Ratgeber zu: Lohn und Gehalt

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Welchen Anspruch hat man auf vermögenswirksame Leistungen?

Findet sich in Ihrem Arbeitsvertrag oder in dem für Sie geltenden Tarifvertrag eine Regelung über vermögenswirksame Leistungen (kurz: VL)? Glückwunsch! Dann spendiert Ihnen Ihr Arbeitgeber einen Zuschuss zum Sparen. Das können pro Monat bis zu 40 € sein. VL zählen zu den freiwilligen sozialen Leistungen. Ihr Arbeitgeber muss dieses Geldgeschenk an Sie nur erbringen, wenn er sich im Arbeitsvertrag oder in einem Tarifvertrag dazu verpflichtet hat. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch darauf. Den Zuschuss überweist Ihr Arbeitgeber direkt an das Bankinstitut, bei dem Sie den VL-Sparvertrag abgeschlossen haben. Obendrauf gibt es vom Staat eventuell noch die Arbeitnehmersparzulage oder eine Wohnungsbauprämie, je nach Art der VL.

Diese beiden Zulagen sind einkommensabhängig. Die staatliche Arbeitnehmersparzulage (maximal 43 € pro Jahr) können Sie beanspruchen, wenn Sie nicht mehr als 17.900 € an zu versteuerndem Einkommen im Jahr haben, bei der Wohnungsbauprämie (maximal 45 € pro Jahr) beträgt die Höchstgrenze 25.600 € (Stand: 2015). Das VL-Sparen lohnt sich also besonders für Berufseinsteiger, die ein niedrigeres Einkommen haben.

 

Wie bei allen Zuwendungen des Arbeitgebers gilt auch hier der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz. Ihr Arbeitgeber darf, wenn er sich zu solchen Leistungen verpflichtet, bestimmte Arbeitnehmer nicht ohne sachlichen Grund von der Leistung ausschließen. Allgemein als zulässig angesehen wird allerdings eine Regelung, die Arbeitnehmer in der Probezeit von den Vermögenswirksamen Leistungen ausschließt.