten aufkommen, die Ihnen entstanden sind.

 

Kein Urlaub ohne Genehmigung

Gleiches Recht für alle: Genauso wenig wie Ihr Arbeitgeber können Sie selbst einen genehmigten Urlaub einfach absagen oder ohne vorherige Abstimmung auf einen anderen Tag verschieben. Vor allem Letzteres wäre eine sog. unzulässige Selbstbeurlaubung, die sogar eine Abmahnung rechtfertigen kann. Lassen Sie sich daher alle Änderungen Ihrer Urlaubspläne vorher und vor allem schriftlich von Ihrem Arbeitgeber bestätigen.