Ratgeber zu: Alles Wissenswerte zum Arbeitsvertrag

1

Kann ich einen schriftlichen Arbeitsvertrag verlangen?

Ein nur mündlich vereinbarter Arbeitsvertrag bringt meist Probleme mit sich. Was wurde genau besprochen? Wie war das nochmal mit dem Urlaub? Wie viele Stunden wurden vereinbart? An solche Details kann man sich später nur noch vage erinnern. Und im Ernstfall, wenn es zu Konflikten mit dem Arbeitgeber kommt, kann man sie noch nicht einmal beweisen, weil nichts schriftlich vorliegt. Ob etwas nachweisbar ist oder nicht, kann im Zweifel jedoch Prozesse vor dem Arbeitsgericht entscheiden.

 

Um diesen Nachweisproblemen vorzubeugen, hat der Gesetzgeber Arbeitgebern eine Pflicht auferlegt: Sie müssen spätestens einen Monat nach dem Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich formulieren und ihren Arbeitnehmern aushändigen.

 

Angaben, die ein Arbeitsvertrag enthalten muss:

  • der Name und die Anschrift der Vertragsparteien
  • der Beginn des Arbeitsverhältnisses
  • bei befristeten Arbeitsverhältnissen auch das Ende des Arbeitsverhältnisses
  • der Arbeitsort oder, falls der Arbeitnehmer nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort tätig sein soll, ein Hinweis darauf, dass der Arbeitnehmer an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann
  • eine Tätigkeitsbeschreibung
  • das Arbeitsentgelt einschließlich der Zuschläge, der Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie an­derer Bestandteile des Arbeitsentgeltes und deren Fälligkeit
  • die vereinbarte Arbeitszeit
  • der Urlaub pro Jahr
  • die Kündigungsfristen
  • ein Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- und Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind

Sie können vom Arbeitgeber also einen solchen Nachweis einfordern. Kommt der Arbeitgeber dieser Pflicht nicht nach, hat das keine Auswirkungen auf Ihr Arbeitsverhältnis. Es bleibt trotzdem bestehen und ist gültig. Nachteile hat der fehlende oder fehlerhafte Nachweis ausschließlich für den Arbeitgeber: Nur er muss dann in einem Gerichtsprozess beweisen, ob bestimmte Vereinbarungen getroffen wurden oder nicht. Dem Arbeitnehmer wird dadurch die „Beweislast“ von den Schultern genommen.