Ratgeber zu: Arbeit und Gesundheit

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Berufsunfähigkeit – Was, wenn man nicht mehr arbeiten kann?

„Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, Depression? Das passiert mir doch nicht – ich bin kerngesund!“ Viele blenden Krankheiten mit dieser Einstellung aus ihrem Leben aus. Die Realität ist jedoch eine andere: So kann jeder fünfte Arbeitnehmer heutzutage wegen einer Erkrankung seinen Job nicht mehr ausüben. Tritt der Fall der Fälle ein, geht es meistens nicht nur um die Gesundheit, sondern auch um die Existenz. Wer schwer krank ist und deswegen nicht mehr arbeiten kann, bekommt über kurz oder lang auch kein Gehalt mehr.

 

Erwerbsminderungsrente: Viel Aufwand für wenig Geld

Unser Sozialsystem hilft den Betroffenen dann nicht wirklich weiter. Vor allem jüngere Arbeitnehmer sollten sich nicht darauf verlassen, dass Vater Staat ihnen zur Seite steht. Alle, die nach dem Jahr 1961 geboren wurden, haben seit 2001 keinen Anspruch mehr auf die Berufsunfähigkeitsrente, die recht auskömmlich war. Stattdessen wurde die sog. Erwerbsminderungsrente eingeführt. Sie wird jedoch in der Regel nur gezahlt,

 

  • wenn Sie mindestens fünf Jahre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung eingezahlt haben – was bei Berufsanfängern generell nicht der Fall ist. Der Fünfjahreszeitraum gilt nur dann nicht, wenn Ursache für die Krankheit oder Behinderung ein Arbeitsunfall war.
  • wenn Sie aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nicht mehr in der Lage sind, mehr als 6 Stunden pro Tag zu arbeiten. Sind es weniger als 3 Stunden, haben Sie Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente. Bei 3 bis 6 Stunden gibt es nur die halbe. Wenn Sie krankheitsbedingt zwar nicht mehr in der Lage sind, in Ihrem erlernten Beruf zu arbeiten, aber noch einen anderen Ihnen Job ausüben können, haben Sie gar keinen Anspruch.
  • wenn ein ärztliches Attest bestätigt, dass Sie ganz oder teilweise erwerbsgemindert sind.

 

Gut leben kann man von einer solchen Rente nicht. Ihre Höhe ist abhängig von der Zahl der Jahre, die Sie in die Rentenversicherung eingezahlt haben, Ihrem vorherigen Bruttoeinkommen sowie Ihrer Restarbeitsfähigkeit. Haben Sie z. B. 25 Jahre eingezahlt und ein Durchschnittseinkommen von ca. 32.000 €, landen auf Ihrem Konto letztlich nur 600 € – und auch das nur, wenn Sie die volle Erwerbsminderungsrente durchgesetzt haben. Bei der halben gibt es entsprechend weniger.

 

Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung hilft

Angesichts dieser Fakten wird klar: Eine private Vorsorge muss her. Versicherungen bieten private Berufsunfähigkeitsversicherungen an. Vergleichen Sie deren Angebote genau:

 

  • Die Leistungsgarantien sollten möglichst hoch sein, damit Sie im Fall der Fälle Ihren Lebensstandard so gut wie möglich halten können. Es gibt Anbieter, die Ihnen z. B. 80 bis 100 % Ihres aktuellen Nettoeinkommens garantieren.
  • Achten Sie darauf, dass die Police keine Wartezeit vorsieht, in der die Leistung nicht ausgezahlt wird.
  • Vorsicht ist geboten bei sog. Verweisungsrechten in den Versicherungsbedingungen. Der Versicherer hat dann das Recht, die Leistung zurückzuhalten mit dem Einwand, dass Sie ja auch einen anderen Beruf als den erlernten ausüben können.

 

Mehr über Fallstricke bei Berufsunfähigkeitsversicherungen erfahren Sie hier.