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Arbeit & Geld

So hoch sind die Gehälter in der Startup-Szene wirklich

Zahlen Startups ihren Mitarbeitern wirklich so viel weniger als große Unternehmen? Eine neue Studie von Gehalt.de und Gründerszene Karriere liefert Antworten.

Text: Lena Lammers

Die Klischeeliste über die Arbeit in Startups ist lang. Allen voran steht die angeblich niedrige Bezahlung. Oftmals sei es vielmehr die Leidenschaft für eine ganz bestimmte Idee, die die Geschäftsführer und Mitarbeiter antreibt. Umso wichtiger ist es dann, dass junge Unternehmen ein gewisses Gesamtpaket bieten können. Dazu gehören beispielsweise flexible Urlaubsregelungen, Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Mitarbeiterbenefits.

Doch wie sehen die Gehälter in der Startup-Szene tatsächlich aus? Und wie steht es um die Lohndiskrepanz zur Old Economy? Um nicht nur Eindrücke, sondern auch Fakten liefern zu können, hat Gründerszene Karriere in Kooperation mit Gehalt.de die Gehaltsstrukturen in Startups untersucht.

Wer hat mitgemacht?

Gründerszene Karriere und Gehalt.de haben im Zeitraum von einem Monat mehr als 1.600 Beschäftigte befragt, die Erhebung ist nicht repräsentativ. 63 Prozent der Angaben stammen von Männern, 37 Prozent von Frauen – sowohl Männer als auch Frauen waren im Durchschnitt 30 Jahre alt. 60 Prozent der Befragten verfügen über einen Hochschulabschluss, 32 Prozent haben eine Ausbildung abgeschlossen.

Laut der Auswertung haben 16 Prozent der Studienteilnehmer eine leitende Funktion. Das Durchschnittsalter dieser Gruppe liegt bei 32 Jahren. Diejenigen Befragten, die keine Führungsposition haben, sind im Schnitt 29 Jahre alt und demnach jünger als die Führungskräfte der Startup-Studie.

Die Branchen, in denen die meisten Befragten arbeiten, sind Online-Unternehmen in den Bereichen E-Commerce, IT-Systemhäuser, Medien & Presse, Softwareunternehmen, Unternehmensberatungen und Werbung & PR. Die Studienteilnehmer sind dort vor allem in den Abteilungen Marketing & PR, IT und Vertrieb angestellt.

Die Mehrheit der Befragten mit akademischem Hintergrund hat Wirtschaftswissenschaften (46 Prozent) studiert hat, gefolgt von Wirtschaftsinformatik mit 16 Prozent sowie Grafik und Design mit zehn Prozent der Stimmen.

Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de, erklärt dieses Ergebnis folgendermaßen: „Viele wichtige Funktionen in einem jungen Unternehmen können Wirtschaftswissenschaftler übernehmen – angefangen mit Finanzen bis hin zu Marketing und PR. Startups bieten aber auch vielen anderen Absolventinnen und Absolventen optimale Perspektiven für einen Quereinstieg.“

Das Wichtigste: Wie viel Geld gibt es?

Um die Gehälter in Startups richtig auswerten zu können, haben Gründerszene Karriere und Gehalt.de den Median, den Mittelwert sowie das erste und dritte Quartil statistisch aufbereitet. Der Median bildet genau den Mittelpunkt einer Skala, das heißt die Hälfte aller Angaben liegt über dem Median und die Hälfte darunter. Der Mittelwert ist der Durchschnittswert. Der Median ist in der Statistik genauer als der Durchschnitt, der üblicherweise durch Ausreißer verzerrt werden kann – beispielsweise durch ein extrem hohes oder niedriges Gehalt.

Die Quartile teilen sämtliche Angaben in vier gleich große Abschnitte. Das bedeutet, dass 25 Prozent der gemachten Angaben geringer als der Wert des ersten Quartils sind. Der Wert des dritten Quartils sagt aus, dass ein Viertel der Gehälter über diesem Wert liegen.

Die Auswertung zeigt nicht nur, was ein Sales-Mitarbeiter in einem jungen Unternehmen verdient, sondern auch, wie viel die CEOs in einem Jahr ausgezahlt bekommen. Zum Vergleich: Ein Geschäftsführer bekommt im Durchschnitt 57.401 Euro jährlich, ein Vertriebler im Innendienst 35.110 Euro.

Vor allem das Lohngefälle zu Industriefirmen wird deutlich, wenn man gleiche Positionen in Startups und denen in klassischen Unternehmen gegenüberstellt. Für die Studie haben Gründerszene Karriere und Gehalt.de 21.414 Gehaltsangaben von Angestellten in Konzernen zum Vergleich herangezogen. Fachkräfte verdienen in der klassischen Industrie durchschnittlich 57.491 Euro pro Jahr, in Startups sind es 40.978 Euro jährlich. Sowohl in der Old Economy als auch in der Startup-Szene sitzen Angestellte im Schnitt 39 Stunden pro Woche an ihrem Schreibtisch – in Startups liegt die tatsächlich geleistete Arbeitszeit mit 42 Stunden allerdings etwas höher. Auch bezüglich der Urlaubstage müssen Beschäftigte in Startups kürzer treten. Konzerne bieten ihren Angestellten rund zwei Tage mehr an.

Betrachtet man die Gehälter von Führungskräften, ist die Lohndiskrepanz noch deutlich gravierender. In der Industrie verdienen leitende Beschäftigte über alle Altersklassen hinweg im Durchschnitt 95.797 Euro pro Jahr, Führungskräfte in Startups verdienen hingegen jährlich mit 54.295 Euro fast 40.000 Euro weniger. Auch in Punkto Prämien ziehen Beschäftigte in Startups den Kürzeren. Während über 60 Prozent der Führungskräfte in der Industrie jährliche Prämien in Höhe von 11.944 Euro beziehen, können sich hingegen in Startups nur 19 Prozent der Beschäftigten über eine Prämie von 10.777 Euro jährlich freuen.

Zwar können sich Arbeitnehmer in Startup nicht gleich über sechsstellige Jahresgehälter freuen, dafür aber umso mehr von flexiblen Strukturen, flachen Hierarchien und inhaltlichen Freiheiten profitieren, die in der Old Economy sicherlich nicht zum Alltag gehören.

Die komplette Startup-Studie von Gründerszene Karriere und Gehalt.de findet sich hier zum Download.


Partner-Info: Dieser Artikel erschien zuerst im Karriere-Ressort von Gründerszene, dem führenden Onlinemagazin für die Digitalwirtschaft in Deutschland.  Hier gibt es Startup-Insights, Wissenswertes für Gründer und viele weitere Themen rund um die Karriere in der Digitalwirtschaft.

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