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New Work

Neue Innovationskraft dank New Work

Wie schafft man es, als Unternehmen oder Organisation jene Veränderungen nachhaltig zu etablieren, die im digitalen Zeitalter wirklich sinnvoll sind? Wie beseitigt man Ängste und Bequemlichkeit auf dem Weg zu einer neuen Arbeitskultur? Freiräume für den Einzelnen sind dabei genauso wichtig wie das Wir-Gefühl und Transparenz im Team.

Ein Gastbeitrag von Stephan Peters, betterplace lab

Die Digitalisierung ist allumfassend, allgegenwärtig und radikal. Unsere Gesellschaft verändert sich drastisch und in rasender Geschwindigkeit. Schon bald werden Kommunikation, Mobilität und Arbeit ganz anders aussehen als bisher. So weit – so bekannt. Unbekannt bleibt hingegen, wie die Veränderung genau aussehen wird, wann sie auf uns zukommt und vor allem, wie wir damit umgehen sollen oder sie gar gestalten können.

Das sorgt bei vielen Unternehmen und ihren Mitarbeitern für enormen Stress. „Wir müssen da mithalten, wir müssen aufholen, wir müssen vorne mit dabei sein!“ Neue Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle werden überstürzt eingeführt. Häufig mit entsprechend mäßigem Erfolg und gesteigerter Unsicherheit. Den natürlichen Ängsten („Die Automatisierung macht mich arbeitslos.“) und einer logischen Abwehrhaltung („Das haben wir immer so gemacht!“) werden kaum Raum gegeben. Dabei fehlt es weniger an Technologie als an den notwendigen Kompetenzen, einer offenen Haltungen und einer übergreifenden digitalen Kultur.

Doch wie wird man zu einem Unternehmen voller digital-munterer Menschen, die bestenfalls mit Freude die kommenden Veränderungen gestalten statt auszusitzen? Im betterplace lab, einem von diesen sogenannten Think-Do-Tanks in Berlin, arbeiten wir nun seit drei Jahren selbstorganisiert ohne starre Hierarchien und ohne Chef.

Das betterplace-lab-Team arbeitet bereits seit drei Jahren ohne nominellen Chef, sondern selbstorganisiert (©Foto: Nils Hasenau)

Selbstorganisation bedeutet, dass jede und jeder Einzelne einen Freiraum erhält, um seine Verantwortung zu erfüllen und seine Ideen zu verwirklichen. Die Neigungen und Interessen sind dabei wesentliche Ressourcen; Neugierde genauso entscheidend wie der Raum, um Neues auszuprobieren, Fehler zu machen und Scheitern als produktiv zu erleben. In diesem Raum darf und soll jeder Entscheidungen treffen im Sinne des jeweiligen Projektes und des gesamten Unternehmens – ohne Einschränkungen. Die Wahl der Arbeitszeit und des Arbeitsplatzes stehen jedem frei, genauso wie die Entscheidung, an welchem Projekt gearbeitet wird. Diese Freiheit ist wichtig, um innovativ zu sein, aber nicht alles. Innovationsfähigkeit ergibt sich aus unserer Erfahrung auf drei Ebenen: dem Individuum, dem Team und der äußeren Welt.

Für Innovationsfähigkeit ist transparente Kommunikation sehr wichtig

Denn Freiraum allein wird nicht reichen. Ganz im Gegenteil kann er auch zu Überforderung führen, da die Struktur und damit Sicherheit fehlt. Da kommt das Team ins Spiel. Für die Innovationsfähigkeit ist es genauso wichtig, sich zueinander zugehörig zu empfinden und transparent miteinander zu kommunizieren. Denn ein stabiles, vertrauensvolles Wir-Gefühl ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass der Einzelne sich traut, sich kontinuierlich auf Neues einzulassen und sich mit neuen Ideen in der Gruppe zu zeigen. Neues zu denken und zu präsentieren birgt auch immer das Risiko sich zu entblößen und zu scheitern. Transparente Kommunikation bildet ein solides Fundament, in Zuge dessen Befindlichkeiten, Zwischentöne und Unterströmungen sichtbar gemacht werden und Raum und Energie für gemeinsame Inspiration und Exploration freigesetzt wird. Als Team haben wir dazu kontinuierlich mit unserem Coach Bettina Rollow gearbeitet.

Im Team sollten vorher und kontinuierlich die gemeinsamen Ziele und der Sinn des Unternehmens (manche mögen es in Vision und Mission übersetzen) erarbeitet  und aktualisiert werden. Dann werden sie tatsächlich Richtschnur im alltäglichen Entscheiden und nicht nur Zierwerk in Form von schönen Worten an der Wand in der Empfangshalle.

Da Innovationen zu einem großen Teil als Remix bisher bekannter Ideen daherkommen, braucht es auch ständigen Input von der Außenwelt. Auch dafür ist es sinnvoll, sprichwörtlich rauszukommen, kooperativ und kollaborativ zu werden – auch über die Teamgrenzen hinaus. Dass man dabei bestenfalls nicht nur die Zielgruppe, für die man etwas entwickelt, befragt, sondern am besten direkt mit einbezieht, mag auf der Hand liegen, wird aber viel zu selten konsequent umgesetzt.

Wenn spannende Informationsquellen geteilt werden, stärkt das das Teamgefühl gleichermaßen wie es die Diskussion anregt. So sammeln wir die Wissensressourcen in Feedly-Listen und Fleep-Chats und stellen uns im Teammeeting die aufregendsten Innovationen in unserem Bereich gegenseitig vor. Manches Meeting lässt sich auch zu einem Spaziergang umgestalten, um so dem lockeren Denken auf die Sprünge zu helfen. Möglichkeiten gibt es viele, um die Kreativität – möglichst ungezwungen – an den Arbeitsplatz zu holen. Allein das Hin- und Herpendeln zwischen unterschiedlichen Projekten und Aufgabenbereichen hilft, um permanent unterschiedliche Perspektiven zu gewinnen. Selbst wenn das kurzfristig zu Lasten der Effizienz gehen mag, wird es mittelfristig unsere Freude an der Arbeit und damit unseren eigenen Qualitätsanspruch erhalten.

betterplace-lab-Kreativchef Stephan Peters: „Ein stabiles, vertrauensvolles Wir-Gefühl ist eine Grundvoraussetzung für Kreativität und neue Ideen“

Wir glauben, dass diese Art der Zusammenarbeit nicht nur dem Erfolg unserer Organisation zuträglich ist, sondern eine große Chance bereithält, den beträchtlichen Herausforderungen, vom Klimawandel bis zur gesellschaftlichen Spaltung, entgegenzutreten. Denn lösen können wir solch globale Probleme nur, wenn wir als Politik, Unternehmen oder Zivilgesellschaft eine größere Perspektive einnehmen, anstatt lediglich auf den eigenen Erfolg als Individuen oder Institutionen zu schielen und tatsächlich zusammenarbeiten. Innovationen können uns dabei helfen, die Lösungen zu entwickeln. Die Digitalisierung gibt uns dazu neue Chancen.

Mehr über Innovationskraft und New Work erfahren Sie bei der digital-sozialen Leitkonferenz, dem betterplace labtogether, am 22.11.17 in Berlin. Thema: New Work needs Inner Work.

Jetzt Tickets sichern: http://www.labtogether.org/ Inspiration garantiert!


Eventhinweis: Auch die nächste New Work Session, die XING am 14. und 15. November in Berlin veranstaltet, widmet sich einem wichtigen Aspekt der New-Work-Kultur. Sie steht unter dem Motto „WIE TRANSPARENZ MACHT VERÄNDERT“. Impulsgeber aus Politik, Wirtschaft und Kultur berichten und diskutieren, wie transparentes Handeln zu einer Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten wird. Weitere Infos und Ticketbestellungen finden Sie unter diesem Link.

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