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Arbeit & Geld

Gibt es ein Recht auf Gehaltserhöhung?

Gleiche Firma, gleicher Job – aber der liebe Kollege geht mit viel mehr Geld nach Hause. Ist das fair? Oder gibt es für Arbeitnehmer ein generelles Recht auf Gehaltserhöhung?

Wenn der Kollege plötzlich unerklärlich gute Laune hat, bekommt er vielleicht eine Gehaltserhöhung. Doch was ist, wenn dieser Kollege ähnlich lange wie ich beim gleichen Arbeitgeber ist, mit dem gleichen Job? Bekomme ich dann automatisch auch mehr Geld?

Zunächst einmal nicht, sagt Barbara Reinhard, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Grundsätzlich ist es in Deutschland erlaubt, Arbeitnehmer unterschiedlich zu bezahlen – auch dann, wenn sie eine ähnliche Erfahrung haben und den gleichen Job machen. „Es kann ja einfach sein, dass jemand besser verhandelt hat oder von der Konkurrenz abgeworben wurde und deswegen teurer ist.“

Für dieses Grundprinzip gibt es aber Einschränkungen: Gilt im Unternehmen ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung, die ein Vergütungssystem vorschreibt, ist der Arbeitgeber auch daran gebunden. Das ist sogar der Fall, wenn es nicht ganz so formell zugeht. „Das gilt immer, wenn es irgendeine Form von kollektivem Bezugssystem gibt“, so Reinhard. Wenn die Entwicklung der Gehälter nach objektiven Kriterien abläuft, wenn es also zum Beispiel immer nach zwei Jahren eine Gehaltserhöhung gibt, kann der Arbeitgeber davon nicht einfach abweichen.

Und selbst ohne ein solches Prinzip ist die Welt der Gehälter kein rechtsfreier Raum, so Reinhard: „Es gilt immer das Diskriminierungsverbot – Alter, Geschlecht oder Hautfarbe etwa dürfen also nicht der Grund für Gehaltsunterschiede sein.“ Wer sich diskriminiert und deswegen ungerecht bezahlt fühlt, kann dafür entsprechende Indizien sammeln, zum Beispiel mit Hilfe des neuen Entgelttransparenzgesetzes. Gelingt das, muss der Arbeitgeber die Vorwürfe widerlegen – oder den Übergangenen ebenfalls mehr bezahlen.


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2 Kommentare

A. S.

25.04.2018

Wie ist es dann, wenn man eine aussertarifliche Zulage bekommt und die dann mit kommenden Tariferhöhungen entsprechend gekürzt wird. Grund dafür das angeblich im Vergleich deutlich höhere Gehalt und eben als Ausrede „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ genannt. Laut Vertrag möglich aber rechtlich erlaubt? Ist dies sozial vertretbar?

Heil

25.04.2018

Verdammt nochmal! Es gibt solche, die tatsächlich denken, es sei VERBOTEN über Gehalt mit den Kollegen zu reden.
Dabei wird ja doch und nur der Arbeitgeber froh! Die dummen Arbeitnehmer, Sie verlieren durch ihre Uneinigkeit.

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