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Digitalisierung

Media Worker Report 2018: Mehr Jobs, mehr Arbeit - und Hamburg ganz vorn

Auch für Medienschaffende ändert sich der Arbeitsmarkt fundamental: Durch die Digitalisierung entstehen dabei vor allem Jobs in neuen Branchen und Unternehmen wie der Media Worker Report 2018 von nextMedia.Hamburg, XING und Deloitte zeigt.

Die Zahl der Medienschaffenden in Deutschland nimmt zu: 2018 sind bei XING 552.000 Media Worker registriert – das sind elf Prozent mehr als 2016. Wer sind diese Menschen, die in diesen dynamischen und zunehmend digitalisierten Zeiten Inhalte schaffen? Wo leben die Innovationstreiber der Medienbranche, wie arbeiten die „Media Worker“ und was ist ihnen wichtig? Diese Fragen beantwortet der Media Worker Report 2018* im Auftrag der Standortinitiative nextMedia.Hamburg, der Beratungsagentur Deloitte und XING. Als Media Worker werden dabei alle Personen bezeichnet, die an der immer größer werdenden Schnittstelle zwischen Content und Technologie arbeiten. Für Nina Klaß, Leiterin von nextMedia.Hamburg, steht fest: „Es ist einiges in Bewegung: New Work und Digitalisierung, neue Prozesse und Technologien. Media Worker sind mittendrin und erleben diese Veränderungen hautnah.“

Digitalisierung ist zentrales Thema

Die Digitalisierung von Prozessen und der damit verbundene Veränderungsdruck ist das Thema, das die deutschen Media Worker sehr beschäftigt: 70 Prozent von ihnen nehmen eine stark oder sehr stark fortschreitende Digitalisierung an ihrem Arbeitsplatz wahr. Als Treiber der digitalen Transformation werden Start-ups (71 Prozent) sowie Tech-Unternehmen (71 Prozent) und Netzwerke (32 Prozent) gesehen. Dagegen gehören „klassische“ Medienunternehmen, genau wie Großunternehmen allgemein, nur für jeweils 26 Prozent der Befragten zu den Innovationstreibern.

Die Themen der  Innovationen sind dabei vielfältig und reichen von „Big Data“ über „Virtual/Augmented Reality“ und „Artificial Intelligence“ bis hin zu „Intelligente Sprachsteuerung/Sprachassistenten“. Danach gefragt, wie stark der Einfluss der genannten Technologien auf die Arbeit sein wird, antworten 47 Prozent der Media Worker mit „einigermaßen stark“ und jeweils 23 Prozent mit „sehr stark“. Lediglich 19 Prozent erwarten, dass ihr Jobprofil „gar nicht“ durch Technologien verändert wird.

Roman Heflik, Managing Editor bei XING News, sieht dafür klare Gründe: „In kaum einem Bereich verläuft die Digitalisierung schneller und umfassender als im Kommunikationssektor. Medienschaffende stehen vor der Herausforderung, mit dieser Dynamik Schritt zu halten. Zugleich eröffnen sich ihnen ganz neue Chancen und Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln.“

Besonders die IT-Branche profitiert von den Kompetenzen der Media Worker, die weiterhin sehr gefragt sind: Im Vergleich zu 2017 wächst ihre Anzahl beispielsweise in der IT-Industrie um zehn Prozent. Auf der anderen Seite steigt die Zahl der IT-Experten in der Medienindustrie ebenfalls um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Austausch von Medienschaffenden und IT-Experten in beiden Bereichen unterstreicht die wachsende Nachfrage und Verschmelzung beider Anforderungsprofile und die Öffnung der Medienbranche.

Berlin bleibt die größte, Hamburg die beliebteste Medienstadt Deutschlands

Die drei größten Media Worker Städte sind Berlin, Hamburg und München. Hamburg hat seine Stellung als beliebteste Medienmetropole erneut bewiesen: 32 Prozent bezeichnen die Hansestadt als attraktivsten Standort, gefolgt von München (16 Prozent) und Berlin (16 Prozent). Bei der Standortwahl sind nicht nur die reinen Job-Inhalte, sondern das Gesamtpaket der Stadt als Lebensraum relevant. Dabei machen vor allem ein attraktiver Arbeitsmarkt (70 Prozent) und die Nähe zu Familie und Freunden (22 Prozent) den Standort für viele so reizvoll.

Media Worker sind New Worker. Sie arbeiten flexibel und wünschen sich das auch von ihrem Job. Dabei wirkt sich die wachsende Dynamik der Arbeitswelt auch auf den Arbeitsplatz und sogar das Privatleben von Medienschaffenden aus: 44 Prozent der Media Worker beschäftigen sich auch in der Freizeit mit ihrem Job, 64 Prozent machen Überstunden. Die Mehrarbeit wirkt sich aber nicht grundsätzlich negativ auf die Arbeitsmotivation aus: 65 Prozent der Media Worker sind glücklich in und mit ihrem Job.

Egbert Wege, Head of Monitor Deloitte Germany, sieht Chancen und Risiken in der New-Work-Kultur: „Unsere Studie zeigt, dass 98 Prozent der Media Worker flexibles Arbeiten mindestens ‚einigermaßen wichtig‘ ist. Diese flexiblen Arbeitszeiten- und Orte sind integraler Bestandteil einer New-Work-Kultur, die auch von Unternehmensseite oft gefördert und teils gefordert wird. Die Herausforderung dabei: Viele Media Worker nehmen die Arbeit mit nach Hause; die Grenzen zwischen Job und Freizeit verschwimmen zunehmend. Hier muss ein Umdenken in der Arbeitsregulierung stattfinden.“

*Über den Media Worker Report 2018: Für die Studie (hier geht es zum kostenlosen Download) hat XING im August 2018 eine anonymisierte Auswertung der XING-Profile von 552.000 Media Workern durchgeführt, die entweder in einem Medienunternehmen tätig sind (in den Branchen Marketing, PR und Design; Medien und Verlage) oder als Tätigkeitsbereich in anderen Branchen die Funktion eines Medienschaffenden angeben (Tätigkeitsbereich Grafik, Design, Marketing und Werbung; PR, Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus). Parallel dazu hat Deloitte rund 1.000 Personen befragt, die sich im Selbstverständnis als Media Worker bezeichnen. Als „Media Worker“ definiert die Studie die Gesamtheit der Beschäftigten einer Arbeitswelt jenseits einer statischen Clusterlogik: Menschen, die #dasmitMedien machen. Sie arbeiten an der Schnittstelle von Content und Technologie – in der Medienindustrie ebenso wie in Unternehmen anderer Branchen.


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