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Coworking - nicht nur was für Hipster

Coworking boomt, keine Frage: Doch vom gemeinsamen Arbeiten in moderner, lockerer Atmosphäre können nicht nur Freelancer, junge Firmen und IT-ler auf der Durchreise profitieren. Hier sind fünf Punkte, die für „Coworking für jedermann“ sprechen.

Thomas Wickart

Thomas Wickart

Ein Gastbeitrag von XING-Ambassador Thomas Wickart*

Zur Vorbereitung und Recherche für diesen Artikel hat man mir folgende Frage gestellt: „Sind solche Coworking Spaces nur für Hipster, junge Menschen und Startups?“ Eine gute Frage! Wieso besteht dieses Bild noch in den Köpfen der Menschen? Der bärtige junge Mann, der mit seinem Karo-Hemd am Mac sitzt und irgendwas auf seiner Tastatur schreibt. Lasst uns mal dieser Frage auf den Grund gehen.

Wenn man die Bildsprache der hiesigen Szene betrachtet, dann lautet die Antwort: ja. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass es in einem Coworking Space eine gute Mischung von Menschen verschiedener Branchen gibt. Ein bunter Strauß von Menschen verschiedenster Herkunft, mit unterschiedlichen Interessen und einem breiten Fächer an Kompetenzen. Auch Mitarbeiter von Großunternehmen, die für eine Zeit zum Arbeiten in diese Community übersiedeln, sind gern gesehene Gäste. Aus Berichten, die ich persönlich vernommen habe, von Unternehmen, die das schon praktizieren, kommen meist nur positive Rückmeldungen. Kein Wunder!

Viele Unternehmer, die auf Reisen sind, nehmen immer wieder die Gelegenheit wahr, von verschiedenen Spaces rund um die Welt Gebrauch zu machen. Einige Spaces haben sich sogar auf solche Coworker spezialisiert und bieten dafür die richtige Umgebung. Es geht in einer Community auch um den Austausch, um das Zusammensein und somit das Schaffen eines offenen Begegnungsortes.

„Die ganze Idee von der Coworking-Bewegung ist es, schlaue und kreative Menschen zu vereinen und deren Ideen aufeinanderprallen zu lassen!“ – (Oxford Dictionary)

 Coworking ist daher nicht nur was für Startups und Hipster, sondern für jeden der sich austauschen will! Die Vorteile habe ich in fünf Punkten zusammengefasst:

Punkt 1. Die Community

Meiner Meinung nach ist das der wichtigste Punkt. Als Freelancer musst du nicht mehr alleine arbeiten und als Angestellter bekommst du auch mal Input von außen, nicht nur von deinen Kollegen, Sarah, Kevin und Stefan. Dieser zwischenmenschliche Austausch kann sehr befruchtend wirken, eben dieses Aufeinanderprallen von Ideen. Um das genau geht es in einer Community: nicht nur alleine vor sich hin arbeiten, sondern in Kollaboration mit verschiedenen Menschen kreativ sein.

Vielleicht findet man sogar einen neuen Geschäftspartner. Das kann ich natürlich nicht versprechen, aber sicherlich ergeben sich viel mehr Gelegenheiten für Geschäftliches, als wenn man Zuhause alleine seine Arbeit erledigt.

Betahaus Berlin

Coworking Space im Betahaus Berlin:Unendlich viele Möglichkeiten zum Networking (alle Fotos: Danique van Kesteren)

Punkt 2. Networking Möglichkeiten

Die Community ist ja dynamisch und verändert sich ständig. Das bringt uns zum Punkt des Networkings. Und ja, es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten in einem Coworking Space Networking zu betreiben. Spreche einfach eine Person, die in der Nähe sitzt, an und stell dich vor oder begrüsse neue Coworker. Vielleicht benötigst du gerade etwas Bestimmtes, frage einfach den Host, ob er jemanden im Coworking kennt, der dir dabei helfen kann. Der Host, der weiß alles was in dem Space so läuft, wer gerade da ist und was man sonst noch so finden kann.

Punkt 3. Die Flexibilität

In der Regel kannst du monatlich kündigen, wenn du einen sogenannten HotDesk oder FixDesk abonniert hast. Noch flexibler ist das tageweise mieten. Einfach ankommen, Tagespass lösen, arbeiten und wieder gehen. Ganz ohne Verpflichtung. Ein Angebot, welches die meisten Spaces anbieten. Inbegriffen ist in der Regel ein Arbeitsplatz, eine stabile Internetverbindung und Strom. Annehmlichkeiten machen oft das Angebot noch attraktiver. Zum Beispiel das Vorhandensein eines Druckers, eines Spinds, einer Kaffeebar oder sogar eines Cafés oder die Möglichkeit zur Nutzung von Meeting- und Ruheräumen.

Punkt 4. Location und Kosten

Über die Annehmlichkeiten haben wir ja schon gesprochen. Natürlich verfügt ein guter Space über gute sanitäre Anlagen und eine kleine Küche, wo ich mein mitgebrachtes Mittagessen aufwärmen kann. Vom Coworking Space sollte man zudem schnell zu Fuß die öffentlichen Verkehrsmittel erreichen. Es sollte einfach mit dem Auto erreichbar sein und zumindest über ein paar Parkplätze verfügen. Die Kosten für eine Tagesmiete liegen in der Regel zwischen 15 und 30 Euro, ganz auf die Lage und Größe des Space abgestimmt. Ein Basisangebot von Flex- und Fixabos sollte es auch geben. Flexabos sind in der Regel ohne fixen, dafür aber mit garantierten Arbeitsplatz. Zum Fixabo, in der Regel etwas teurer, bekommst du deinen dedizierten Arbeitsplatz und wenn Sie ganz großzügig sind noch einen Spind dazu. So kannst du dein gesamtes Büro in das Coworking verlegen.

Betahaus Berlin

Betahaus Berlin: Extrem Nutzen stiftend für alle Beteiligten

Punkt 5. Work-Life-Balance

Experten behaupten, dass wir nur drei bis fünf Stunden am Tag effizient und produktiv arbeiten. Das erlebe ich persönlich auch. Zwischendurch beschäftige ich mich immer wieder mit einem anderem Thema. Zum Beispiel Staubsaugen, in ein Meeting gehen, etwas mit meiner Community über Social Media diskutieren oder einfach ein Power-Nap nach dem Mittagessen. Das fördert meine Kreativität und Produktivität ungemein. Viele Coworking Spaces bieten Raum für Rückzug an. Oft ist sogar für die Möglichkeit einen Power-Nap zu halten gesorgt. Auch habe ich schon erlebt, dass es Ecken mit LEGO® Spieltischen gab! Nein, das war nicht für Kinder gedacht… also nicht ausschließlich. Es gibt Methoden, die dabei helfen innovativ zu sein, zum Beispiel „Lego Serious Play“, Geschäftsmodelle basteln mithilfe von Lego. Spannend, nicht? Ein Tischfussball für die aktiven Momente und eine Dusche für die Über-Mittag-Sportler runden ein solches Angebot ab. Mit der Möglichkeit, Kunden in einer professionellen Umgebung zu treffen, ist es einfacher sich auf das Geschäftliche zu konzentrieren. Die flexible Gestaltung deines eigenen Arbeitsplatzes hilft dir,  vielleicht auch ein paar Stunden mehr mit deiner Familie zu verbringen, einfach einen Nachmittag frei nehmen und mit den Kids spielen.

Fazit:

Das Konzept rund um ein Coworking Space ist, wenn es richtig umgesetzt, extrem Nutzen stiftend für alle Beteiligten. Der Hype rund um dieses Thema ist somit, meiner Meinung nach, völlig gerechtfertigt. Ich selbst arbeite regelmäßig in Coworking Spaces in aller Welt. Immer einen professionellen Arbeitsplatz zur Verfügung zu haben, gibt mir die Möglichkeit, öfter zu reisen ohne die Arbeit zu vernachlässigen und dabei neue Eindrücke zu sammeln, die mir persönlich ungemein helfen, für meine Arbeit kreativ zu bleiben. Coworking wird für die neue Arbeitswelt (New Work) in Zukunft immer wichtiger.

*Hinweis: In meiner neu gegründeten Gruppe XING Ambassador Coworking Community, diskutieren wir, veranstalten Events, bereiten News auf und stellen Interessante Jobs zum Thema Coworking und Community ein. Du bist herzlich willkommen. Bei Fragen zu dem Thema wende Dich einfach an mich per Mail: thomas (at) bureaud.ch, oder hier via XING

Das XING Ambassador Programm vereint über 100 Gruppen zu verschiedenen Themen und Regionen. Die Ambassadoren organisieren rund 2.000 Events pro Jahr mit ca. 30.000 Teilnehmern und machen damit XING auch persönlich erlebbar. Mehr erfahren Sie unter https://ambassador.xing.com.

 

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