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Arbeit & Recht

Mein Partner ist krank: Darf ich zu Hause bleiben?

Im eigenen Krankheitsfall können sich Arbeitnehmer freistellen lassen. Dürfen sie das aber auch, wenn der Partner gesundheitlich angeschlagen ist und eigentlich das Kind betreuen muss? Ein Fachanwalt klärt auf.

Wer sich nicht gut fühlt, kann sich krank melden. Ist das Kind krank, gibt es ebenfalls Regelungen. Doch was ist, wenn der Partner krank wird, der das Kind eigentlich betreut – und das deswegen nicht mehr kann. Muss ich dann trotzdem zur Arbeit gehen?

Erstmal schon, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. „Wenn mein Partner krank ist, muss ich weiter zur Arbeit kommen, eine andere rechtliche Regelung gibt es dafür nicht.“ In der Praxis kann das aber natürlich unmöglich sein. Wer Grippe hat, kann schließlich kein Kind betreuen. Und nicht jeder hat hilfsbereite Großeltern oder andere Verwandte auf Abruf parat.

Arbeitnehmern bleibt deshalb nur, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen. „In der Regel findet sich da individuell eine Lösung„, sagt Markowski. So können Berufstätige zum Beispiel Urlaub nehmen, auf einem Zeitkonto gesammelte Überstunden abbummeln oder spontan ein paar Tage im Homeoffice arbeiten.

Bei längeren und schwereren Erkrankungen gibt es zudem die Möglichkeit, über die Krankenkasse eine Haushaltshilfe zu beantragen. Dafür gibt es aber Voraussetzungen, so Markowski: Erstens muss im Haushalt mindestens ein Kind leben, das nicht älter als zwölf ist. Und zweitens darf es niemand anderes im Haushalt geben, der die Arbeit übernehmen kann. Arbeitnehmer müssen also in der Regel erst andere Möglichkeiten ausschöpfen, bevor eine Haushaltshilfe genehmigt wird. Den Jahresurlaub aufbrauchen müssen sie dafür aber eher nicht.


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1 Kommentare

Strüven

21.03.2018

Bei Selbständigen gibt es dieses „Kinderkrank“ nicht.
Bzw. ist es nicht anwendbar da :
Sie per Gesetz frühestens ab der 3. Woche (und auch nur gegen Zuzahlung) mit Lohnfortzahlung von der Kasse versichert sind. Normal ist erst ab der 7. Woche!
Das heißt ich selber bekomme keine Lohnfortzahlung, wenn ich wegen meinem kranken Kind zu Hause bleiben muss. Des Weiteren gibt es dieses „kinderkrank“ nur für max 10 Tage pro Kind unter 12 Jahren.
Darum kann ich nie meine Kinder zu Hause betreuen können, wenn diese krank sind. Statt dessen darf ich aber die mir zustehenden Tage auf meine Ehefrau übertragen, die auch je 10 Tage pro Kind hat und dann dementsprechend bis zu (bei zwei Kindern) 40 Tage „Kinderkrank“ bekommen kann.
Ganz Klasse für Ihren Arbeitgeber, da dessen Mitarbeiterin noch mehr/öfter ausfallen kann, als normalerweise statistisch üblich.
Ganz Klasse für mich, da ich als Mann/Vater und Selbständiger diskriminiert werde.
Ganz Klasse für meine Frau, da diese wieder in Ihre klassische Rolle Hausfrau Mutter zu Hause Kinder hüten gedrängt wird. Da kann man noch so sehr für Gleichberechtigung sein.

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