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Experimentierräume

"Experimentierräume" auf der NWX18: Wieviel Führung und Hierarchie braucht New Work?

„Führung in der Arbeitswelt 4.0 – zwischen Basisdemokratie und agilen Prinzipien“: Unter diesem Motto gestaltete das Bundesarbeitsministerium gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut einen spannenden Erfahrungsaustausch von Experten und Unternehmen bei der New Work Experience 2018 von XING.  

Agiles Arbeiten, Selbstorganisation, Hierarchieabbau – Begriffe, die in der Diskussion um die Arbeitswelt von morgen immer wieder auftauchen. Doch ist Hierarchielosigkeit in Unternehmen möglich und wünschenswert? Welche praktischen Ansätze gibt es für eine hierarchiearme Führungskultur? Und welche Erfahrungen machen Unternehmen im Arbeitsalltag mit diesen Modellen? Rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörer der NWX18 verfolgten die Berichte von Vertreterinnen und Vertretern dreier Unternehmen, die selbst schon Schritte in diesem Bereich gewagt haben:

„Ein wichtiges Prinzip für den Wandel: Unten ist oben. Die Kunden, aber auch die Mitarbeitenden sind entscheidend“, brachte Christoph Horn seine Erfahrung auf den Punkt. Der geschäftsführende Gesellschafter der P3 group berichtete, wie sich das Unternehmen mit mehr als 3.500 Mitarbeitenden als lebendiges Netzwerk versteht. Mehr als 30 Töchter bilden ein Netz von Unternehmen, in dem neue Ideen als Keimzelle ausgegründet werden. Mit der Folge: „Die Aussage ‚dafür bin ich nicht zuständig‘ gibt es bei uns nicht.“

Einen basisdemokratischen Ansatz lebt die praemandatum GmbH. Die Belegschaft wählt, von wem sie geführt werden möchte, kann selbst den Geschäftsführer stürzen und ändert eigenverantwortlich, was sie morgen nicht mehr haben möchte. „Hierarchie braucht man, aber mit bestimmten Rahmenbedingungen: Grundwerte, Revoltemöglichkeiten bzw. die Möglichkeit zur Abwahl von Führungspersonen, Glaubwürdigkeit und absolute Transparenz sowie die anarchosozialistische Möglichkeit, dass jeder sich selbst in einer eigenen Linie als Chef bestimmen kann“, fasste Gründer Peter Leppelt das Prinzip zusammen.

Ergänzt wurde die Runde durch Bernadette Tillmanns-Estdorf von der B. Braun Melsungen AG. Mit dem Projekt „Tasks & Teams“ sucht das Unternehmen nach Möglichkeiten, Silos aufzubrechen, alte Strukturen neu zu denken und aktuellen und zukünftigen Mitarbeitern Perspektiven in einem innovativen Unternehmensumfeld zu bieten. „Wir sind die Reise zu einer veränderten Führungskultur angegangen – ganz ohne Druck von außen, ganz ohne Druck von innen, sondern aus der Ansicht heraus, dass sich die Arbeitswelt verändern muss“, erläuterte sie den Prozess.

Moderiert wurde die Diskussion von Josephine Hofmann vom Fraunhofer IAO. Sie beschäftigt sich intensiv mit neuen Formen der Arbeit, Führung und Selbstorganisation und begleitet viele Unternehmen ganz konkret bei der Umsetzung verschiedener Projekte zum Thema Führung. Außerdem leitet sie das New Work Projekt des Fraunhofer IAO, aus dem die an der Diskussion beteiligten Unternehmen stammen. Das Thema stieß bei den Gästen der NWX auf großes Interesse. So ergaben sich im Anschluss an den Programmslot noch spannende Gespräche mit den Unternehmensvertretern.

Max Neufeind, Referent für Grundsatzfragen der Arbeitspolitik im Bundesarbeitsministerium, rahmte den Programmslot, indem er das Projekt „Experimentierräume“ vorstellte. Mit dem Webportal www.experimentierraeume.de bietet das BMAS eine Plattform, auf der Unternehmen durch inspirierende Beispiele anderer dazu ermutigt werden sollen, neue Wege in Richtung Arbeitswelt der Zukunft zu gehen. XING und das BMAS gaben mit dem Slot auf der NWX den Startschuss für eine fortlaufende Kooperation: Ab sofort werden ausgesuchte Beispiele der Experimentierräume in einer regelmäßiger Artikelreihe auch im XING Spielraum vorgestellt.


Projekt „Experimentierräume“: Mutmacher für neue Ideen

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