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Tipps für die Selbstbeurteilung: Wie gut kennen Sie sich?

Vor einem Mitarbeitergespräch, zum Jahresende oder für die Gehaltsverhandlung, bitten Vorgesetzte ihre Beschäftigten häufig um eine Selbstbeurteilung. Diese fällt vielen Arbeitnehmern aber oft nicht leicht. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei.

Wissen Sie, was Sie seit Ihrem letzten Mitarbeitergespräch geleistet haben? Kennen Sie Ihre Stärken und wissen Sie, was Sie an Ihrer Arbeit noch verbessern möchten? Um eine Selbstbeurteilung zu verfassen, müssen Sie sich gründlich mit sich selbst und Ihren Leistungen auseinandersetzen. In der Regel erstellen Sie Ihre Beurteilung im Vorfeld eines Mitarbeitergespräches.

Und auch, wenn das Schreiben aufwendig ist und Fingerspitzengefühl erfordert, bietet Ihnen die Selbstbeurteilung viele Chancen:

  • Sie können Ihren Vorgesetzten genau über die von Ihnen betreuten Projekte und Aufgaben in Kenntnis setzen.
  • Sie können auf Ihre Leistungen aufmerksam machen.
  • Sie finden heraus, in welchen Bereichen Sie sich noch verbessern können.
  • Sie haben die Möglichkeit, Ihrem Vorgesetzten aufzuzeigen, wo Sie Unterstützung benötigen und Weiterbildungen vorzuschlagen.
  • Sie können Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven aufzeigen.

Tipps zum Schreiben der Selbstbeurteilung

Damit Sie nicht kurz vor Ihrem Mitarbeitergespräch beim Schreiben Ihrer Selbsteinschätzung zeitlich unter Druck geraten und womöglich wichtige Inhalte vergessen, ist es hilfreich, wenn Sie Ihre Leistungen regelmäßig dokumentieren. So können Sie jederzeit auf Ihre Notizen zurückgreifen. Schreiben Sie dazu das gesamte Jahr über auf, an welchen Projekten Sie mitgewirkt haben und welche Aufgaben Sie jeweils übernommen haben.

Damit Ihre Selbstbeurteilung realistisch, umfassend und angemessen ausfällt, sollten Sie zudem einige inhaltliche Aspekte berücksichtigen:

  • Listen Sie Ihre Projekte und Aufgaben auf: Auch wenn ein Vorgesetzter Sie selbst mit einem Projekt betraut oder Ihnen verschiedene Aufgaben übertragen hat, ist es sinnvoll, diese noch einmal in Form einer kleinen Liste in der Selbstbeurteilung aufzugreifen.
  • Nennen Sie Beispiele: Kommunikationsfähigkeit, Problemlösungskompetenz – unter allgemein gehaltenen Floskeln können sich Arbeitgeber häufig wenig vorstellen. Belegen Sie Ihre Leistungen immer mit konkreten Beispielen. Auf diese Weise ist für den Leser schneller erkennbar, wo und wie Sie sich tatsächlich verbessert haben.
  • Seien Sie ehrlich: Es ist nicht einfach, sich mit den eigenen Schwächen auseinanderzusetzen und sich diese einzugestehen. Um eine ausgeglichene Selbstbeurteilung verfassen zu können, ist das jedoch unumgänglich. Analysieren Sie daher gründlich, was Sie besonders gut können, was Ihnen gelungen ist und was besser hätte laufen können. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und zu Ihren Vorgesetzten.
  • Zeigen Sie Lernbereitschaft: Sie haben herausgefunden, in welchen Bereichen Sie noch Verbesserungspotenzial bei sich selbst sehen? Machen Sie konkrete Vorschläge für Weiterbildungen oder Trainings, an denen Sie gerne teilnehmen wollen. Damit signalisieren Sie die Bereitschaft, Ihr Wissen zu erweitern und Ihre Leistungen dadurch zu verbessern.
  • Verzichten Sie auf Schuldzuweisungen: Geben Sie in Ihrer Selbstbeurteilung niemals Kollegen oder Vorgesetzten die Schuld dafür, dass Sie eine Leistung nicht erbringen oder eine Aufgabe nicht gut abschließen konnten.
  • Formulieren Sie konkret: Hätte, könnte, würde: Verzichten Sie in Ihrer Beurteilung auf den Konjunktiv und schreiben Sie stattdessen klar, was Sie ändern und umsetzen wollen.

Sachlich und selbstbewusst schreiben

Um zu vermeiden, dass Ihre Selbstbeurteilung überheblich oder unsicher wirkt, ist es wichtig, dass Sie auf einen angemessenen Ton achten. Eine überhebliche Art und überzogenes Selbstlob sind ebenso unangebracht wie Tiefstapelei und Unsicherheit.

Damit Ihr Schreiben überzeugend ist, bitten Sie Freunde oder Familienmitglieder um ein kritisches Feedback und nehmen Sie sich ausreichend viel Zeit, damit Sie noch an Ihren Formulierungen feilen können.

Gut formuliert und gründlich ausgearbeitet ist Ihnen die Selbstbeurteilung auch im Rahmen von Bewerbungsgesprächen eine gute Hilfe. Denn häufig werden Sie im Kennenlerntermin nach Ihren Stärken und Schwächen gefragt. Haben Sie sich mit diesen im Zuge der Selbstbeurteilung befasst, fällt Ihnen die Antwort im Gespräch leichter.

Text: Daniela Lukaßen-Held


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