Fühlen Sie sich im Zeugnis falsch beurteilt, oder stehen sogar Unwahrheiten darin, können Sie auf eine Berichtigung klagen. In der Klage müssen Sie genau darlegen, welche Formulierung wie abgeändert werden soll.

 

Überdurchschnittliche Leistungen, für die Sie eine bessere Gesamtnote als ein „befriedigend“ (Note 3) haben möchten, müssen Sie im Streitfall darlegen und beweisenIst dies nicht möglich, ist der Arbeitgeber mit einem befriedigend sozusagen auf der sicheren Seite.

 

Wenn Sie eine Klage erwägen, müssen Sie berücksichtigen, dass es für Zeugniskorrekturen Fristen gibt. Im Extremfall kann je nach den Umständen ein Zeugnisberichtigungsanspruch bereits fünf Monate, nachdem ein Zeugnis ausgestellt wurde, schon verwirkt sei.

 

Soweit das möglich ist, empfiehlt es sich daher, schon im Vorwege mit dem Arbeitgeber Vereinbarungen über inhaltliche Details zu treffen. Üblich ist das auch im Rahmen von Aufhebungs- oder Abwicklungsverträgen oder bei gerichtlichen Vergleichen über die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses. Um einen Streit über den Inhalt eines Zeugnisses im Anschluss an den Aufhebungsvertrag zu vermeiden, sollte am besten der Zeugnisinhalt schon im Vorwege konkret vereinbart werden, das Zeugnis also schon vor Schließung des Vergleichs formuliert und dem Vergleich als Anlage beigefügt werden.

Hat Ihr Arbeitgeber im Zeugnis massiv gegen den Grundsatz der Wahrheit verstoßen, haben nicht nur Sie einen Anspruch auf Korrektur gegen ihn. In drastischen Fällen kann er sogar Ihrem neuen Arbeitgeber gegenüber zum Schadensersatz verpflichtet sein, wenn der Sie auch wegen der falschen Aussage im Zeugnis eingestellt hatte.