Urlaub dient der Erholung – und wer krank ist, kann sich nicht erholen. Die Urlaubstage, in denen Sie aufgrund einer Erkrankung als arbeitsunfähig gelten, darf der Arbeitgeber daher auch nicht auf Ihren Jahresurlaub anrechnen[1]. Das gilt unabhängig davon, ob Sie gerade in einer Finca auf Mallorca sind oder ein paar Tage auf Balkonien verbringen. Solche Tage werden Ihnen wieder als Urlaubstage gutgeschrieben. Diese Wirkung tritt aber nur ein, wenn Sie Ihrem Arbeitgeber Ihre Arbeitsunfähigkeit sofort anzeigen und nachweisen. Um das zu erreichen, sind folgende Schritte notwendig.

 

Schritt 1: Informieren des Chefs

Ihr Arbeitgeber muss sofort von Ihrer Erkrankung erfahren, damit Sie Ihren Anspruch auf Lohnfortzahlung nicht verlieren. Hier gilt die Faustregel: Immer gleich an dem Tag informieren, an dem Sie erkranken. Sind Sie im Ausland, sollten Sie dafür sorgen, dass die Krankmeldung Ihren Arbeitgeber so schnell wie möglich erreicht. Eine Postkarte oder ein Brief eignen sich dafür nicht. Schicken Sie am besten ein Fax oder eine E-Mail an Ihren Vorgesetzten oder die Personalabteilung. Notieren Sie darin auch die Adresse und die sonstigen Kontaktdaten, z. B. den Namen und Telefonnummer des Hotels oder des Krankenhauses, unter denen Sie zu erreichen sind. Ein Musterschreiben finden Sie zum Beispiel hier. Sind Sie Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung, sollten Sie auch ihr ein Schreiben des gleichen Inhalts schicken, um später nicht auf den Behandlungskosten sitzenzubleiben.

Schritt 2: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) holen

Gehen Sie sofort, also bereits am ersten Tag, wenn Sie sich schlecht fühlen, zum Arzt, um sich von ihm eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen zu lassen. Nur so können Sie dem Chef Ihre Arbeitsunfähigkeit nachweisen. Ganz wichtig, vor allem, wenn Sie einen Arzt im Ausland aufsuchen: In der Bescheinigung muss stehen, dass Sie aufgrund der Erkrankung arbeitsunfähig sind – und sie muss enthalten, wie lange die Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich dauert. Wenn darin nur notiert ist, dass Sie krank sind, reicht das nicht aus! Wenn die Krankheit länger dauert, als in der Bescheinigung angegeben ist, brauchen Sie eine neue Krankschreibung.

 

Urlaub verlängern geht nur mit Einverständnis des Chefs

Ihre Erholung tendiert gegen Null, weil Sie fast den ganzen Urlaub mit Fieber und Schüttelfrost im Bett lagen? Sprechen Sie mit Ihrem Chef, ob Sie noch ein paar Tage Auszeit nehmen können. Hier kommt es auf Ihr Verhandlungsgeschick an. Einen Anspruch darauf, Ihren Urlaub eigenmächtig um die Krankheitstage zu verlängern, haben Sie nämlich nicht. Sagt er Nein, müssen Sie – natürlich nur, wenn Sie wieder gesund sind – im Büro erscheinen. Tun Sie das nicht, riskieren Sie eine Abmahnung wegen unzulässiger Selbstbeurlaubung. Sagt er Ja, schicken Sie eine kurze Bestätigungsmail, die die Vereinbarung schriftlich festhält. So sind Sie auf der sicheren Seite.

 

 

 

[1] § 9 Bundesurlaubsgesetz