Ratgeber zu: Arbeit und Gesundheit

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Wie melde ich mich richtig krank?

Husten, Schnupfen, Schüttelfrost und Fieber – an Arbeit ist nicht zu denken. Und am liebsten würden Sie sich gleich ins Bett legen und sich in aller Ruhe auskurieren. Doch halt! Bevor Sie das tun, gilt es noch einiges zu erledigen, damit Ihr Fehlen am Arbeitsplatz keine negativen Folgen für Sie hat.

 

 Schritt 1: Die Krankmeldung

Als Erstes sollten Sie zum Telefon greifen, um sich bei Ihrem Arbeitgeber krankzumelden. Sie müssen dazu der Personalabteilung bzw. Ihrem Chef unverzüglich, also noch möglichst vor Ihrem eigentlichen Arbeitsbeginn, am besten per Telefon, E-Mail oder Fax mitteilen,

  • dass Sie aufgrund einer Krankheit nicht arbeiten können und
  • wie lange Sie voraussichtlich ausfallen werden.

 

Die Art Ihrer Erkrankung müssen Sie hierbei nicht nennen. Können Sie Ihren Arbeitgeber nicht persönlich informieren, z. B. weil Sie im Krankenhaus sind, kann dies auch jemand anderes für Sie übernehmen. Ein Musterschreiben für Ihre Krankmeldung finden Sie hier.

 

Schritt 2: Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Spätestens am vierten Tag Ihrer Erkrankung müssen Sie einen Arzt aufsuchen, der Ihnen bestätigt, dass Sie wegen der Krankheit arbeitsunfähig sind. Er stellt Ihnen eine sog. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus (kurz: AU, wegen der Farbe des amtlichen Vordrucks oft auch als „gelber Schein“ bezeichnet), die Sie Ihrem Arbeitgeber zukommen lassen müssen.

 

Werden Sie zum Beispiel am Montag krank, so muss der gelbe Schein spätestens am Donnerstag bei Ihrem Chef oder bei der Personalabteilung sein. Achtung: In Ihrem Arbeitsvertrag oder in einem für Sie geltenden Tarifvertrag kann festgelegt sein, dass Sie die AU auch schon am ersten Tag der Erkrankung vorlegen müssen. Auch wenn Ihr Chef Sie anruft und die Vorlage früher verlangt als festgelegt, müssen Sie dem Folge leisten.

 

Wer gegen diese Vorgaben verstößt, riskiert eine Abmahnung oder – wenn das schon öfter vorgekommen ist – sogar auch eine Kündigung.

 

Zudem darf Ihr Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung bis zur Vorlage der AU zurückhalten. Denn sie dient als Nachweis und Voraussetzung

  • für Ihren Anspruch auf Entgeltfortzahlung gegenüber dem Arbeitgeber während der ersten sechs Wochen und
  • für den Anspruch auf Krankengeld gegenüber der Krankenkasse ab der siebten Woche.

 

Der Vordruck besteht daher auch aus mehreren Durchschlägen: für die Krankenkasse (das Original), für den Arbeitgeber, für den behandelnden Arzt und ab 1.1.2016 auch für den Patienten selbst. Auf dem Durchschlag für den Arbeitgeber ist nur die voraussichtliche Dauer vermerkt. Die Krankheitsbezeichnung ist dort aus Datenschutzgründen nicht angegeben.

 

Zieht sich Ihre Krankheit länger hin als erwartet, wiederholt sich alles aufs Neue: Sie müssen Ihrem Arbeitgeber anzeigen, dass Sie noch nicht kommen, und Sie müssen sich so schnell wie möglich eine weitere AU von Ihrem Arzt besorgen, um sie Ihrem Chef vorlegen zu können.