Ratgeber zu: Lohn und Gehalt

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Der Unterschied zwischen Lohn und Gehalt

Früher verdienten Arbeiter Löhne und Angestellte bezogen Gehälter. Heute stehen die beiden Begriffe im Wesentlichen für das Gleiche, nämlich das Geld, das am Monatsende auf dem Konto eingeht, wenn man in einem Unternehmen per Arbeitsvertrag beschäftigt ist. Und auch bei den Juristen verlieren die beiden Wörter immer mehr an Trennschärfe, seit in den Gesetzen und Tarifverträgen nur noch im Ausnahmefall zwischen Arbeitern und Angestellten unterschieden wird. Sie sprechen daher meistens von Entgelt – ein Wort, das für beide gilt.

 

Die Unterschiede zwischen Lohn und Gehalt

In einem Punkt gibt es noch eine mehr oder minder wichtige Differenzierung: Gehalt heißt es, wenn jeden Monat der gleiche, genau festgelegte Betrag ausgezahlt wird, der unabhängig von Leistung und Arbeitszeit ist.

Mit Lohn umschreibt man dagegen solche Vergütungen, die schwanken können, weil sie von bestimmten variablen Faktoren abhängig sind. Meist wird das so gehandhabt, um Arbeitnehmer zu besseren Leistungen zu motivieren. So gibt es z. B. den Akkordlohn, auch Stücklohn genannt, weil er davon abhängig ist, wie schnell jemand arbeitet. Er ist nur zulässig, wenn Arbeitsbedingungen und -ablauf vorherbestimmbar sind und die Menge, die produziert wird, abhängig von der Leistung ist. Auch ist ein sog. Prämienlohn möglich, der Leistungen honoriert, die der Qualitätsverbesserung dienen, so z. B. wenn die Ausschussquote in der Produktion verringert wird. Er wird zusätzlich zu einer Grundvergütung gezahlt. Allein von der gearbeiteten Zeit abhängig ist dagegen der Stundenlohn. Von Entlohnung auf Provisionsbasis spricht man, wenn ein Grundgehalt (Fixum) gezahlt wird und zusätzlich ein bestimmter Prozentsatz des Umsatzes als Provision. Ein solcher Lohn wird meist Handelsvertretern in einem Anstellungsverhältnis gezahlt.

Sie sehen daran: Beim Entgelt ist eine Menge möglich. Es gibt jedoch auch klare Grenzen: Ist Ihr Gehalt bzw. Ihr Lohn z. B. viel zu niedrig, können Sie dagegen vorgehen.

 

Keine Arbeit ohne Lohn

Wer arbeitet tut das im Normalfall, um Geld zu verdienen. Keine Arbeit ohne Lohn, lautet die Devise. Sind Sie im Hau-Ruck-Verfahren eingestellt worden und gibt es (noch) keinen Arbeitsvertrag, in dem die Höhe Ihrer Vergütung festgelegt ist? Keine Sorge – auch dann muss Ihr Arbeitgeber Ihnen ein Entgelt für bereits geleistete Arbeit zahlen, es sei denn, es handelt sich objektiv betrachtet um eine Gefälligkeit oder um eine ehrenamtliche Tätigkeit, was Ihr Arbeitgeber im Notfall jedoch beweisen müsste. Ist nichts zur Höhe besprochen oder schriftlich fixiert worden, muss er Ihnen die „übliche“ Vergütung auf Ihr Konto überweisen. Sie ist abhängig von der Branche und Region, in der Sie arbeiten, oder von anwendbaren Tarifverträgen.

 

Das „Bruttolohnprinzip“

Alle Vergütungen gelten grundsätzlich als Bruttolöhne bzw. -gehälter, bei denen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge noch nicht abgezogen sind – es sei denn, im Arbeitsvertrag steht ausdrücklich „Nettolohn“.