New Work

"Zugnomadin" Leonie Müller: "Der ICE ist mein Zuhause geworden"

Über den Wunsch an deutsche Arbeitnehmer, doch bitte mobiler zu werden, kann Leonie Müller nur schmunzeln.  Sie lebt und arbeitet quasi in den Zügen der Deutschen Bahn. Auf den „New Work Sessions ORGATEC“* von XING wird die „Zugnomadin“ über ihre Erfahrungen berichten. Vorab stand sie XING Spielraum zum Videointerview zur Verfügung.

2015 tauschte Leonie Müller ihren Mietvertrag gegen eine BahnCard100 und reiste fortan damit quer durch Deutschland. Nach dem Bachelorstudium der Medienwissenschaft und der Soziologie an der Universität Tübingen absolviert sie seit Herbst 2017 den Masterstudiengang Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig. Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus dieser Zeit teilt sie in zahlreichen Vorträgen und in ihrem aktuellen Buch „Tausche Wohnung gegen BahnCard – Vom Versuch, nirgendwo zu wohnen und überall zu leben“ .

Dort erzählt sie, wie es ist, wenn alles, was man braucht, in einen 40-Liter-Rucksack passt. Sie fragt sich, was Heimat in unserer multilokal lebenden Gesellschaft eigentlich noch bedeutet. Wie fühlt es sich an, dauerhaft unterwegs zu sein? Wo ist eigentlich Zuhause? Warum hat der Begriff „Heimat“ eigentlich immer noch keinen Plural? Und wo ist der Ernst des Lebens so plötzlich hergekommen und wie schicken wir ihn wieder dahin zurück?

Unsere Kollegin Julia Nedoma hatte noch ein paar andere Fragen und traf Leonie Müller zum Videointerview – natürlich im ICE.


*Veranstaltungshinweis: Leonie Müller gehört zu den spannenden Referenten, die am 23. Oktober auf den New Work Sessions  von XING auf der Trendmesse ORGATEC in Köln auftreten werden. Lassen Sie sich von New Workern, Rebellen und Vordenkern – siehe Banner – inspirieren, die mit ihrem Engagement und ihren erfrischenden Denkweisen eingefahrene Muster durchbrechen und damit zum Nachdenken und Mitmachen anregen.

Mehr Informationen und Tickets für die New Work Sessions inklusive Besuch der ORGATEC erhalten Sie beim Klick auf das Banner:


9 Kommentare

Greta Andreas

26.09.2018

Interessante Kombination – tolle Persönlichkeiten und Stories dabei. Freuen uns sehr auf spannende Beiträge und Diskussionen!

Francesco Petrachi

28.09.2018

Ich finde es klasse einfach eine tolle Frau LG Francesco

Andreas

28.09.2018

Hmm … nach meiner Erfahrung funktioniert in ca. 50% der ICEs das WLAN nicht und in ca. 30% der ICEs funktioniert die Klimaanlage und das Bordbistro nicht. Dann die ganzen Verspätungen. Bahnfahren könnte so schön sein, ist es in D aber oft nicht.

Frank Nerlich

28.09.2018

Mich würde interessieren wie das von staatlicher Seite funktioniert: ohne Meldeadresse? Ich denke, dass wir in vielen Themen von Gesetzen und Regeln in die Sesshaftigkeit gezwungen werden. Eine postalische Anschrift für die Krankenkasse, ein zuständiges Finanzamt, Einwohnermeldeamt benötigt einen Wohnsitz zum Ausstellen eines Personalausweises oder Reisepasses, …

Waldheim

28.09.2018

Was hat jetzt der Arbeitgeber davon?
Einen größeren Pool an Arbeitnehmern aus denen er sich den/die Passende(n) aussuchen kann?
.
Was sind die Nachteile für das Unternehmen?
Kollegin nicht erreichbar, fährt gerade wieder durch nen Tunnel, nein, Internet hat sie auch gerade nicht. Lasst uns die Konferenz in 15 min weiterführen.

Frank

28.09.2018

Fragt Frau Müller doch nochmal, wenn Sie nicht mehr um die Mitte 20 ist, ihr Studium längst abgeschlossen und vllt. so das 35te oder 40te Lebensjahr vollendet hat.
Wohnen und Privatheit gehören – im übrigen zu den rechtlich auch abgesicherten – soziologisch und psychologisch definierten Grundbedürfnissen des Menschen, die wissenschaftliche Literatur dazu ist Legion. Und sowas wird implizit oder gar explizit mal eben versucht, mit journalistischem Anspruch vom Tisch zu wischen? Muss man sich da über das immer geringere Standing dieses Fachs in weiten Teilen der Öffentlichkeit noch wundern?

dissenter

29.09.2018

Was will uns dieser Bericht sagen? Dass wir in Zukunft nicht nur auf Familie verzichten sollen, sondern auch auf ein eigenes Heim? Die absolute und totale Mobilität der Arbeitnehmer? (…)

Marcus Riecker

02.10.2018

Klar, wird die Arbeitswelt mobiler und ortsunabhängiger und dennoch werden wir Berufe haben, in denen Home-Office nicht möglich sein wird. Aber so arbeitsplatz-zentriert wie wir die Arbeitswelt aus der Vergangenheit kennen, wird sie in Zukunft definitiv nicht sein. Ich bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt. Ich finde jeder Pionierin und jedem Pionier auf diesem Weg höchst spannend zuzuhören und sehr bereichernd, wenn sie oder er davon berichtet, wie New Work aussehen kann.

Martin

09.10.2018

Ist vielleicht mal ganz amüsant, aber mehr auch nicht. Der größte Teil der Bevölkerung ist immer noch örtlich gebunden, und das aus gutem Grund. Es wird vermutlich in Zukunft zwar die verschiedensten Lebensweisen geben, aber es kann daraus keine Empfehlung abgeleitet werden. Wie es im Beitrag so schön heißt: sich bewusst werden, was man wirklich möchte. Und dazu gehört oft eben doch ein fester Wohnsitz …