Sie möchten aus Ihrem derzeitigen Job aussteigen – und das möglichst schnell? Wer sich mit einem solchen Wunsch trägt, sollte sich an die Spielregeln des Rechts halten. Denn einfach nicht mehr zur Arbeit erscheinen, um damit eine Kündigung seitens des Arbeitgebers zu provozieren, kann teuer werden. Wer sich so verhält, riskiert nämlich, dass der Chef Schadensersatz geltend macht. Mit Erfolg lassen sich solche Ansprüche auch vor Gericht durchsetzen, wenn dem Unternehmen durch das Fernbleiben ein Schaden entstanden ist. Das ist z. B. der Fall bei Umsatzeinbußen, weil der Auftrag nicht ausgeführt werden konnte.

 

Kündigung oder Aufhebungsvertrag?

Damit Sie Ihren Job recht(s)sicher an den Nagel hängen können, gibt es zwei Wege: die Kündigung oder den Aufhebungsvertrag. Die beste Variante, schnell den Job wechseln zu können, ist und bleibt der Aufhebungsvertrag. Verhandeln Sie geschickt, so z. B. indem Sie eine einwandfreie Übergabe an Ihren Nachfolger zusichern, wenn Sie dafür so früh wie möglich ausscheiden dürfen, dann lässt sich Ihr Chef vielleicht mit einem solchen Vertrag auf einen zügigen Abschied ein. Will er Sie nicht ziehen lassen, bleibt Ihnen nur die Kündigung. Mit ihr können Sie das Ende Ihres Arbeitsverhältnisses auch gegen den Willen Ihres Arbeitgebers durchsetzen.

 

Kündigen braucht Zeit: Kündigungsfristen

Arbeitnehmer können, ebenso wie Arbeitgeber, ordentlich und außerordentlich kündigen. Kommt, wie es in 98 % aller Eigenkündigungen zutrifft, nur eine ordentliche Kündigung in Betracht, sind Sie an die im Arbeitsvertrag bzw. – falls dort nichts dazu geregelt ist – an die gesetzlichen Kündigungsfristen[1] gebunden. Die Kündigungsfristen für Arbeitnehmer dürfen übrigens niemals länger sein als für den Arbeitgeber. Finden Sie eine solche Regelung in Ihrem Arbeitsvertrag, sind Sie daran nicht gebunden. Sie ist unwirksam.

Von einem Tag auf den anderen, also fristlos und damit außerordentlich kündigen können Sie nur in absoluten Ausnahmefällen, so z. B. wenn das Unternehmen schon eine ganze Weile keinen Lohn mehr zahlt oder bewusst und mit Absicht oder grob fahrlässig Ihre Gesundheit oder sogar Ihr Leben gefährdet.

 

Kündigen will überlegt sein

Eine einmal erklärte Kündigung können Sie alleine nicht mehr aus der Welt schaffen. Sie können sie weder zurücknehmen noch widerrufen. Überlegen Sie sich diesen Schritt also im Voraus sehr gut.

 

Richtig kündigen

Kündigen Sie, gelten dieselben Formalien wie für den Arbeitgeber. Übergeben Sie Ihr Kündigungsschreiben (ein Muster finden Sie hier) am besten Ihrem Chef oder dem Personalchef persönlich und lassen Sie sich den Empfang – mit Datum! – schriftlich bestätigen. So können Sie später beweisen, dass Ihrem Arbeitgeber die Kündigung auch zugegangen ist.

 

 

[1] § 622 BGB