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New Work am Arbeitsplatz: Ein paar bunte Hocker reichen nicht

Um die Ideen von New Work bestmöglich umzusetzen, braucht es nicht nur Veränderung in den Köpfen. Auch unsere Arbeitsplätze sollten neu gestaltet werden. Anlässlich der Kooperation von XING und dem „Industrieverband Büro und Arbeitswelt“ (IBA) zur Branchenleitmesse Orgatec erklärt IBA-Expertin Barbara Schwaibold, wie die Arbeitsräume der Zukunft aussehen könnten.

IBA-Barbara Schwaibold

Arbeitsplatzexpertin Barbara Schwaibold: Kombinationen aus „Quiet Zones“ und „Kommunikationsräumen“

XING Spielraum: Frau Schwaibold, der IBA kümmert sich schon lange um eine modern und neu gestaltete Arbeitswelt. In diesem Jahr gibt es auf Ihrer Leitmesse Orgatec aber einen expliziten New Work Schwerpunkt – unter anderem mit einer Kooperation mit XING. Was sind die Beweggründe dafür?

Barbara Schwaibold: New Work ist schon seit längerer Zeit ein Themenschwerpunkt der Orgatec. Schließlich sollte man keine Arbeitsplätze gestalten, ohne eine Vorstellung davon zu haben, wie sich die Welt der Arbeit verändern könnte. Aber es stimmt natürlich, dass in diesem Jahr mit der Veranstaltung einer New Work Session innerhalb der Orgatec* ein besonderer Schwerpunkt gesetzt wird. Die Inspiration dafür entwickelte sich im Lauf der Zusammenarbeit von XING und IBA rund um das New Work Studio, das wir gemeinsam als mobilen Veranstaltungsort und Experimentierraum nutzen. Da lag es nahe, gemeinsam mit dem Team der Koelnmesse auch bei dem Rahmenprogramm der Orgatec neue Wege einzuschlagen und das traditionell etwas konservativere Messeformat mit der agileren New Work Community zusammenzubringen.

Sie fragen ja auch regelmäßig in eigenen Studien die Meinung von Berufstätigen ab. Was bemängeln die Deutschen denn am meisten an ihrem Arbeitsplatz?

Schwaibold: Die Mehrheit der Berufstätigen ist eigentlich ganz zufrieden mit der Ausstattung ihrer Arbeitsplätze. Schaut man dann aber auf die Details, gibt es doch eine ganze Reihe von Kritikpunkten. An erster Stelle werden nach wie vor Gesundheitsaspekte wie gutes Sitzen und Bewegung genannt. Immerhin jeder fünfte Beschäftigte fühlt sich durch Lärm im Büro gestört. Weiterhin wird bemängelt, dass geeignete Räume für Kommunikation und Projektarbeit fehlen und auch das Design landet oft auf der Negativliste. All das sind nach unserer Überzeugung wichtige Facetten einer glaubwürdigen Unternehmenskultur und somit natürlich auch Themen auf der diesjährigen Orgatec.

Eine auch unter unseren Lesern immer wieder intensiv diskutierte Frage ist die Zukunft des Großraumbüros. Was ist Ihre Prognose – oder Empfehlung?

Schwaibold: Eigentlich wissen wir schon seit längerer Zeit, dass diese stark standardisierten Konzepte, also entweder nur kleine Zellenbüros oder nur größere Raumeinheiten, nicht ideal sind. Das Fraunhofer IAO hat das gerade noch einmal in einer Studie herausgearbeitet und empfiehlt als Konsequenz sogenannte „Multispaces“, die aus einer Kombination verschiedener Raumformen bestehen. Auf längere Sicht kann ich mir aber auch vorstellen, dass wir nicht mehr über Raumformen diskutieren werden, sondern eher in Kombinationen aus „Quiet Zones“ und „Kommunikationsräumen“ denken werden. Die Idee dahinter ist, dass es durchaus der eigenen Konzentration dienen kann, wenn andere Menschen, um einen herum auch konzentriert arbeiten. Das wussten im Mittelalter die Mönche in ihren Schreibstuben und erleben heute Studenten, die zum Lernen in eine Bibliothek gehen. Wie groß die einzelnen Räume sind, wird dann zur Nebensache.

Wie weit sind denn die Büros in Deutschland denn tatsächlich schon in Sachen New Work?

Schwaibold: Ehrlich gesagt, haben wir darauf auch noch keine Antwort. Vielleicht sollten wir in einer offenen Diskussion die Kriterien dafür entwickeln und diese dann überprüfen.

Wenn man sich so umschaut, dann wird aber New Work im Büro oft noch mit bunten, eckigen Möbeln und ein paar Kuschelecken mit Kissen übersetzt. Das kann aber doch nicht alles sein, oder?

Schwaibold: Nein, sicher nicht. Deshalb freuen wir uns, dass wir im Rahmen der New Work Sessions einige Beiträge von Praktikern und Organisationsberatern haben werden, die von ihren Praxiserfahrungen berichten. So wird beispielsweise Bernhard Herzog, Partner und Leiter Forschung und Entwicklung bei der Unternehmensberatung M.O.O.CON in Wien, erzählen, mit welchen Methoden seine Kollegen gemeinsam mit ihren Kunden analysieren, wie deren Unternehmen aufgestellt sind, wie sich die jeweilige Unternehmenskultur darstellt und welche künftigen Entwicklungen vorstellbar sind.

Womit wären denn am schnellsten echte Veränderungen zu erzielen? Und was wären die wichtigsten Komponenten dabei?

Schwaibold: Wir empfehlen oft, erst einmal klein anzufangen. Mit nur einem Raum, der sich für Workshops, Projektarbeit aber auch für eine kleine Geburtstagsfeier eignet. Wichtig ist, dass die Einrichtung flexibel gehalten wird. Toll sind große Tische, die sich variabel in Sitz- und Stehhöhe nutzen lassen. Es muss eine zuverlässig funktionierende Kommunikationstechnologie vorhanden sein und natürlich beschreib- und beklebbare Wände, um schnell Ideen skizzieren zu können. Dann kann man sehen, wie dieser Raum genutzt und verändert wird und darauf aufbauen.

Wie ja schon erwähnt: XING wird auf der Orgatec eine seine ganztägigen New Work Sessions abhalten, auf welche Programmpunkte sind Sie besonders gespannt?

Schwaibold: Bei dem tollen Programm, das XING zusammengestellt hat, ist das eine schwierige Frage. Zwei Programmpunkte, auf die ich sehr gespannt bin, sind aber ganz sicher die Interviews mit Toni Schumacher und Leonie Müller zum Rebellentum („Rebellen – was Menschen antreibt, ihren eigenen Weg zu gehen“) und die „New Work Konzepte der Zukunft“. Definitiv am neugierigsten bin ich auf die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an dieser New Work Session. Wir sind gespannt, wie sie die Formatkombination aus Messe und Event wahrnehmen werden.

Zur Person:  Barbara Schwaibold ist Pressesprecherin und Arbeitsplatzexpertin des Industrieverbandes Büro und Arbeitswelt e. V. (IBA) www.iba.online


*Veranstaltungshinweis:Der digitale Wandel entkoppelt Arbeit von fest definierten Räumen und Zeiten und von klassischen Arbeitsumgebungen. Es gilt, mutig neue Ideen und Konzepte für die Zusammenarbeit zu finden und neue Dritte Orte zu schaffen, in denen neue Visionen möglich sind. Zugleich erhält die Kultur in Unternehmen eine neue Bedeutung und wird zu einem unschätzbaren Wert für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Auf der internationalen Innovations- und Trendmesse ORGATEC in Köln greifen XING und IBA diese spannenden Entwicklungen am 23. Oktober mit der New Work Sessions ORGATEC auf. Lassen Sie sich von New Workern, Rebellen und Vordenkern – siehe Banner – inspirieren, die mit ihrem Engagement und ihren erfrischenden Denkweisen eingefahrene Muster durchbrechen und damit zum Nachdenken und Mitmachen anregen.

Mehr Informationen und Tickets für die New Work Sessions inklusive Besuch der ORGATEC erhalten Sie beim Klick auf das Banner:

 

Orgatec Banner

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