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Fünf typische Bürosätze - und was sie wirklich bedeuten

Schade, gerade unter Arbeitskollegen findet Kommunikation häufig nur in Floskeln statt. Oft werden damit auch die wahren Absichten und Meinungen verschleiert. Stefan Häseli*, Experte für Alltagskommunikation, erklärt, was wirklich hinter den kurzen Sätzen steckt. Und wie man es besser sagen könnte.

1. „Haben Sie mal kurz 2 Minuten Zeit?“

Mit dieser Aussage ist natürlich gemeint, dass es sich nur um ein kleines Anliegen handelt. Die Zeitangabe „2 Minuten“ stimmt dann aber meist überhaupt nicht. Oft dauert es 10-mal länger. Das kann geschehen, wenn sich der, der da etwas zu sagen hat, nicht ganz im Klaren darüber ist, was er wirklich will. Darum: Kurz selber überdenken, was ich vom anderen will und wie hoch der Zeitbedarf realistisch ist – und ihn dann aber auch korrekt kommunizieren.

2. „Wie geht’s dir?“

Mit dieser Aussage interessieren sich die wenigsten, wie es dem Gegenüber wirklich geht. Sie dient vielmehr dem Einstieg in einen Smalltalk oder zeugt von Unbeholfenheit, wie man ins Gespräch einsteigt. Wirkt daher gerne floskelhaft oder es kann – wenn der andere wirklich von sich erzählt, wie schlecht es ihm geht – wacker in die Hosen gehen. Darum: Überlegen Sie sich einmal bewusst, was Sie fragen könnten oder wie Sie in ein Gespräch am besten einsteigen – selbst, wenn dieses belanglos zu sein scheint. Warum nicht mit „schön, dich anzutreffen“?

3. „Ich bin dann mal in der Pause.“

Mit dieser Aussage wird grundsätzlich ja mal festgehalten, dass man weg ist. Aber was ist die Botschaft? Die restlichen 3 Ohren des 4-Ohren-Modell (Sachebene, Selbstaussage, Beziehungsaspekt, Apell) bleiben unbeantwortet. Will man sagen, dass man jetzt keine Telefonate entgegennehmen möchte? Oder dass einen jemand begleitet? Oder man ihn/sie in Ruhe lassen soll? Darum: Eine Begründung tut immer gut! Hängen Sie doch gleich an, was Ihre Aussage wirklich zu bedeuten hat.

4. „Das müssen Sie positiv sehen!“

So reden manchmal Chefs. Es gibt „eins auf den Deckel“, aber derjenige unter dem Deckel soll gefälligst die positiven Seiten sehen. Anordnen von Denken – gut gemeint, funktioniert aber nicht. Nur weil Sie als Chef so etwas sagen, ändert grad gar niemand das Denken. Das regt nicht an, sondern auf! Darum: Entweder als Bitte „versuchen Sie die positiven Seiten zu sehen“ oder als Frage „wo denken Sie, gibt es hier positive Seiten?“ formulieren.

5. „Ich habe doch auch nur zwei Hände!“

Eine Aussage, die nichts sagt, außer dass Sie wissen, wie viele Hände Sie haben. Und vielleicht gerne mehr hätten? Oder, dass Sie diese bereits voll haben? Meist ist ja damit gemeint, dass Sie dem Fragenden gerade nicht helfen können – warum auch immer. Darum: Sagen Sie doch einfach, dass Sie gerade keine freie Zeit haben, weil Sie in einem Kundeprojekt drin sind oder…, aber die neue Aufgabe gerne in einer Stunde/morgen u.a. erledigen.

*Autoreninfo: Stefan Häseli regt als internationaler Speaker dazu an, wirkungsvolle Kommunikation im Alltag mit Spaß zu erleben. Der 5-Sterne-Redner ist Autor zahlreicher Bücher und bekannt als Ratgeber in Radio- und TV-Sendungen. Für die Medien analysiert er regelmäßig aktuelle Ereignisse als ‚kommunikativer Beobachter’. Mehr unter www.stefan-haeseli.com


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