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Experimentierräume

Best Practice: Wenn Mitarbeiter zu Mitverantwortlichen werden

Bye-bye, starre Hierarchien und sture Top-down-Kommunikation: Wer seine Mitarbeiter mit mehr Freiheit, Mitbestimmung und auch mehr Verantwortung ausstattet, profitiert von deren stärkerem Engagement und Loyalität. Zwei aktuelle Beispiele aus deutschen Unternehmen zeigen, wie das geht.

Arbeitsabläufe, Mitarbeiterstrukturen und Unternehmenskultur sind im Wandel. Immer mehr Unternehmen setzen auf projektorientiertes agiles Arbeiten anstelle von standardisierten Abläufen und fördern so eine Individualisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In einer heterogenen Belegschaft mit interdisziplinären Teams müssen neue Formen der Zusammenarbeit und Mitarbeiterbeteiligung her. Wie diese aussehen und gelingen können, zeigen zwei ganz unterschiedliche Unternehmen – die Deutsche Bahn AG und die Stoll Gruppe GmbH.

Deutsche Bahn AG – MitbestimmungPLUS

Wo besteht konkreter Handlungsbedarf? Wie soll das Verhältnis der betrieblichen Sozialpartner zukünftig aussehen? Diese Fragen standen im Fokus der Mitarbeiterbefragung, die die Deutsche Bahn AG zu Beginn des Prozesses durchführte. Zudem waren alle Beschäftigten dazu aufgerufen, Ideen und Vorschläge für neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen einzureichen. Aus über 100 Einzelvorschlägen wählte eine Jury die besten Vorschläge aus und lud zehn Ideengeber zur Mitarbeit in die Arbeitsgruppe „MitbestimmungPLUS ein, um die Impulse dort weiterzuentwickeln. So entstanden Prototypen zur Mitbestimmung in den Themenclustern „Neue Mitbestimmungsformate“, „Rollenverständnis bei der Zusammenarbeit der Betriebsparteien“, „Direkte Beteiligung der Mitarbeiter und Individualisierung“ sowie „IT-gestützte Beteiligungsprozesse“.

Aktuell erprobt die Deutsche Bahn bereits einige dieser Prototypen in der betrieblichen Praxis. So führt sie zum Beispiel die klassische (frontale) Betriebsversammlung im Format einer Bürgerversammlung, dem sogenannten  „Town-Hall-Meeting“, durch. Ziel dieses Prototyps ist die Öffnung der Betriebsversammlung für neue Arbeitsformate und -inhalte, was den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine aktivere Partizipation ermöglicht und zugleich – durch das Aufgreifen aktueller Themen – den persönlichen Mehrwert steigert.

Welche Erfahrungen das Unternehmen mit der neuen Form der Mitbestimmung gemacht hat und vor welchen Herausforderungen es stand, erfahren Sie im Unternehmensportrait auf der Plattform „Lern- und Experimentierräume“.*

Stoll Gruppe – Integriertes Miteinander

Eine andere Herangehensweise wählte die Stoll Gruppe GmbH. Als Familienunternehmen mit acht Einzelgesellschaften ist Stoll in den Bereichen Industrie-Elektro-Installation, Anlagenbau sowie Energie- und Automatisierungstechnik tätig. Das Unternehmen erkannte, dass personelle Vielfalt und Interdisziplinarität Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit sich bringen und auch mal zu Konflikten führen können. Um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu ermöglichen, initiierte die Stoll Gruppe 2013 das sogenannte „integrierte Miteinander“.

Das zentrale Ziel: alle 200 Beschäftigten an der Ausrichtung der Unternehmensstrategie und -kultur zu beteiligen. Dies geschieht in einem halbjährlich ablaufenden Zyklus, der immer mit einem „integrierten Mitarbeiterseminar“ beginnt. Hierbei treffen sich alle Mitarbeitenden – egal welcher Position oder Hierarchieebene – in einem Raum und bekommen durch die Geschäftsführung die Strategie des nächsten Halbjahres vorgestellt. Im Anschluss tauschen sich die Beschäftigten in Teams von bis zu zehn Personen gleichberechtigt über die Unternehmensstrategie aus. In regelmäßigen Teamtreffen wird anschließend überlegt, welchen konkreten Beitrag die Teams und Mitarbeitenden zur Erreichung der Unternehmensziele leisten können.

Vor welchen Herausforderungen die Stoll Gruppe stand und wie es dem Familienunternehmen gelungen ist, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiver einzubeziehen, erfahren Sie ebenfalls im Unternehmensportrait auf der Plattform „Lern- und Experimentierräume“.

*KooperationsinfoMit dem Webportal www.experimentierraeume.de bietet das Bundesarbeitsministerium eine Plattform, auf der Unternehmen durch inspirierende Beispiele anderer dazu ermutigt werden sollen, neue Wege in Richtung Arbeitswelt der Zukunft zu gehen. In einer regelmäßigen Artikelreihe werden ausgesuchte Beispiele der Experimentierräume hier im XING Spielraum vorgestellt.


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