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Arbeitsplatz Deutschland

Posten und liken während der Arbeitszeit: „Wir brauchen die Social-Media-Pause!“

Was den meisten Rauchern im Job zusteht, nämlich regelmäßig Pausen für ein Zigarettchen machen zu dürfen, sollte man in digitalen Zeiten wie diesen auch den Facebook-, Instagram- und Whatsapp-Usern zugestehen. Denn: „Wir brauchen Pausen für unseren Social-Media-Konsum“. Das zumindest fordert Thomas R. Köhler* in seinem – zur Diskussion einladenden – Gastkommentar für XING Spielraum.

„Sie kennen das von Ihrem Arbeitsplatz: Dort vor dem Hintereingang, unter dem Vordach, drängen sich alle paar Stunden diejenigen zusammen, die nicht vom Glimmstengel lassen können. Während man sich in den meisten Unternehmen damit abgefunden hat, dass man Raucher nicht gegen Ihren Willen umerziehen kann, werden Nutzer von Smartphone-Apps zum Austausch mit Gleichgesinnten wie Facebook, Instagram aber auch XING und LinkedIn stigmatisiert. Dabei wissen Social-Media-Anwender – wie die meisten Menschen, die aktiv im Berufsleben stehen – längst, dass Social Media, Smartphone & Co. süchtig machen. Genauso süchtig wie Zigaretten, Alkohol und andere Suchtstoffe.

Mehr als 160mal täglich greift der durchschnittliche Nutzer zum Gerät. Das haben zahlreiche Studien ergeben. Doch vielfach wird dieses Suchtverhalten nicht ernstgenommen, außer dem berühmten „Smartphone-Daumen“ droht ja schließlich kaum körperlicher Schaden. Den Nutzern wird stattdessen empfohlen, man solle doch mit „Digital Detox“ Verzicht üben. Den meisten Menschen fällt dies schwer, selbst wenn es nur um wenige Stunden oder Tage geht. Zudem gilt: ähnlich wie bei einer Diät sind die Aufschaukeleffekte enorm.

So werden wir das Problem nicht los. Wir brauchen eine veränderte Betrachtungsweise. Wir müssen Smartphone-Sucht und Social-Media-Abhängigkeit als Realität im Alltag begreifen und die Betroffenen besser integrieren:

  • Verwehren wir daher den Social-Media-Nutzern nicht, was wir den Rauchern zugestehen.
  • Geben wir Ihnen endlich kurze und mehrfach am Tag wiederholte Social-Media-Pausen!

Social-Media-Pausen reduzieren den Abhängigkeits-Stress und sorgen für mehr Produktivität in der dann Social-Media-freien Arbeitszeit. Die Gleichstellung mit den – de facto in vielen Unternehmen privilegierten – Rauchern liefert zudem einen wesentlichen Beitrag für den Betriebsfrieden. Im „Kampf um die Talente“ werden Social-Media-Pausen zukünftig ein wichtiges Argument sein.“

Autoren-Info: Thomas R. Köhler ist Onliner der ersten Stunde. Soeben ist unter seiner Mitwirkung ein neues Standardwerk zur Personalwirtschaft: „Kompetenzen der Zukunft – Arbeit 2030“ (Haufe 9/2018, 615 Seiten) erschienen. Er forderte bereits in seinem 2010 erschienenen Buch „Die Internetfalle“ (FAZ-Buch) eine neue Einstellung zum Umgang mit Internet und Social Media. 2011 veröffentlichte er unter dem Titel „Social Media Management“ (IDG Business Media, München) ein weiteres Buch, in dem er klare Richtlinien für den Umgang mit Social Media empfiehlt. Köhler ist der Auffassung: „Social Media geht nicht wieder weg, sorgen wir für den geeigneten Platz in unserer Lebenswirklichkeit“


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