Wer einen Arbeitsvertrag unterschreibt, bindet sich an seinen Vertragspartner. Er muss dann für die getroffenen Vereinbarungen einstehen. Einfach so ändern kann man Verträge nicht, vor allem nicht einseitig gegen den Willen des anderen. In der schnelllebigen Berufswelt kommt es jedoch häufiger vor, dass ein Arbeitgeber sein Personal anders einsetzen muss bzw. möchte, so z. B. an einem anderen Ort oder an einem anderen Arbeitsplatz. Wenn dem Arbeitnehmer die Änderung willkommen ist, weil ihn die neue Herausforderung reizt, ist eine solche Änderung nicht weiter problematisch.

 

Verschlechtern sich dadurch jedoch die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für den Arbeitnehmer, sind Auseinandersetzungen vorprogrammiert. Zum Glück kann der Arbeitgeber dann die Änderung nicht einfach so gegen den Willen seines Vertragspartners durchsetzen. Er muss eine sog. Änderungskündigung formulieren. Eine solche Erklärung besteht aus zwei Teilen:

 

  • aus einem Änderungsangebot, das die zukünftig gewünschten Arbeitsbedingungen klar und deutlich beschreibt, und
  • einer Kündigung, die dann zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führt, falls der Arbeitnehmer das Änderungsangebot ablehnt.

 

Ein Arbeitnehmer, der sich gegen die Änderung sträubt, hat drei Möglichkeiten zu reagieren:

 

  • Er kann das Änderungsangebot ablehnen. Die Folge: Das Arbeitsverhältnis endet.
  • Er kann gegen die Änderungskündigung vor dem Arbeitsgericht klagen und gleichzeitig dem neuen Vertragsangebot unter Vorbehalt des Ausgangs der Klage zustimmen. Das Gericht prüft dann, ob so eine Kündigung seitens des Arbeitgebers überhaupt zulässig war. Gewinnt der Arbeitnehmer den Prozess, muss der Arbeitgeber ihn zu den gleichen Bedingungen wie vorher beschäftigen. Verliert er den Prozess, hat der Vorbehalt den Vorteil, dass er seinen Arbeitsplatz behält – dann natürlich zu den geänderten Konditionen.
  • Er kann ohne diesen Vorbehalt klagen. Das Risiko: Verliert er den Prozess, endet das Arbeitsverhältnis, da die Kündigung durch das Arbeitsgericht als wirksam erklärt wurde und der Arbeitnehmer dem Änderungsangebot nicht zugestimmt hatte.

 

Auch der Arbeitnehmer hat natürlich die Möglichkeit, seinem Arbeitgeber eine Änderungskündigung zu präsentieren, um damit bessere Arbeitsbedingungen für sich zu erreichen. Allerdings birgt diese Variante ein Risiko: Akzeptiert der Chef das Änderungsangebot nicht, ist der Arbeitnehmer seinen Job los. Wer sich mit Veränderungsgedanken trägt, sollte daher immer eine einvernehmliche Lösung mit seinen Vorgesetzten suchen und einen Änderungsvertrag schließen anstatt eine Änderungskündigung einzureichen.

 

Bekommt ein Unternehmen z. B. durch Verkauf einen neuen Besitzer, ändern sich dadurch die Arbeitsverträge der Belegschaft erst einmal nicht. Die Arbeitsverhältnisse gehen mit all ihren Rechten und Pflichten auf den Erwerber über.