Es gibt drei Phasen, in denen es Probleme mit Ihrem Arbeitsvertrag geben kann:

 

  • Vor Beginn des Arbeitsverhältnisses (z. B.: Stimmt der Vertrag mit den Versprechungen im Vorstellungsgespräch überein? Gibt es Regelungen im Vertrag, die riskant sind?)
  • Während des Arbeitsverhältnisses (z. B.: Werde ich gegenüber anderen Mitarbeitern benachteiligt? Wie wird mit meinen Überstunden umgegangen? Werden meine Lohnforderungen und Urlaubsansprüche richtig berücksichtigt?)
  • Am Ende des Arbeitsverhältnisses (z. B.: Durfte mein Arbeitgeber mich überhaupt kündigen? Was ist bei einem Aufhebungsvertrag zu beachten?)

 

Sind Sie sich unsicher, ob Sie den Arbeitsvertrag überhaupt unterschreiben sollten, überprüfen Sie zunächst, ob alle wichtigen Regelungsbereiche abgedeckt sind. Achten Sie auch darauf, dass der Vertrag keine Regelungen enthält, die problematisch werden könnten. Sind Sie dann noch immer unsicher und die eine oder andere Regelung im Vertrag kommt Ihnen komisch vor, sollten Sie sich von einem Anwalt beraten lassen. Er wird Ihnen erklären, ob mit dem Vertrag alles in Ordnung ist, ob es Sinn macht nachzuverhandeln. Vielleicht gibt er Ihnen auch den Tipp, den Vertrag trotz einer für Sie nachteiligen Regelung einfach zu unterzeichnen. Das ist besonders bei eindeutig unwirksamen Bestimmungen eine gute Variante, weil diese dann, wenn der Arbeitgeber sich in einem Prozess auf sie berufen sollte, ohnehin nicht gelten.

 

Probleme mit einem bestehenden Arbeitsvertrag

Kommt es während Ihres Arbeitsverhältnisses zu Unstimmigkeiten wegen vertraglicher Regelungen, sollten Sie immer als Erstes das klärende Gespräch mit Ihrem Chef suchen. Oft lassen sich Probleme durch eine Vier-Augen-Unterredung schnell aus der Welt schaffen. Hat das keinen Erfolg, steht Ihnen meist der Betriebsrat, sofern in Ihrem Unternehmen vorhanden, mit Rat und Tat zur Seite. Je nach Inhalt der Streitigkeiten und Auswirkungen auf andere Arbeitnehmer kann auch eine sogenannte Einigungsstelle angerufen werden. Dies ist eine innerbetriebliche Schlichtungsstelle bestehend aus Vertretern der Arbeitgeberseite und des Betriebsrats, um allgemeingültige Lösungen bei bestimmten Meinungsverschiedenheiten zu finden. Bei arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen kann auch ein Mediator eine gute Alternative sein: Das ist ein speziell ausgebildeter Konfliktschlichtungsprofi, der gemeinsam mit allen Beteiligten eine Lösung sucht. Bringt all dies nichts, bleibt nur der Gang vor das Arbeitsgericht. Auch dort wird zunächst versucht, eine Einigung zwischen den streitenden Parteien zu erzielen, bevor ein Urteil gefällt wird.

 

Gerichtsverfahren kosten nicht nur Nerven, sondern auch Geld. Meist sind sie der einzige Weg, wenn ein Arbeitsverhältnis mit einer Kündigung endet und der andere diese nicht akzeptiert. In der 1. Instanz vor dem Arbeitsgericht trägt jede Partei ihre außergerichtlichen (Anwalts-)Kosten selbst, egal, ob sie den Rechtsstreit gewinnt oder verliert. Damit soll das Kostenrisiko des meist wirtschaftlich schwächer gestellten Arbeitnehmers minimiert werden. Denn verliert er seinen Arbeitsprozess, muss er „nur“ seine eigenen Kosten tragen, nicht auch noch die Kosten des Arbeitgebers. Gewinnt der Arbeitnehmer den Prozess, muss er allerdings gleichfalls die eigenen Kosten (Anwaltskosten, Verdienstausfall) tragen, ohne sie – wie in anderen Verfahren üblich – auf den Arbeitgeber als „Verlierer“ abwälzen zu können.