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Richard David Precht: "Die Politik schließt die Augen und hofft, dass es gut geht"

Deutschland wird sich durch die Digitalisierung und Automation weitaus stärker verändern, als viele in Politik und Wirtschaft das wahrhaben wollen, kritisiert Richard David Precht. Im Interview mit XING Spielraum plädiert der bekannteste Philosoph des Landes deshalb für einen fundamentalen Umbau der Arbeitswelt, das bedingungslose Grundeinkommen und radikale Änderungen des Sozialstaats.

Von Ralf Klassen

XING Spielraum: Henry Ford, auch ein großer Philosoph der Arbeit, hat einmal gesagt: „Keine Arbeit ist so schwer wie das Denken.“ In diesem Sinne sind Sie doch ein Schwerstarbeiter. Oder als was empfinden Sie Ihre Tätigkeit als Philosoph?

Richard David Precht: Ich empfinde meine Tätigkeit nicht als Schwerstarbeit. Ich habe sehr viel Respekt vor Menschen, die harter, körperlicher Arbeit nachgehen oder die gezwungen sind, relativ stupide Arbeit den ganzen Tag zu machen – das empfinde ich viel eher als Schwerstarbeit, als so einen luxuriösen Beruf auszuüben wie meinen.

Richard David Precht in Paris

Philosoph Precht: „Selbstverwirklichung und Arbeit passen heute nicht mehr so gut zusammen.“ (@Foto: By Ji-Elle, CC BY-SA 4.0)

Könnten Sie sich vorstellen, eine Arbeit zu machen, mit der Sie gar nichts verbindet? Des reinen Geldverdienstes wegen?

Precht: Ich habe das in meinem Leben bisher eigentlich immer gut vermeiden können – und kann es mir deswegen auch nicht so gut vorstellen, das zu tun. Und ich hoffe, dass auch in Zukunft immer weniger Menschen einer Arbeit nachgehen müssen, die sie überhaupt nicht mögen, und die gar nichts mit ihnen zu tun hat.

Noch vor wenigen Jahren, bei vielen Menschen auch noch bis heute, galt und gilt es als erstrebenswert, Arbeit und Leben zu verschmelzen, in seiner Arbeit aufzugehen. Nun aber achten immer mehr Menschen auf eine bessere Work-Life-Balance, eine deutliche Reduzierung der Wochenarbeitszeit ist nach Jahrzehnten wieder auf der Agenda. Was ist da passiert?

Precht: Ich glaube, dass es heute so viele Möglichkeiten gibt, auch jenseits der Erwerbsarbeit ein erfülltes Leben zu führen, dass der Stellenwert, den die Erwerbsarbeit für den Menschen hat, geringer geworden ist. Nun muss man ja aber auch sagen, dass der Anspruch, dass die Arbeit zur Selbsterfüllung dient, ein sehr neuer Anspruch ist. Das galt ja bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überhaupt nicht. Mittlerweile aber ist der Individualismus so weit vorangeschritten, dass es nicht mehr allzu viele Tätigkeiten gibt, die die Menschen dann so erfüllen, dass sie sie unbedingt ein Leben lang machen wollen. Es gibt solche Arbeit, aber eben auch viele Arbeiten, wo das nicht so ist.

Also hat die Phase dieses „Ich definiere mich über die Arbeit“ doch nicht so lange angedauert.

Precht: Menschheitsgeschichtlich ist es eine ganz kurze Phase. Unser Arbeitsbegriff, den wir haben, der ist vielleicht 250 Jahre alt. Ich erzähle ja immer gerne, dass die alten Griechen nicht gearbeitet haben – also jedenfalls nicht die feinen griechischen Männer. Die haben sich dadurch geadelt und definiert, dass sie nicht gearbeitet haben. Wer gearbeitet hat, war nichts wert. Gearbeitet haben die Frauen, die Sklaven und die Ausländer.

Aber obwohl die Definition des eigenen Wertes über Arbeit immer mehr abnimmt, wird so viel über Arbeit, New Work usw. gesprochen und geschrieben, wie noch nie. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Precht: Ich glaube, das liegt an einem historischen Umbruch. Selbstverwirklichung und Arbeit passen heute nicht mehr so gut zusammen. Es gab nur eine ganz kurze Phase, wo das so halbwegs gepasst hat und das geht jetzt auseinander, als Vorboten des Umbruchs in eine Gesellschaft hinein, in der die Erwerbsarbeit weniger wird.

Und das zeichnet sich jetzt schon ab, dadurch, dass die Menschen sehr hohe Ansprüche an ihre Individualität haben, auch sehr hohe Ansprüche an die Arbeit – sodass es auch viele Jobs gibt, die den Ansprüchen nicht mehr genügt. Und genau diese Art von Arbeit wird in Zukunft von immer weniger Menschen geleistet. Insofern passen die Mentalität der Menschen auf der einen Seite und die historische Entwicklung, hin zu mehr Automation, sehr gut zusammen.

Das ist dann aber bei vielen Menschen eher ein unbewusstes Gefühl…

Precht: Eine Ahnung. Ein Beispiel: Einige Jahre, bevor das selbstfahrende Auto kommt, hat es bei der jungen Generation die Bedeutung als Statussymbol bereits verloren. Da haben Sie im Grunde das Gleiche: Da liegt eine Veränderung in der Luft, die gleichzeitig durch die Automation bestätigt und verstärkt wird.

Und diese Vorahnungen erklären auch die geminderte Bedeutung von Arbeit im Leben der Menschen? Weil die Menschen die Folgen von Digitalisierung schon „vorfühlen“?

Precht: Ja, ich glaube, dass das Freiheitsempfinden vieler junger Menschen nicht mehr zusammenpasst mit dem klassischen Arbeitsethos. Wenn man als Kind mit zwei, drei Jahren schon immer gefragt wird, ob man lieber Schokoladenbrei oder Bananenbrei möchte und sich immer alles aussuchen kann… und dann soll man im Erwachsenenalter irgendwann eine Tätigkeit aussuchen, die man sich nicht frei wählen kann, in der man auch keinerlei Freiheiten hat, die zum Teil sehr langweilig ist – dann sind immer weniger Menschen bereit, diese Arbeit in Zukunft zu machen, weil sie sehr hohe Ansprüche an ihr Leben haben. Und weil sie – anders als die Generation ihrer Eltern und Großeltern – nie den Satz gehört haben: „Das Leben ist kein Wunschkonzert“.

„Zu glauben, dass durch die Digitalisierung genauso viele neue Jobs entstehen wie wegfallen, ist falsch“

Sie formulieren das so neutral: Fällt Ihr Urteil über diese junge Generation positiv oder negativ aus? Es gibt ja das Schlagwort von der „Verwöhnten Generation“ oder auch die Erklärung, dass die Möglichkeiten der neuen Arbeitswelt die Menschen so formen.

Precht: Ich bin bei der zweiten Antwort. Sehen Sie mal: Zu Beginn der Industriellen Revolution haben die Menschen 80 Stunden pro Woche gearbeitet, das war vollkommen normal. Schon als die Arbeitszeit dann immer weniger wurde, haben viele Ältere darüber geklagt, wie faul denn die Jüngeren auf einmal seien. Wenn Sie 1850 erzählt hätten, es gibt eine 37-Stunden-Woche, oder Sie könnten als Metallarbeiter einen 28-Stunden-Job realisieren, dann wären Sie als Quatschkopf abgetan worden. Heute ist das aber relativ normal. Und so wird es in Zukunft normal sein, dass viele Menschen noch weniger arbeiten.

Pflegeroboter "roreas"

Pflegeroboter „roreas“: „Wir werden auf jeden Fall eine große Arbeitslosigkeit kriegen“

Sie halten die Prognose vieler Experten, dass die Digitalisierung einen Abbau von Millionen von Arbeitsplätzen auslösen wird, also für realistisch? Und wenn ja, wäre das für Sie ein Schreckgespenst oder eine positive Vision?

Precht: Ich halte das in der Tat für realistisch. Die Vorstellung zu glauben, dass durch die Digitalisierung genauso viele neue Jobs entstehen wie wegfallen, ist falsch und leichtsinnig. Es werden neue Jobs entstehen, aber es ist ja klar, dass diese Jobs nicht oder nur selten von denen gemacht werden können, deren alte verloren gehen. Wenn der Busfahrer in zehn Jahren seine Arbeit verliert, dann kann der nicht anschließend Designer für Virtual Reality werden, oder Big Data Analyst.

Wir werden also auf jeden Fall eine große Arbeitslosigkeit kriegen, mit der starken Tendenz, dass die Erwerbsarbeit immer weniger wird. Das ist, menschheitsgeschichtlich betrachtet, eine positive Entwicklung, denn Mitte des 19.Jahrhunderts haben die Menschen davon geträumt, dass die Maschinen ihnen alle Arbeit abnehmen werden. Aber es ist natürlich für die Betroffenen, die dann im Alter von 50 Jahren ihren Job verlieren und quasi in Frührente geschickt werden – ohne Pläne für ihre Zukunft und auch kein ausreichendes Geld in der Tasche – für die ist das ein Problem.

Philosophisch finde ich diese Entwicklung also gut, aber psychologisch sehe ich, welche Probleme auf eine große Menschengruppe zukommen und damit auf die Gesellschaft insgesamt.

Was können Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Politik tun, um auf diese fundamentale, gesellschaftliche Umwälzung bestmöglich vorbereitet zu sein?

Precht: Vor genau dieser Umwälzung hat die Politik Angst, schließt die Augen und hofft, dass es gut geht. Dass dieses prognostizierte Szenario mit vielen Millionen Arbeitslosen nicht eintrifft. Und es gibt ja auch ein paar Ökonomen, z.B. Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft oder Ulrich Grillo vom Bundesverband der deutschen Industrie, die bestreiten einfach, dass die Arbeitslosigkeit kommt. Für mich ist das ein Kopf in den Sand stecken, weil man die Menschen nicht irritieren will.

Stattdessen wäre es wichtig, die ersten Schritte zu tun. Und der allererste Schritt wäre es, den Menschen, die in Zukunft keiner Erwerbsarbeit nachgehen können, ausreichend Geld zu geben – ein Hartz-4-Satz reicht nicht aus.

Sie gelten – auch angesichts der erwähnten Prognosen – als überzeugter Verfechter des Bedingungslosen Grundeinkommens.

Precht: Ja, ich bin für ein Grundeinkommen, in einer Höhe von mindestens 1500 Euro. Das kann zwar in Zukunft nicht mehr über Erwerbsarbeit finanziert werden – aber, ehrlich gesagt, kann auch unser normales Sozialsystem nicht mehr über Erwerbsarbeit finanziert werden, wenn Millionen Menschen ihren Job verlieren. Dann müssen immer weniger Leute Steuern und Abgaben zahlen dafür, dass immer mehr Leute nicht mehr arbeiten. Dieses System geht kaputt.

Von der BGE-Idee kursieren ja sehr unterschiedliche Varianten. Stellen Sie doch bitte mal Ihre vor.

Precht: Wenn man vor Augen hat, dass unser Sozialsystem ganz natürlich kaputtgeht, dann muss man es reparieren oder etwas anderes machen – und das BGE wäre eine gute Möglichkeit, wenn man es nicht über Erwerbsarbeit finanziert, sondern durch Mikrosteuern, z.B. wenn man die Finanztransaktionen besteuert. Für die Schweiz etwa würden 0,05 Prozent Steuer auf Finanztransaktionen ausreichen, um ein Grundeinkommen auszuzahlen. Ich weiß nicht, wie hoch genau der Betrag für Deutschland wäre, vielleicht in einem Bereich von 0,3 bis 0,4 Prozent. Wenn also auf allen Zahlungsverkehr 0,4 Prozent Steuern erhoben würde, dann können Sie in Deutschland wahrscheinlich ein Grundeinkommen bezahlen.

Aber das Grundeinkommen allein würde das Problem nicht lösen. Es hätten dann sehr viele arbeitslose Menschen mit 1500 Euro mehr als jetzt. Aber Sie würden sich möglicherweise dann völlig nutzlos fühlen und der Politik dann die Schuld an ihrer Misere geben, radikal wählen, usw.

Was sollen diese Leute stattdessen machen? Zum Philosophen ist ja nicht jeder geboren.

„Dass die Arbeit unserem Leben Sinn und  Halt gibt,  ist nur eine kulturelle Prägung“

Precht: Man müsste das Grundeinkommen flankieren mit einem Bildungssystem für die Menschen. Ein System, dass die intrinsische Motivation, also die Motivation aus sich heraus, in den Mittelpunkt stellt. Die Neugierde kultiviert, den Unternehmungsgeist, die Kreativität – damit die Menschen, die vielleicht mal längere Zeit von einem Grundeinkommen leben müssen, nicht zu vergessenen Almosenempfängern werden, sondern dass das weiterhin Leute sind, die Ideen generieren, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen – ganz ungeachtet der Frage, ob das mal zu Erwerbsarbeit führen wird oder nicht.

Und auf diese Revolution der Arbeitswelt, dass sich die Menschen nicht mehr primär über Erwerbsarbeit definieren, können Sie die Leute nur vorbereiten, indem sie die Menschen einerseits absichern und auf der anderen Seite befähigen. Und das leistet unser Bildungssystem derzeit nicht wirklich.

Viele Firmnechefs sind zu alt, tun sich aber schwer mit dem Rückzug aus dem Geschäft.

Älterer Arbeiternehmer: „Wir brauchen ein soziales Pflichtjahr für jeden, der ins Rentenalter eintritt“ (©Foto: Martin Barraud / Getty Images)

Für viele Menschen ist die Arbeit aber nicht nur Pflicht, sondern auch Halt und Sinn und Bestätigung des Selbstwertgefühls.

Precht: Das ist unsere klassische Definition der letzten 250 Jahre – für die alten Griechen war es das nicht. Und auch nicht für das Mittelalter. Und bei den Massai-Kriegern und den Regenwald-Bewohnern auch heute nicht. Das ist eine kulturelle Prägung. Dann müsste ja der Königssohn, der Zeit seines Lebens nicht für Geld arbeitet, suizidgefährdet sein. Oder die Ehefrauen reicher Männer, die den ganzen Tag shoppen gehen. Ich glaube nicht, dass die sich alle schlecht fühlen.

Aber nur shoppen zu gehen, ist ja für viele Menschen auch nicht unbedingt eine erstrebenswerte Vision…

Precht: Das sehe ich ja genauso wie Sie. Aber ich will nur darauf hinaus, dass nicht alle Menschen sich wertlos fühlen, nur weil sie keine Erwerbsarbeit haben. Sobald man ausreichend Geld in der Tasche hat, ist das schon mal alles nicht ganz so schlimm.

Der US-Soziologie Jeremy Rifkin plädiert dafür, dass die Energie und Zeit, die man durch den Wegfall von Erwerbstätigkeit erlangt, im Sinne der Gesellschaft, auch für soziale Taten, eingesetzt werden sollten.

Precht: Das sehe ich genauso, nur können wir Menschen dazu nur sehr eingeschränkt zwingen. Ich würde als „Schubser“ Folgendes machen: Ich würde, nachdem wir nun die Wehrpflicht ausgesetzt haben, ein soziales Jahr für jeden Schulabgänger verpflichtend machen – und für jeden, der ins Rentenalter eintritt. Also zwei soziale Pflichtjahre einführen.

Davon verspreche ich mir unter anderem, dass Menschen, die 65 sind und normalerweise nie auf die Idee kämen, Kinder im Krankenhaus vorzulesen oder Betreuung im Sportverein oder der Flüchtlingshilfe zu übernehmen, von diesem Jahr so angefixt werden, dass Sie eventuell dabeibleiben. Also die Menschen nicht nur durch das Grundeinkommen besser unterstützen, sondern sie auch in die Pflicht nehmen, durch diese zwei Jahre sozialer Dienst.

Okay, aber noch einmal zurück: Was macht der 58 Jahre alte Busfahrer, der durch den selbstfahrenden Bus seinen Job verloren hat?

„Mit der Massenarbeitslosigkeit wird das möglich sein, was heute ausgeschlossen scheint“

Precht: Der geht etwas früher in Rente. Ich weiß auch nicht, ob Busfahren so erfüllend ist, vielleicht für manche Leute, aber für ganz viele auch nicht. Die sind froh, ein paar Jahre früher aufzuhören, der Lokomotivführer arbeitet selten bis 58 und der Pilot bislang auch nicht wesentlich länger. Aber natürlich wird die Automation und Digitalisierung diese Generation, nicht nur die Bus- oder Taxifahrer, sondern auch ganz viele Menschen, die zum Beispiel bei Banken und Versicherung arbeiten, besonders hart treffen. Letztere sind sogar die erste Welle, die Fahrberufe oder viele Jobs in der deutschen Automobilindustrie etwa kommen ja „erst“ in vielleicht zehn Jahren.

Aber den 54-jährigen Bankangestellten, der hinterm Schalter steht, den braucht die Bank schon heute nicht mehr. Manche von denen finden das prima, die kümmern sich um ihren Garten oder ziehen nach Gran Canaria, andere wissen nichts mit ihrem Leben anzufangen, okay. Doch diese betroffene Generation, die wächst sich aus. Wichtig ist, dass junge Menschen nachkommen, mit einer anderen Mentalität.

Aber dieser Mentalitätswechsel, den man ja schon bei den jüngeren Generationen feststellen kann, trifft derzeit auf eine Wirtschaft, die nach klassischen Maßstäben so gut funktioniert wie kaum jemals zu vor: mit nahezu Vollbeschäftigung, Export- und IFO-Index-Rekorden. Sie sprechen ja auch viel mit Unternehmenslenkern und Politikern. Verstehen die die Notwendigkeit, unser System so radikal zu ändern?

Precht: Einige ja, es gibt ja in der deutschen Wirtschaft CEOs, die für das Bedingungslose Grundeinkommen sind, nicht die Mehrheit, aber einige. Das geringste Verständnis gibt es in der Politik – interessanterweise parteiübergreifend. Das BGE hat mittlerweile in der deutschen Bevölkerung ein besseres Standing als in der Politik.

Aber kommen wird das Grundeinkommen, ganz egal wer Deutschland regiert, spätestens dann, wenn wir zwei bis drei Millionen mehr Arbeitslose haben. Dann wird auf einmal alles möglich sein, was heute noch so ausgeschlossen scheint. Dann leben wir in einem anderen Land. Und das, was wir heute haben, diesen Angststillstand, diese Politik, die keinen verschrecken und wehtun will, die hat dann ein jähes Ende.

Die Menschen werden dann Lösungen erwarten und zwar Lösungen, die sich deutlich von den alten unterscheiden. Auch die Bereitschaft der Menschen für Neues wird wachsen und die Politik würde dann mit radikalen Reformen auch kein so großes Risiko mehr bei Wählern und Lobbygruppen eingehen wie heute. Das bewegt hoffentlich einiges.

Sie werden die Haupt-Keynote auf der NWX von XING am 6.März in Hamburg halten. Auf wen und was freuen Sie sich bei Ihrem Besuch am meisten?

Precht: Das erspüre ich eigentlich immer erst, wenn ich da bin. Da bekomme ich ein realistisches Gefühl für das Publikum, die Erwartungshaltung. Mich interessiert vor allem auch die Stimmung der Menschen, ich nehme von solchen Veranstaltungen ja immer auch sehr viel Neues für mich mit.

Und dann geht Ihre Arbeit, das Denken, ja erst richtig weiter.

Precht: Ich habe nicht vor, in absehbarer Zeit damit aufzuhören.

Herr Precht, wir danken Ihnen sehr für dieses Gespräch.


Zur Person: Richard David Precht ist Philosoph, Publizist, Autor und einer der bekanntesten Intellektuellen Deutschlands.  Mit seinen Büchern wie „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?„, regelmäßigen TV-Auftritten und publizierten Debattenbeiträgen zu großen Themen der Zeit erreichte der 53-Jährige in den vergangenen Jahren ein Millionenpublikum und avancierte zum „Popstar unter den Philosophen“ (FAZ). Precht, der ein gefragter Gesprächspartner auch in Politik- und Wirtschaftskreisen ist, wird die Eröffnungskeynote auf der „New Work Experience“, der größten deutschsprachigen Konferenz zur Zukunft der Arbeit, veranstaltet von XING am 6.März in Hamburg, halten.

34 Kommentare

Andrea Schaeffer

05.03.2018

ich folge Herrn Precht in allen Punkten, unterstütze das BGE seit ein paar Jahren mit einer monatlichen Spende – auch unter anderem, weil ich mit 58 noch eine Zusatzausbildung gemacht habe und trotzdem keinen ‚Erwerbsjob‘ mehr in Deutschland bekomme.
Gerne würde ich mich ehrenamtlich betätigen, wenn ich nicht gezwungen wäre auch noch Geld zu verdienen, da man ja nicht weiß, wielange amn am Leben bleibt….

Momo

06.03.2018

Die Politik schliesst die Augen nicht, sondern sie weiß nicht weiter …

Gast78654676

06.03.2018

Es ist menschlich, Fehler zu machen.
Auch bei der Arbeit.
Wir leben in einer Welt, wo Quantität über Qualität geht.
Das heisst, das das einhalten von Terminen wichtiger ist, als das, was am Ende abgegeben wird.
Dadurch werden DInge und Systeme nicht besser, sondern schlechter.
Eine vollautomatisierte KI unterstützte Fahrzeugflotte, die auf unseren Straßen umherfährt?
Ich zweifle das das alles so reibungslos abläuft. Wer sagt mir, das das Auto auch dort ankommt wo es hinsoll, ohne Fehler zu machen?
Ich denke, mit dem Nachlassen der Qualität wird gerade in der digitalen Welt sehr vieles störanfälliger sein, weil man den Fehler nicht einfach mal weg machen kann als Otto Normalo.

Katharina Rosch

06.03.2018

Vielen Dank lieber Richard David Precht,
viele dieser Denkansätze sind so wichtig. Und noch viel wichtiger ist der öffentliche Diskurs darum. Unsere zukünftige Regierung hat von all diesen Ansätzen doch sehr wenig im Koalitionsprogramm. Und so werden weiter wertvolle Jahre verstreichen, in denen wir bereits unsere Zukunft ausrichten und die Weichen stellen könnten.

Karin Etemadian

06.03.2018

Herr Precht spricht mir aus der Seele! Genau diese Gedanken habe ich seit langer Zeit.
Der Fortschritt vernichtet Unmengen an Arbeitsstellen. Nicht jeder hat dann intellektuell die Möglichkeit, sich umzuorientieren. Nicht jeder hat den entsprechenden IQ, auch nicht die kommende Generation. Was soll aus diesen Menschen werden?
Die Politik verschließt aber trotzdem die Augen und suggeriert ständig „Mehr Wohlstand für jeden“.
Wo bitte schön ist Wohlstand ohne BGE. Klar, die Politiker haben gut Reden, erhöhen sich mehrmals im Jahr die Diäten und kassieren am Ende ihrer Laufbahn eine fette Rente, ohne tatsächlich ihre Aufgabe erfüllt zu haben.

Einfach grandios Herr Precht! Ich muss mir unbedingt einige Ihrer Bücher kaufen.

Roland Golla

06.03.2018

Wenn man Spaß bei der Arbeit hat und diese gut macht, dann wird man die auch an den Mann bringen und dafür bezahlt werden. Es gibt auch deutlich mehr Möglichkeiten – Stichpunkt 4 Stunden Startups – um sich zu verwirklichen.

In Deutschland gehen Veränderungen nicht so schnell. Und das ist nicht nur die Politik, die hier in der Verantwortung ist. Es stellen sich ja auch seit Jahren alle Leute zwischen 8 und 9 Uhr in den Stau. Und wenn die nicht mit Plaketten, oder sonstigen, dazu gezwungen werden mal zu zweit in die gleiche Stadt zu fahren, dann stellen sich da nur noch mehr Autos hin. Es gibt sicher eine Tonne APPs für Pendler und auch schwarze Bretter, auf denen man ganz analog Lösungen finden könnte.

Bedrohlicher ist doch, daß wir kein eigenes Social Media haben. Und auch das die Qualität unseren Webdesigns so arge Probleme hat. Es ist ein weltweiter Markt und Wettlauf. Und natürlich genau mein Thema. Ich setze mich ja ein für Software-Qualität und soziale Projekte.
https://youtu.be/CCJ3KFWJJiA

Danke für den Artikel. Das Thema ist gut.

Petra Peterse

06.03.2018

Bitte, liebe neue Regierung…. Nehmen Sie die Ratschläge des Herrn Precht ernst und an, und nutzen Sie dieses wertvolle Wissen im Zuge der Digitalisierung, die ja nun so rasant vorangetrieben wird! Es könnte mit den Lösungsvorschlägen von Herrn Precht diese Angst- und Handluns-Starre durchbrochen werden. Somit könnten gute Bildungschancen entstehen, die Kreativität würde gefördert und durch Vorschläge wie 2 soziale Jahre würde sogar Empathie für unser Zusammenleben zwischen Alt/Jung, Kranke, Integrierte geweckt werden. Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte die Kriminalitätsrate senken.
Durch die Besteuerung aller Geldtransaktionen ist dies absolut realisierbar. Realistischer als weiterhin die Einkommen zu besteuern, weil doch das Einkommen durch wegfallende Erwerbstätigkeiten weniger wird! Diese Schritte führen auch zu neuem Bewusstsein…
der Menschen untereinander und gegenüber der Umwelt/den Tieren! Alles in Allem stellen diese Vorschläge nicht nur eine Vision dar, sondern durchaus realistisch durchführbare Pläne. WACHEN SIE AUF und holen Sie Ihre Köpfe aus dem Sand, liebe regierende Parteien! Ich bin dankbar für diese wertvollen philosophischen Sichtweisen des Herrn Precht. Schade, dass er keine Partei gründen kann…Es wäre unserer Politik sehr damit geholfen. Wir brauchen ja aber die Precht’sche Sichtweisen von „Außen“… weiterhin als Denk-Anstoß für mögliche Lösungen. Insofern DANKE, Herr Precht, für Ihre zahlreichen Ideen zur Verbesserung der Welt und Ihr unermüdliches Engagement, diese kundzutun! Denkarbeit ist keineswegs „nur luxuriös“… Sie zieht viel Arbeit nach sich, in Form des Verschriftlichens, Reisen, Interviews usw.
Ich bin froh, in Zeiten solch großer Umbrüche, große zeitgenössische Denker an der Seite unsere Gesellschaft zu wissen, die mit ihren Visionen die Motivation für Lösungen anstoßen.

oesjula

06.03.2018

Würden nicht – sobald das BGE verwirklicht würde – sprunghaft die Lebenshaltungskosten ansteigen, um diese z.B. 1500€ abzuschöpfen?? Kann man sowas verhindern??

Andres Meier

06.03.2018

Es ist sinnvoll, dass sich parteiübergreifend alle sich eine Scheibe Kreativität und Bildung beim verehrten Herrn Richard D. Precht abschneiden, bevor wir in negative Szenarien a la Almosenempfänger mit psychischen Problemen fallen. Die Würde jedes einzelnen Menschen sollte in den Mittelpunkt als gemeinsames, gerückt werden, sodass es zu einer weniger problematischen Änderung unser aller Leben kommt. Wir dürfen nicht länger Profit auf Verlierer im System aufbauen wie bisher, sondern Modelle entwickeln wo Win-Win völlig verständlich ist und bleibt, kooperative Arbeits- und Lebensweise anstatt Konkurrenz denken mit realen Verlierern, so sozial und technologisch weiterentwickelt sind wir bereits, man muss es nur noch wollen und Menschen wie R. D. Precht geben mir Hoffnung so eine schöne Wendung Real werden zu lassen, ein Teil dessen zu sein und es zu Leben. Vielen Dank :)

Heiko Stüber

06.03.2018

Was soll ich sagen, dass wissen wir schon länger. Ich behaupte die Politik hat schlichtweg Angst und sitzt daher gern wichtige Entscheidungen aus. Desweiteren haben die Damen und Herren ein natürliches Verlangen danach, ihren Arbeitsplatz zu behalten.
Ich bin seit Jahren in dem Bereich des bedingungslosen Grundeinkommens aktiv und habe anhand des Sozialbudgets von 2017 berechnet, dass es in einer gewissen Form sogar günstiger ist, als das derzeitige Sozialsystem. Wer mag kann gern mal nach „19191789-deutsche-verdienen-weniger-als-3000-euro“ googlen.

Ich finde es wunderbar, dass Herr Precht bei diesem Thema anscheinend so entspannt sein kann und das er es perfekt thematisiert. Auch finde ich den Ansatz der Finanzierung sehr interessant.

Heike Riedel

06.03.2018

Ein sehr guter Beitrag. Vielen Dank!

beccon

06.03.2018

Schon jetzt sind die Nettosteuerzahler brutal in der Minderheit – und wer in einer ungewichteten Demokratie in die Minderheit gerät. hat verloren. Warum sollte ich mich noch zur Decke strecken, wenn ich es ohne genauso gut haben kann (was immer dann „gut“ ist)

Aber halt: 6-8 Monate Frondienst im Jahr für Müßiggänger reicht noch nicht – sie plädieren auch noch für „Pflichtjahre“. Na toll – das ist eine Mustervorlage für eine Diktatur nordkoreanischen Ausmaßes…

Arbeit heißt, etwas wertvolles zu produzieren – egal was – wofür andere Menschen *freiwillig* eine Gegenleistung erbringen.
Leider sind es immer wieder Intellektuelle – von denen die Mehrheit mit den Zwangsgebühren fleißiger Menschen alimentiert werden, die mit derartigen Ideen kommen und ganze Landstriche ins Chaos stürzen.

Ingrid Teschke

06.03.2018

Danke ,Herr Richard David Precht
Ihre Gedanken geben Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft

Mr fitts

06.03.2018

@Momo: Ich glaube was er meint ist, dass die Mehrheit der Politiker wüsste was zu tun wäre -denn an umsetzbaren Vorschlägen mangelt es ja nicht- aber sich nicht mit der Arbeitslobby anlegen will. Im Grunde dasselbe wie damals bei der Energiewende, den Leuten zu erklären, dass sie ihren Job verlieren/ihr Leben ändern müssen tut keiner gerne. Was die Wähler angeht (und was nach der letzten Bundestagswahl gar nicht diskutiert wurde) ist es seit Jahren so, dass die Alten (Babyboomer=60+, früher progressiv, heute konservativ) seit Jahrzehnten die Wahl und damit über die Zukunft der Jungen entscheiden. Ich halte das für eine der größten Ungerechtigkeiten überhaupt in Deutschland. Und von einer Großen Koalition erwarte ich bezüglich BGE/Digitalisierung keine Innovation. Im übrigen auch nicht mehr von Precht. Alles was er seit Jahren tut ist Bücher schreiben und Interviews geben. Als ob sich dadurch was ändern würde…

Stefan Hinz

06.03.2018

Zitat: „Aber es ist natürlich für die Betroffenen, die dann im Alter von 50 Jahren ihren Job verlieren und quasi in Frührente geschickt werden – ohne Pläne für ihre Zukunft und auch kein ausreichendes Geld in der Tasche – für die ist das ein Problem. Philosophisch finde ich diese Entwicklung also gut, aber psychologisch sehe ich, welche Probleme auf eine große Menschengruppe zukommen und damit auf die Gesellschaft insgesamt.“
Wenn im letzten Satz das Wort „psychologisch“ durch das Wort „finanziell“ ersetzt wird, bin ich ganz bei Ihnen, Herr Precht!

Martin

06.03.2018

Nun, das die niedrigqualifizierten Jobs in Zuge der Digitalisierung, Industrie 4.0 und Entwicklung von halbwegs intelligenten Robotern immer weniger werden ist jetzt nicht so neu und kann sich jeder ausmalen. Die Lösungsansätze sind aber Illusionen. Wir geben jedem der nichts tun will, kann oder darf 1.500 € oder eben eine Summe mit der man eben so zurecht kommt und am besten noch ne PS 8, damit er nicht auf dumme Gedanken kommt und beschäftigt ist. Das Märchen von der Bildung im Alter nur der Bildung wegen ist intellektuelles Geschwätz. Entweder man tut es eh schon und dann auch später oder ganz sicher nicht dann, wenn die Fähigkeiten obsolet sind. Vergessen sind die, die dann wegen fehlender Fähigkeiten bzw. intellektueller Voraussetzungen niemals einen Job bekommen. Die lesen dann nach der Grundschule Kant, Marx, Precht ;-) oder sammeln Schmetterlinge?
Finanzieren werden wir das alles über eine Finanztransaktionsgebühr, die am Ende doch auch nur eine Steuer ist. Hier fängt für mich spätestens der Blödsinn an, denn ein Mehrwert wird ja nicht geschaffen sondern nur abkassiert. Der Ansatz geht wohl dahin, dass die Reichen und die Banken damit am meisten geschröpft werden. Da werden Sie enttäuscht werden, denn die entwickeln schneller eine Gegenstrategie als Sie die Gesetze oder „Gebühren“ anpassen können.
Richtig ist selbstverständlich, das unsere Sozialsysteme kollabieren werden und mit jedem unqualifizierten Zuwanderer nach Europa verschärft sich das Problem.
Gegensteuern können wir nur mit top Bildungsangeboten und Förderung der jungen Generation, nicht als Beschäftigungstherapie für die Alten und „Nutzlosen“. Außerdem werden Jobs entstehen und an Wichtigkeit gewinnen die wirkliche Menschlichkeit und Sozialkompetenz verlangen und hier meine ich nicht den ehrenamtlichen Vorleser im Altenheim. Der Mensch muss die Lücke zwischen digitaler Roboterproduktion und unserer Gesellschaft schließen. Wir werden keine Straßenkehrer brauchen aber einen der diese automatisierte Dienstleistung anbietet, kontrolliert und an die Wünsche der Menschen anpasst und das ganz ohne Programmierkenntnisse. Sozialromantik und deren Jünger werden es nicht Rocken!

Jack M. Sickermann

07.03.2018

Die angesprochenen Veränderungen dürften m.E. in den sog. Schwellenländern wie Brasilien (wo ich lebe) in noch viel dramatischerer Form eintreten. Wir haben schon 12 Mio Arbeitslose und weitere 10 Mio Unterbeschäftigte, das Bildungswesen liegt sehr im argen und die Regierungskassen auf allen Ebenen sind leer. Damit erhöht sich die Gefahr von Kriminalität, Gewalt und politischer Radikalität, so dass heute schon viele in einer Diktatur die einzige Lageberuhigung sehen.
Das Arbeitsrecht wird kräftig aufgeweicht und es gibt noch viele Tätigkeiten, wie z. B. Fahrstuhlführer, die rasch wegfallen. Der ÖD ist aufgebläht und häufig sind Spitzenpositionen weniger nach Fach- als mehr nach anderen Kriterien besetzt. Die Rentenversicherung ist heute schon stark defizitär. Von der weitgehend verkrusteten Politikelite sind mutige Entscheidungen nicht zu erwarten, im Gegenteil, Investments in Gesundheit, Bildung und Infrastruktur werden stark beschnitten, gleichzeitig wird ein Horizont der Vollbeschäftigung und des Wirtschaftswachstums in TV-Spots aus Steuergeldern vorgegaukelt. Aber das Schlimmste ist dass die notwendige Diskussion, auch über BGE, noch fast nicht geführt wird und der Traum von Hochschulabschluss mit Garantie für einen guten Job noch immer viele junge Leute verführt.

Jürgen

07.03.2018

Die Ideen und Anregungen von DRP nehme ich seit Jahren gern auf. Denn er hat unbestritten die Fähigkeit, neue Zusammenhänge klar aufzuzeigen und neue Lösungsansätze zu beschreiben. Ganz lesenswert z.B. seine Bildungsrevolution aus 2013. Sehr gute Analyse und Lösungsstrategie. Was im Interview etwas kurz kommt, ist die Tatsache, dass die hier skizzierte Transformation der planetaren Gesellschaften ein sehr komplexer, langer und vielschichtiger Prozess ist. U.a. darf man etwa ein Land nicht isoliert betrachten wollen. Das wird nicht zu sinnvollen Strategien führen. Im Grunde stehen wir der rasanten Veränderung noch recht hilflos gegenüber. Leider ist es tatsächlich so, dass die aktuelle Führungskaste der Politik hier planlos Lobbyisten, Ökonomen u.a. „Ideengebern“ folgt, ohne die dahinter liegenden philosophischen, sozialen und gesellschaftlichen Fragen sauber zu strukturieren. Zumindest wird das gut versteckt. Das Hauptproblem wird sein, ob es gelingen kann die Transformation zu steuern. Schließlich braucht es ein sehr komplexes Verständnis der Materie, um möglichst viele dynamische Zusammenhänge der rasanten Veränderungen überhaupt noch zu erkennen und möglichst tendenziell richtig zu verstehen. Und hier kommt das entscheidende Problem. Der Mensch neigt zu Vereinfachungen, am besten zweidimensionale Abhängigkeiten, sind leicht zu erfassen. Aber hier reden wir aber über Komplexitäten, die erkennbar selbst Spezialisten oft verzweifeln lassen.
Und das bisher diskutierte BGE in welcher Form auch immer wird dieser Komplexität nicht ansatzweise gerecht. Der Ansatz selbst ist gut. Aber die Ausgestaltung wird nicht trivial mit einem Festbetrag für jeden (wer ist eigentlich ein zugelassener Empfänger) enden.

Mark Max Henckel

08.03.2018

Also, Precht und die Zukunft, das geht irgendwie sehr gut zusammen. Er scheint jedenfalls sehr genau zu wissen, wie es einmal aussehen wird. Und er weiß sich zu verkaufen. Denke, dass dies auch in Zukunft funktionieren wird.

Sebastian Schweer

08.03.2018

Also ich kann den Gedanken des Bedingungslosen Grundeinkommens nachvollziehen. Und halte ihn auch unter dem Aspekt der Reduzierung des Verwaltungsaufwandes für sinnvoll. Und natürlich ist es auch nett, wenn man jede Menge Freizeit hat. Doch ich gebe ein paar Punkte zu bedenken:

1.) Die Motivation zu arbeiten muss gegeben sein. Wenn das BGE so hoch ist, dass man sich einfach (fast) alles leisten kann, wer macht dann noch die unattraktiven Jobs? Und davon wird es auch in Zukunft noch jede Menge geben die man nicht automatisieren kann. Ob Altenpfleger oder Klempner der sich durch den Abfluss wühlt.
Die eigentliche Gefahr sehe ich übrigens noch woanders. Wenn sich in Deutschland einfach niemand mehr bemühen muss, gibt es andere Länder in denen es Menschen gibt die sich bemühen. Platt gesprochen reißt sich der Chinese in einer 60 Stunden Woche den Hintern auf um sich ein besseres Leben über dem Existenzminimum leisten zu können. Diese Länder würden uns schon sehr bald wirtschaftlich überholen. Wir kaufen Chinesische Autos und Daimler in Stuttgart macht zu. Die Rohstoffe aus Afrika kann sich dann der Chinese leisten. Und wo kriegt Deutschland die Devisen her um sich schöne Dinge zu kaufen?
Ein mögliches Szenario: Deutschland würde so wirtschaftlich zurückfallen. Es würde noch mehr Arbeitslose geben. Der Staat verschuldet sich immer mehr um das BGE zu zahlen. Irgendwann ist der Euro durch Überschuldung wertlos. Es gibt nicht mehr genug Güter in Deutschland. Der Kampf um Güter beginnt dann hier genauso wie heutzutage in Ländern Südamerikas. Geschäfte werden Geplündert. Es herrscht das Recht des Stärkeren.

2.) Mal angenommen es gibt ein BGE. Und es gibt ganz viel Automatisierung. Dann gibt es noch Jobs wie den Virtuell Big Data Analyst. Doch um diesen Job machen zu können bedarf es eines recht langen Trainings. 13 Jahre Schule + 4 Jahre Uni + 3 Jahre erste Berufserfahrung. Sind mind. 20 Jahre intensiver fleißiger Arbeit, die nötig sind um diesen Beruf ausfüllen zu können. Lernen, Anstrengen, Motivation haben. Wie hoch ist die Motivation wenn alle anderen Kinder in der Straße sagen: Puh, warum? Ich muss nicht. Ich will nicht. Wie hoch ist die Motivation, wenn man später arbeiten geht und 80% Steuern zahlen muss. Warum sollte ich mit so einer Ausbildung noch in Deutschland arbeiten wenn ich in den USA nur 20% Steuern zahle und viel besser verdiene?

3.) Eine Finanztransaktion-steuer würde in meinen Augen nicht funktionieren. Es gibt nur deshalb so viele Finanztransaktionen, weil computergesteuerte Systeme zig tausende Buchungen in der Sekunde automatisch vornehmen um minimale Gewinne abzuschöpfen. Aus welchem Grund sollte eine Großbank den Computer dann noch in der Schweiz oder Deutschland laufen lassen wenn man die Transaktion in den USA oder in UK kostenlos durchführen kann? Börsen und Finanzhandel gibt es dort auch.

In meinen Augen sollte die Politik die Verantwortung des Einzelnen mehr in den Mittelpunkt stellen. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass aus ihm was wird. Das man sich weiterbildet. Das man versucht eine Ausbildung und ein Job zu finden. Der Staat kann einem diese Verantwortung nicht abnehmen. Und gleichzeitig scheut sich die Politik davor den Menschen mehr Verantwortung für ihr eigenes Leben zuzumuten. Stattdessen werden nur immer mehr Transferleistungen eingeführt. Irgendwann lohnt sich dann die Arbeit nicht mehr. Und irgendwann kippt das System weil andere Gesellschaften Leistungsbereiter sind als unsere.

Ursula Mittig

08.03.2018

Dem Kommentator vor mir, Sebastian Schweer, ist nichts hinzuzufügen. Er sagt alles. Ich denke genauso.

Dr. Dirk Gropengießer

09.03.2018

Ich sehe die Entwicklung in Richtung eines BGE auch ohne Alternative. Der Verwaltungsaufwand könnte drastisch reduziert und der Öffentliche Dienst verkleinert werden. Leider fehlen Politiker mit Visionen. Die „Alte Industrie“ gibt es in 15 Jahren nicht mehr. Die Digitalisierung wird uns überrollen. Eine Reform des Steuerrechts wird auch seit 20 Jahren vertagt. Ich stimme Herrn Precht in allen Punkten zu. Unser Bildungssystem ist eine Katastrophe.
Leistungsbereitschaft muss bereits in der Schule bzw. an der Universität gelehrt werden. Hier dominiert immer mehr die Note 1 . Das funktioniert nicht mehr lange. Die Wende war für Ostdeutschland ein mildes Lüftchen, im Vergleich war uns jetzt erwartet.

Gordian Hense

09.03.2018

Ich stimme Herrn Precht voll zu und bin ein glühender Fan von ihm. Das BGE ist der einzige Ausweg. Jedoch macht er die Rechnung ohne die Politiker. Diese werden einen Weg finden, wie sie die einen Entwicklungen aufhalten und andere fördern können, so das die Veränderung über einen langen Zeitraum passiert und wenige zu „Schaden“ kommen. Das zahlen dann halt viele im Umlageverfahren – nicht so transparent wie bei einem BGE – damit man mauscheln kann – aber doch in gleicher Höhe. Gleichzeitig kann man damit das volkswirtschaftliche System – Arbeit gegen Geld – lange aufrecht erhalten und die Massen ausnhemen. Das sieht man ja an der Energiewende. Man hat die Atomkraftwerke abgeschaltet – welche kein CO2 produzieren, aber wenige Arbeitsplätze bieten zu Gunsten von Braunkohlekraftwerken die viel CO2 produzieren aber auch viele Arbeitsplätze sichern. So leisten sich die Bürger Stromkosten die fünf bis zehn mal höher sind, als in anderen Regionen um nur ein paar hunderttausende Arbeitsplätze zu erhalten. Gleiches wird mit der Industrie 4.0 und Automation gemacht – egal ob Deutschland dabei wettbewerbstechnisch in ein Hintertreffen gerät. Das Problem müssen ja nur die nachfolgenden Generationen und deren Politiker ausbaden. Da liegt dann Frau Merkel schon lange unter der Erde. So wie Herr Norbert Blüm es mal sarkastisch formulierte „Eure Renten sind sicher“. Wobei er dabei immer weggelassen hat wie hoch sie sein werden.

Roman Soukup

09.03.2018

Was mich irritiert lieber Herr Precht ist die Tatsache, dass Sie die Zukunft von Ihnen und uns allen als Folge des heutigen politischen Handelns so gelassen hinnehmen, statt konkrete Veränderungen zu fordern und das momentan Richtige zu tun.. aus Gründen. Die Analyse genügt nicht um die Probleme, die sie in kleinem Ausschnitt dessen, was auf uns zurollt, in Zukunft zu lösen vorschlagen. Es hilft dem Verkauf Ihrer Bücher ja, was mich freut. Aber das kann es ja nicht sein. Vielmehr müssen wir das, was Sie ganz richtig feststellen, in die Hände von Menschen legen, die von der Politik als Vision und Grundlage des heutigen Handelns mindestens genauso viel verstehen, wie Sie von der Zeit in der wir Leben im philosophischen Sinne. Wir können es uns heute nicht mehr leisten – und sei es nur im philosophischen Sinne – nur die Betrachter im bösen Spiel der Politik heute zu bleiben.

Willi Wahl

12.03.2018

Leider gibt es viel zu wenige.. die Visionen entwickeln und über all das philosphieren, was so in unserem Land passiert, oder besser- nicht passiert ! Man kann IMMER ein Haar in der Suppe finden, umso wichtiger ist es.., daß die Politik “ heisse Eisen “ anfasst… und wichtige Dinge anstösst und auf den Weg bringt. Aber da liegt auch der Hase im Pfeffer…und wir haben Entwickliungen eindeutig verschlafen…. aus Angst vor Veränderungen…aus Bequemlichkeit und weil alle… die weiter gedacht haben…als Spinner abgetan wurden. Das scheint mir typisch ( deutsch ) zu sein… man kann ja immer wieder solche Sätze hören wie… “ was soll man denn machen…“ ? oder… das hat 20 jahre funktioniert…, dass funktioniert auch weiterhin ! Wir reagieren nach meiner Auffassung erst… wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Man schaue sich die Situation im Pflegebereich an… da muss ein Physiothereapeut seine Ausbildung aus eigener Tasche bezahlen… da fehlen Fachkräfte… man schaue sich das Dilemma des Dieselskandals an… bei der Elektromobilität sieht es so aus…als würden uns andere die Butter vom Brot nehmen… der Netzausbau… die bescheidene Infrastruktur…der Klimawandel…die Rente.. unser Bildungssystem sind weitere Bausteine. Die Liste liese sich erweitern…und leider ist kein Land in Sicht ! Also… packen wir es an ! Wie lautet so passend ein Werbespruch eines JAPANISCHEN Autoherstellers : “ Nichts ist unmöglich “ !

M.Bröker

12.03.2018

Ich befürchte, dass viele Menschen mit einem Grundeinkommen nicht konstruktiv umgehen können.
Wir haben bisher nicht lernen dürfen, unsere eigene Kreativität, Ressourcen, Gedanken, Vorschläge, innovativ einzusetzen und zu leben. Wir sind immer noch „Autoritätshörig“ und aus evtl. Bequemlichkeit werden wir eher zum Jasager. Es herrscht immer noch eine relative Unterdrückung unserer eigenen Kreativität. Viele Menschen definieren sich nur noch über die Arbeit, und die Losser sind abgehängt.
Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit ist ein langer Prozess, und muss trainiert werden. Haben wir dafür noch die Zeit?

Bernd Müller

13.03.2018

Ja – richtig, unsere Arbeitswelt wird sich weiter grundlegend verändern. Um diese Prozesse zu beherrschen müsste sich unser Gesellschafts- und Wertesystem aber grundsätzlich ändern. Unter den Bedingungen der absoluten Profitmaximierung, sprich des Kapitalismus, wird es keine sozialverträglichen Lösungen geben. Herr Precht schlägt als eine Finanzierungsmöglichkeit des bed. Grundeinkommens die Einführung der Kapitaltransaktionssteuer vor. Das wäre sicherlich eine Möglichkeit. Wäre es aber nicht viel einfacher und vor allem dringend geboten die Ausgaben für Kriege und Aufrüstung drastisch zu senken und ganz abzuschaffen?
Zweifelsohne könnten diese Mittel nicht nur für ein bedingungsloses Grundeinkommen in den Industriestaaten genutzt werden, sondern auch für einen wirtschaftlichen Aufbau in den armen Dritte-Welt-Ländern. Voraussetzung hierzu wäre aber auch eine weltweite Neuordnung der politischen Herrschaftssysteme unter Ausschluss der Wirtschaftslobby und mit wirklich unabhängigen und nur dem Wohl des Volkes dienenden Politikern. Zur Zeit ist aber eine gegenteilige Entwicklung der Fall. Es wird beispiellos aufgerüstet und wir stehen am Rande eines weltweiten Krieges.

Edgar

13.03.2018

Oben steht „Die Politik schließt die Augen und hofft, dass es gut geht“
und diese Hoffnung ist, sieht man es mal historisch, vielleicht nicht mal so unbegründet. Die Welt hat sich schon immer verändert und zwar ganz wesentlich. Das fing mit dem Faustkeil an ging über die Erfindung des Rades, des Automobils und Schienenverkehrs, der industriellen Automatisierung (beachte: die gibt es übrigens nicht erst seit jetzt, sondern seit 50 Jahren und hat auch nicht zu der vorausgesagten Apokalypse geführt) bis eben zu der jetzt stattfindenden Digitalisierung, damit einhergehend auch mit diesen Weltuntergangsprophezeiungen, alles ist so schlimm und wird immer schlimmer, aber zurück zur Steinzeit will doch wohl auch keiner mehr.
Die Politik hat an diesen Entwicklungen garnichtmal so den großen Einfluss, nimmt man mal die Systeme DDR, Nordkorea, Myanmar etc aus. Nimmt man diese nicht aus wird man denken „ist auch besser so“, dennoch muß die Politik ihre Aufgabe als Regulator erfüllen (Thema Soziale Marktwirtschaft), Trendsetter war die Politik noch nie, das machen Apple und Facebook heutzutage.
Selbst wenn viel Arbeit wegfällt, daraus zu schliessen, daß dies zu einer Massenarbeitslosigkeit führt ist hypothetisch, eine Halbierung der Arbeitszeit haben wir ja schonmal (gut) verkraftet, wie man lesen kann. Oder wir machens wie früher die alten Griechen (äh, wieso früher, machen die das heute nicht mehr so? ;-)
Ja, es werden Jobs wegfallen, es gibt ja auch jetzt, mit allem Respekt, keine Dampflokführer, Hufschmiede und Pferdekutscher mehr.
Und davon, daß die Kaffeemaschine demnächst selbst eine Nachricht aufs Handy schickt, wenn das Kaffeepulver alle ist, wird auch die Welt nicht untergehen. Dennoch, einige Berufe wird es in der Zukunft wohl nicht mehr geben, aber das war schon immer so, dummerweise trifft es immer die falschen, aber das war auch schon immer so.
Aber jetzt lobt die Philosophen mal nicht zuuu sehr, diese Analysieren zwar immer gut, haben irgendwie immer Recht und man kann ihnen gut folgen, aber das ist bei den Oppositionsparteien auch oft so und wenn die dann mal am Drücker sind …
Diese Dramatisierung ob der Digitalisierung, Herr Precht, in Anbetracht der Historie, so irgendwie passt da was nicht so richtig.
@Martin: die sammeln keine Schmetterlinge, die spielen PS 8 ;-) Ansonsten Klasse Beitrag, den kann man 10 mal lesen und er ist immer noch gut. Wollte eigentl. keine Kommentare kommentieren, aber das musste sein.

Gertrud Gründel

14.03.2018

Ja, ich glaube auch, dass Eigenverantwortlichkeit bereits im Kindesalter beginnt…(oder zerstört wird)
Kinder sind ja noch kreativ, werden dann aber ganz schnell von Eltern und Lehrern in ihre Schranken verwiesen und so erzogen, wie es in die Politik und Wirtschaft passt, wie es dem Mainstream enbtspricht eben. Kreativität und angstfreies eigenes Denken bleiben da gerne mal auf der Strecke, vor allem in den bildungsfernen Elternhäusern.
Dennoch glaube ich, dass Precht die Umwälzungen , die kommen werden, sehr gut thematisiert und skizziert und kreative positive Vorschläge liefert . Leider fehlen soche Lösungsansätze in den Parteien und der Politik ganz allgemein. Und so hat die Stunde der „Angstmacher“ und Populisten geschlagen.

Steffen

14.03.2018

Denjenigen die glauben, „mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen werden auch immer neue geschaffen, dass war schon immer so!“, möchte ich sagen: Ja es wird neue Arbeitsplätze geben, nur bei weitem nicht in der gleichen Anzahl. Der Grund ist auch ein ganz einfacher: In der Vergangenheit waren wir auf technische Neuerungen getrieben. Das brachte Microchips, Computer etc. mit sich, aber eben auch die Arbeitsplätze, die die Computer bedienten.
Stand jetzt gehts es jedoch nichtmehr Grundlegend um die revolutionierung von Technik, sondern der obtimierung der Vorhandenen. Diese Rechnung ist also sehr simpel wenn man bei vorhandener Technik einfach nur den Menschen wegrationalisiert. Warum dies in der Politik noch nicht angekommen ist, frage ich mich bis heute.

Ob die Lösung umbedingt ein Grundeinkommen muss, lasse ich jedoch mal so im Raum stehen. Ich finde immernoch, dass es in irgendeiner Form eine Art „Belohnungssystem“ geben MUSS. In welcher Form auch immer. Mit 1500,- würde ich evtl. nach Mexico auswandern und mir ein schönes Leben machen. Das würde das System aber nicht gerade fördern. Geld für „nichts“ ist jedenfalls nicht mein Ansatz. Zudem wäre mit Belohnung auch die Frage geklärt, woher der innere Antrieb der Menschen bei einem Grundeinkommen noch kommen soll.

Der wichtigste Ansatz dabei bleibt jedoch, dass wir endlich anfangen müssen den Kapitalmarkt zu besteuern.
Wir sind bei diesem riesigen Monopolispiel an dem Punkt angekommen, andem sich wenige Hotelbesitzer die Karte aufteilen und sämtliche anderen Spieler vom Brett genommen wurden. Diese Übriggebliebenen sind es jedoch, die noch Runde um Runde auf dem Spielfeld drehen. Wir müssen anfangen Geld für das Runden drehen zu verlangen. Nur so kann das vorhandene Geld über die Bank wieder an die Spieler neben der Karte zurück fließen. Wenn weiterhin nur Geld für das auftreffen der Felder verlangt wird, schieben sich die Großen das Geld nur hin und her, wer Weg ist von der Karte bleibt Weg.

A. Lazzaro

15.03.2018

Auch ich stimme, wie einige Autoren vor mir, Herrn Precht in allen Punkten zu!
Meine Ängste jedoch beziehen unser allgemeines gesellschaftliches Problem mit ein. Wir als Gesellschaft werden auf neue Veränderungen reagieren und zwar so wie sie sich z.Zt. auch darstellt, sehr, sehr träge, blind und mit wenig gesundem Menschenverstand. Mit einer Arroganz und Dummheit bis hin zur höchsten Politiketage und dies fortlaufend über alle Legislaturperioden hinweg.
Welche Generation wird es sein, die selbstständig und objektiv die Lage der Nation im Sinne aller bewerten kann und den Mut hat nötige Veränderungen durchzuziehen. Diese Handy-Selfie-Generation und die Nächste sind es definitiv nicht.
Wir brauchen noch mehr von Herrn Precht, der mit dem Finger immer fester in unsere
Gesellschaftliche-Bewußtseins-Wunde stößt und uns wachrüttelt.
Herr Precht, sollten Sie mal für ein politisches Amt kandidieren, meine Stimme haben Sie.

Birgit

15.03.2018

Warum denkt eigentlich niemand über eine Computer- oder Maschinensteuer nach? Immer mehr Maschinen im weitesten Sinne erledigen die Arbeit von Menschen. Sie schaffen, produzieren, nehmen Menschen die Arbeit weg. Die Unternehmer sparen Gehälter, Sozialabgaben und die Unbequemlichkeiten eines Arbeitnehmers, sprich Urlaub, Krankheit etc. Technisierung ist anscheinend kostengünstiger und produktiver. Was also spricht dagegen, etwa eine Techniksteuer einzuführen. In dem Maße, in dem eine Maschine Arbeitsplätze vernichtet, müssen dann eben Abgaben an das Sozialsystem abgeführt werden.

Gertrud Gründel

18.03.2018

Gute Idee Birgit!

Frank Schneider

24.04.2018

???? „Der bekannteste Philosoph des Landes“ ????
Google-Treffer für „Jürgen Habermas“: 3.430.000
Google-Treffer für „Richard David Precht“: 148.000

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