Ein Arbeitsvertrag ist das Fundament, auf dem ein Arbeitsverhältnis gründet. Im Idealfall heftet man ihn in einem Ordner ab und muss ihn nie wieder hervorholen. Die Realität sieht manchmal leider anders aus. Kommt es zu Streitigkeiten mit dem Chef, profitiert man von einem Vertragstext, der alles Wichtige möglichst eindeutig definiert. Einige besonders sensible Punkte stellen wir Ihnen hier vor:

 

  • Gehalt: Im Vertrag sollte natürlich etwas zur vereinbarten Vergütung stehen. Viele denken dabei jedoch nicht über das Anfangsgehalt hinaus. Was passiert, wenn die Probezeit vorbei ist? Soll die Vergütung dann erhöht werden? Es bietet sich auch an, über spätere Anpassungen, so z. B. an steigende Lebenshaltungskosten, zu reden und diese im Vertrag festzuhalten. Richtet sich das Gehalt nach einem Tarifvertrag, sollte auf jeden Fall die Eingruppierung genannt werden. Auch weitere Vorteile, die über das Monetäre hinausgehen, so z. B. die Überlassung eines Dienstwagens, der auch privat genutzt werden kann, sollten klar beschrieben sein.
  • Sonderzahlungen: Ob Weihnachtsgeld, 13. Gehalt oder Urlaubsgeld – wurden Sonderzahlungen dieser Art beim Vorstellungsgespräch zugesagt, so sollten sie auch im Arbeitsvertrag stehen. Zwar bestehen Ansprüche darauf auch, wenn es eine sogenannte betriebliche Übung gibt, sicherer ist jedoch die schriftliche Festlegung im Vertrag.
  • Probezeit: In der Probezeit kann Sie der Arbeitgeber mit einer kurzen Frist von zwei Wochen ohne Grund vor die Tür setzen. Die Probezeit sollte daher möglichst kurz sein. Achtung: Die Tücke bei der Probezeit liegt im Detail. Riskant ist die sog. Befristung zur Erprobung. Nach der Probezeit endet dann das Arbeitsverhältnis, ohne dass es einer Kündigung bedarf. Der Arbeitnehmer hat dann nur Anspruch auf Weiterbeschäftigung, wenn mit ihm ein neuer Vertrag geschlossen wird. Nicht zu verwechseln ist dies mit der klassischen Probezeit, die einem unbefristeten Arbeitsverhältnis vorgeschaltet ist. Sie erkennen diese sichere Variante z. B. an folgender Formulierung im Arbeitsvertrag: „Das Arbeitsverhältnis ist unbefristet. Die ersten drei bzw. sechs Monate gelten als Probezeit.“
  • Aufgabenbeschreibung: Je genauer die Jobbeschreibung ist, desto besser! Sie legt den Kreis möglicher Arbeitsaufgaben fest, die Ihr Arbeitgeber Ihnen später zuweisen kann. Je größer der Kreis ist, desto eher besteht die Gefahr, dass Sie Aufgaben ausführen müssen, die Sie nun so gar nicht erledigen wollen.
  • Erstattung von Aufwendungen: Besonders wenn mit dem Jobwechsel auch ein teurer Umzug verbunden ist, sollte man sich vom Arbeitgeber die Erstattung von Aufwendungen zusichern lassen, falls das Arbeitsverhältnis aus Gründen, die beim Arbeitgeber liegen, nicht vollzogen wird.
  • Verteilung der Arbeitszeit: Können Sie z.B. wegen Ihrer Kinder nur an bestimmten Tagen arbeiten? Wer auf eine spezielle Verteilung seiner Wochenarbeitszeit angewiesen ist, sollte das auch im Vertrag stehen haben. Wenn dort nur festgelegt ist, dass sich die Verteilung der Arbeitszeit „nach betrieblichen Erfordernissen“ richtet, darf der Arbeitgeber allein bestimmen, wann Sie anwesend sein müssen.

 

Eine umfassende Übersicht aller Regelungen die Ihr Arbeitsvertrag enthalten sollte, finden Sie in unserem Muster für unbefristete Arbeitsverträge!
Sie wollen sicher gehen, dass in Ihrem Arbeitsvertrag auch alles enthalten ist? Dann nutzen Sie unsere Checkliste für Ihren Arbeitsvertrag!