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Arbeit & Geld

Lohnlücke: Frauen arbeiten zwei Monate pro Jahr "umsonst"

Frauen in der EU arbeiten seit Anfang November umsonst – statistisch betrachtet. Denn verglichen mit ihren männlichen Kollegen verdienen sie im Schnitt 16,2 Prozent weniger. In Deutschland ist das Gefälle besonders schlimm.

Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern sorgt dafür, dass Frauen in der EU im Jahr quasi zwei Monate unentgeltlich arbeiten. «Diese Situation können wir nicht länger akzeptieren», teilten die EU-Kommissare Frans Timmermans, Vera Jourova und Marianne Thyssen in Brüssel mit.

In Deutschland liegt der Unterschied des durchschnittlichen Bruttostundenlohns von Männern und Frauen den Daten von 2016 zufolge sogar bei 21,5 Prozent. Dies ist EU-weit der dritthöchste Wert. Er ist seit 2010 nur leicht zurückgegangen.

Frauen und Männer seien gleichberechtigt, das sei einer der Grundwerte der EU, sagten Timmermans, Jourova und Thyssen. Aber im Vergleich mit ihren männlichen Kollegen arbeiteten Frauen noch immer zwei Monate umsonst. Die EU-Kommissare drängten EU-Staaten und Europaparlament dazu, möglichst schnell Gesetzesvorschlägen zuzustimmen, mit deren Hilfe das Lohngefälle bekämpft werden soll – etwa durch die Stärkung arbeitender Eltern.

Einer von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge hat nicht einmal jeder zweite Mann bis 65 Jahre (43 Prozent) in der EU Vaterschaftsurlaub genommen oder denkt darüber nach, dies zu tun. In Deutschland sind es 47 Prozent. Als einen der Hauptgründe nannten die Befragten, es sich finanziell nicht leisten zu können.


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