Beim Zwischenzeugnis handelt es sich um ein Zeugnis, das der Arbeitgeber dem Mitarbeiter während des laufenden Arbeitsverhältnisses ausstellt.

 

Ein Zwischenzeugnis kann nur aus einem triftigen, nachvollziehbaren Grund verlangt werden. Mögliche Gründe sind zum Beispiel

  • ein Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Unternehmens
  • ein Wechsel des Vorgesetzten
  • der Kauf des Unternehmens in dem der Arbeitnehmer tätig ist durch ein anderes Unternehmen, auf das auch der Arbeitsvertrag übertragen wird 1
  • die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Unternehmen
  • der Arbeitgeber hat eine Kündigung in Aussicht gestellt oder das Ende des Arbeitsverhältnisses ist wegen einer Befristung bereits bekannt
  • der Arbeitnehmer bereitet eine Bewerbung vor, für die er das Zeugnis benötigt
  • das Zeugnis ist für eine Fortbildung erforderlich.

 

Zum Teil ist der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis auch arbeits- oder tarifvertraglich vereinbart.

 

Im Gegensatz zum Zeugnis nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses wird das Zwischenzeugnis nicht in der Vergangenheitsform, sondern im Präsens formuliert.

 

 

 

  1. Dieser Anspruch ergibt sich aus einer Entscheidung des BAG  (16.10.07, 9 AZR 248/07, NZA 08, 298, Abruf-Nr. 080895). Das kaufende Unternehmen kann sich als neuer Arbeitgeber nicht darauf berufen, dass er die vom Arbeitnehmern vor dem Kauf des Unternehmens erbrachten Arbeitsleistungen nicht aus eigener Perspektive beurteilen könne. Der neue Arbeitgeber, also das Unternehmen welches das andere gekauft hat, hat ein Recht darauf, dass die Vorgesetzten des verkauften Unternehmens Auskünfte über die Arbeitsleistungen geben, so dass ein Zwischenzeugnis erstellt werden kann.