Der Wunsch vieler Arbeitnehmer, Familie und Beruf miteinander in Einklang zu bringen oder ganz allgemein eine ausgewogene „Work-Life-Balance“ zu leben, lässt sich gut mit einem Teilzeitarbeitsvertrag verwirklichen.

 

Sobald Ihre regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer als die vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer ist, gelten Sie als Teilzeitbeschäftigter. Für Teilzeitarbeit gelten spezielle Schutzvorschriften, die der Arbeitgeber in der Regel nicht umgehen darf.

 

Auch wenn Sie bereits in einem Unternehmen arbeiten, haben Sie die Chance, Ihre Stundenanzahl zu reduzieren: indem Sie einen Antrag auf Teilzeitarbeit stellen. Einen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit, und damit auf einen Teilzeitarbeitsvertrag, haben Sie allerdings nur dann,

 

  • wenn Sie bereits sechs Monate in dem Betrieb gearbeitet haben und
  • der Arbeitgeber regelmäßig mehr als 15 Arbeitnehmer in Vollzeit beschäftigt.

 

Einen Antrag auf Teilzeit kann der Arbeitgeber nur ablehnen, wenn betriebliche Gründe dem entgegenstehen (z.B. bei unverhältnismäßig hohen Kosten oder wenn die Tätigkeit bzw. Arbeitsorganisation Teilzeit gar nicht zulässt).

 

Nachteile durch eine Teilzeitbeschäftigung?

Teilzeitbeschäftigte sind nicht etwa „Arbeitnehmer Zweiter Klasse“. Sie dürfen aufgrund ihrer reduzierten Arbeitszeit nicht diskriminiert oder benachteiligt werden – natürlich auch nicht im Vertrag. Ausnahmen gelten nur, wenn sachliche Gründe eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen. Sowohl das Arbeitsentgelt als auch andere Leistungen, wie z. B. Gratifikationen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, müssen in dem Umfang gezahlt werden, der dem Anteil der Arbeitszeit an einer Vollzeittätigkeit entspricht.

 

Der Urlaubsanspruch richtet sich nach der Anzahl der Arbeitstageunabhängig von der jeweiligen Stundenzahl. Arbeiten Sie also an fünf Tagen in der Woche, stehen Ihnen gleich viele Urlaubstage jährlich zu wie einem Vollzeitbeschäftigten, selbst wenn Sie an diesen Tagen nur zwei Stunden arbeiten. Diesen Anspruch kann der Arbeitgeber auch vertraglich nicht ausschließen. Wer allerdings z.B. nur an drei von 5 Tagen in der Woche arbeitet, erhält auch anteilig weniger Urlaubstage. Bei einem Vollzeit-Urlaubsanspruch von 30 Tagen ausgehend ergeben sich in diesem Fall nur 18 Tage (3/5 von 30 Tagen) Urlaub.

 

Ein Teilzeitarbeitsvertrag birgt auch Risiken für einen Arbeitnehmer: Da es kein Recht auf Rückkehr in die Vollzeitarbeit gibt, kann es unter Umständen schwierig werden, wieder Vollzeit zu arbeiten. Plant Ihr Arbeitgeber jedoch, neue Vollzeitkräfte einzustellen, haben Sie bei gleicher Eignung und Qualifikation einen Anspruch darauf, hier bevorzugt berücksichtigt zu werden.