Ratgeber zu: Alles Wissenswerte zum Arbeitsvertrag

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Arbeitsverhältnis auch ohne Arbeitsvertrag – geht das?

Im Idealfall geht eine Einstellung so vonstatten: Nachdem sich Bewerber und Arbeitgeber einig geworden sind, formuliert die Personalabteilung einen Arbeitsvertrag, stimmt ihn mit dem Chef ab und versendet ihn nach dessen Einverständnis an den Bewerber zur Unterschrift. Was ist aber, wenn das nicht geschieht – wenn jemand ohne einen solchen Arbeitsvertrag beschäftigt wird, wie das z. B. oft bei Aushilfen der Fall ist? Kann man dann überhaupt von einem Arbeitsverhältnis sprechen?

 

Ist ein mündlich vereinbarter Arbeitsvertrag gültig?

Auch ein mündlicher Arbeitsvertrag ist zulässig. Das Gesetz sieht keine bestimmte Form für dessen Gültigkeit vor. Vereinbart daher z. B. die Chefin per Handschlag mit der Aushilfskraft, dass diese für ein Jahr die Buchhaltung unterstützen soll, so liegt ein gültiger Arbeitsvertrag vor mit allen Folgen, die ein Arbeitsverhältnis nach sich zieht: mit der Pflicht zur Lohnzahlung, dem Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers etc.

 

Der Nachteil an einem mündlichen Arbeitsvertrag liegt auf der Hand: Es ist im Zweifel sowohl für Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber nur schwer nachweisbar, was genau vereinbart wurde. Missverständnisse und Streitigkeiten sind also vorprogrammiert.

 

Sie als Arbeitnehmer sollten also möglichst auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag bestehen. Mehr dazu finden Sie auch hier: Kann ich vom Arbeitgeber einen schriftlichen Arbeitsvertrag verlangen?

 

Haben Sie doch einen schriftlichen Arbeitsvertrag bekommen und wollen sicher gehen, dass in Ihrem Arbeitsvertrag auch alles wichtige enthalten ist? Dann nutzen Sie unsere Checkliste für Ihren Arbeitsvertrag! Eine umfassende Übersicht aller Regelungen, die in Ihrem Arbeitsvertrag auf jeden Fall geregelt sein sollten, finden Sie in unserem Muster für unbefristete Arbeitsverträge!