Stellt der Arbeitgeber Ihnen kein Zeugnis aus, obwohl Sie ihn dazu aufgefordert haben, verstößt er gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Notfalls können Sie die Beurteilung vor Gericht einklagen.

 

Möchten Sie ein Beendigungszeugnis, nachdem Sie aus einem Unternehmen ausgeschieden sind, müssen Sie in der Klage angeben, in welchem Zeitraum das Arbeitsverhältnis bestand und welche Aufgaben Sie hatten. Auch dass Ihnen Ihr Arbeitgeber trotz mündlicher oder schriftlicher Aufforderung kein Zeugnis ausgestellt hat, sollte ausdrücklich im Klageantrag stehen.

 

Auf ein Zwischenzeugnis haben Sie nur in begründeten Fällen Anspruch. Wollen Sie ein solches einklagen, müssen Sie einen triftigen Grund für die Erteilung darlegen, d. h. wofür Sie es benötigen. Gute Chancen haben Sie etwa nach Erhalt einer Kündigung, wenn Sie die Beurteilung für eine Bewerbung benötigen oder wenn Sie innerhalb Ihres Unternehmens den Arbeitsplatz wechseln.

 

Ähnlich wie bei einer Zeugnisberichtigungsklage sehen die Gerichte den Anspruch auf Zeugniserteilung im Einzelfall bereits vor Ablauf der gesetzlichen dreijährigen Verjährungsfrist als verwirkt an. Sie sollten also zeitnah handeln, sei es durch Klagerhebung oder – besser noch – versuchen, sich außergerichtlich mit Ihrem Arbeitgeber zu einigen.