Experimentierräume

New Work in der Verwaltung: Echt amtlich, diese Experimente

Bei „Öffentlicher Verwaltung“ denken viele: schwerfällig, bürokratisch, hierarchisch. Doch auch immer mehr Behörden stellen sich die Frage: Wie können wir agiler werden? Wie sieht die Verwaltung der Zukunft aus? In Karlsruhe und Bremen probt man das derzeit mit zwei interessanten Modellen.

Beispiel 1: Stadtverwaltung Karlsruhe – Quervernetzte Verwaltung

Komplexe Entscheidungsprozesse in den Ämtern sollen transparenter und effektiver werden – keine leichte Aufgabe. Trotzdem hat sich die Stadt Karlsruhe ihrer angenommen und das Projekt „IQ – Einführung einer innovativen Querstruktur in der Stadtverwaltung“ initiiert. Das Ziel: effizientere Entscheidungswege sowie eine verbesserte Kommunikation nach innen und außen für zielgruppengerechte, schnelle und innovative Lösungen.

Die geplante Quervernetzung will Wege abkürzen. In gemeinsamen Workshops (s. Aufmacherbild) mit allen Ämtern und den Bürgermeistern der Stadt wurden sechs „Themenkorridore“ mit einigen Leitprojekten benannt. Künftig sollen die Projekte in fach- und hierarchieübergreifenden Arbeitsgruppen unter Einbindung betroffener Akteure aus der Stadtgesellschaft umgesetzt werden. Zudem engagiert sich die Verwaltung für eine abgestimmte Kommunikation nach innen und außen, um die Bürgerinnen und Bürger transparenter über ihre Projekte zu informieren und auch das Wir-Gefühl in der Stadt zu stärken. Nach innen soll die Kommunikation mehr Identifikation schaffen und damit motivierend wirken.

Wie es mit dem Projekt weitergeht, wie die Beschäftigten einbezogen werden und wie sich die Verantwortlichkeiten innerhalb der Verwaltung verändern, erfahren Sie im Unternehmensportrait auf der Plattform „Lern- und Experimentierräume“.

Beispiel 2: Freie Hansestadt Bremen – Innovationszirkel

Auch die Freie Hansestadt Bremen will ihre Mitarbeiter besser vernetzen und innovativer werden. Dafür setzt sie auf ihre jungen Verwaltungsmitarbeitenden aus den verschiedensten Ressorts. Sie kommen in regelmäßigen Arbeitstreffen zusammen und werden von externen Referentinnen und Referenten begleitet, die Impulse zum „Andersdenken“ liefern. Dieser sogenannte Innovationszirkel „Junge Verwaltung“ soll vor allem bereichsübergreifendes Arbeiten fördern und jungen Menschen eine Plattform zum Austauschen ihrer Ideen sowie Erarbeiten innovativer Lösungsansätze im Bereich „Arbeit 4.0“ bieten.

Kern des Arbeitsprozesses im Zirkel ist die Frage, wie sich eine „perfekte“ Organisation der Zukunft gestaltet, angesichts aktueller gesellschaftlicher Anforderungen an Verwaltung. Vier Themen werden dabei in Arbeitsgruppen vertieft bearbeitet. Darunter sind zum Beispiel die bessere virtuelle Vernetzung der Beschäftigten sowie die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort. Die Ergebnisse der Arbeitstreffen werden im Nachgang allen Beschäftigten der bremischen Verwaltung zugänglich gemacht. Zudem wird der Innovationszirkel von der Führungsebene und den Mitbestimmungsgremien begleitet. So wird sichergestellt, dass die erarbeiteten Vorschläge und Ergebnisse aus dem Innovationszirkel tatsächlich ihren Weg in den Gestaltungsprozess der Verwaltungsmodernisierung finden.

Wie das Projekt „Junge Verwaltung“ bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Bremen ankommt, können Sie im Unternehmensportrait auf der Plattform „Lern- und Experimentierräume“ nachlesen.

*KooperationsinfoMit dem Webportal www.experimentierraeume.de bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Plattform, auf der Unternehmen durch inspirierende Beispiele anderer dazu ermutigt werden sollen, neue Wege in Richtung Arbeitswelt der Zukunft zu gehen. In einer regelmäßigen Artikelreihe werden ausgesuchte Beispiele der Experimentierräume hier im XING Spielraum vorgestellt.


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