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Dienstfahrräder boomen: Eine Idee kommt ins Rollen

Immer mehr Unternehmen bieten ihren Beschäftigten steuerlich vergünstigte Dienstfahrräder als Extraleistung an. Dazu gehört beispielsweise auch der Softwarekonzern SAP. Die Firma wirbt mit dem Fahrradangebot auch gezielt um neue Talente.

Als vor ziemlich genau fünf Jahren, im Herbst 2012, ähnliche steuerliche Regeln für Dienstfahrräder wie für Dienstwagen eingeführt wurden, war das kein Erfolg vom Start weg. Nur zögerlich ließen sich Unternehmen und Beschäftigte auf den Trend ein. Doch seit einiger Zeit blüht das Geschäft mit dem betrieblichen Fahrrad-Leasing. Firmen haben in der Regel keine zusätzlichen Kosten. Mitarbeiter können sich auf dem Weg vergleichsweise günstig ein Fahrrad zulegen.

Eines der ersten großen Unternehmen in Deutschland, die ein Dienstrad-Programm auflegten, war SAP. Dabei können Mitarbeiter ein Dienstrad  – auf Wunsch auch ein zweites für die Familie – über SAP leasen und so die Steuervorteile nutzen, die die Anschaffung eines Fahrrads oder Pedelecs im Vergleich zum Privatkauf günstiger machen. Die Hürde für Mitarbeiter, in ein gutes Rad zu investieren, seien somit deutlich niedriger, so SAP.

Marcus Wagner, SAP-Verantwortlicher für das Dienstradprogramm

Marcus Wagner, SAP-Verantwortlicher für das Dienstradprogramm: „Gerade junge Talente achten zunehmend darauf, welche Nachhaltigkeitsinitiativen ein potentieller Arbeitgeber durchführt“ (©Foto: SAP SE)

Die Auswahl des Rades ist den Mitarbeitern dabei selbst überlassen – ob ein 10.000 Euro teures Pedelec, sportliches Rennrad oder gemütliches Stadtrad sei bei den Bestellungen alles dabei gewesen Am Ende des Leasingvertrags besteht die Möglichkeit das Fahrrad zu einem kalkulierten Restwert zu übernehmen. Marcus Wagner, Projektleiter im Nachhaltigkeitsteam der SAP, erklärt, warum sich das Unternehmen zur Einführung der Dienstfahrräder entschieden hat.

XING Spielraum: Welche Vorteile ergeben sich für SAP, den Mitarbeitern Dienstfahrräder zur Verfügung zu stellen?

Marcus Wagner: Die Initiative bietet mehrere positive Aspekte. Mit Blick auf die Beschäftigten bedeutet sie eine  Unterstützung der Gesundheit und des Wohlbefindens als Maßnahme aus der Gesundheitsinitiative „Mach mit – Bleib fit!“. Außerdem erhöht das Leasingprogramm unsere Attraktivität als Arbeitgeber.

Doch auch die Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle. So geht es auch um die langfristige Förderung des Umweltschutzes. SAP hat ehrgeizige Ziele zur CO2 Reduktion und möchte bis 2025 ein klimaneutrales Unternehmen werden.

Zudem erweitern wir damit das Mobilitätskonzepts der SAP, neben dem Firmenwagen, inklusive Elektroautos, und der Bahncard100.

Was ist der Vorteil von Dienstfahrrädern gegenüber motorisierten Dienstfahrzeugen?

Wagner:Die Fahrräder sind ein zusätzliches Angebot, also nicht Dienstwagen oder Fahrrad. Die Mitarbeiter, die mit dem Leasingfahrrad ins Büro kommen, fühlen sich gut in zweierlei Hinsicht: Sie tun etwas für die Umwelt und für ihre Gesundheit. Dabei belastet das Modell aufgrund der Steuerersparnis kaum ihren Geldbeutel.

Welche Rolle spielt das Thema Bewegung vor dem Hintergrund des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bei SAP?

Wagner: Bewegung ist ein zentrales Thema des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Da unsere Mitarbeiter fast ausschließlich im Sitzen arbeiten, können sich daraus Gesundheitsrisiken ergeben, denen durch dedizierte Programme entgegengewirkt wird.

SAP ermittelt diverse Nachhaltigkeitskennzahlen, wie zum Beispiel den Betrieblichen Gesundheitskulturindex, und berechnet aus diesen nicht finanziellen Kennzahlen die monetären Auswirkungen auf das Betriebsergebnis. Verkürzt ausgedrückt: Ein guter Gesundheitskulturindex verbessert das Betriebsergebnis.

Wie werden die Dienstfahrräder denn angenommen und inwieweit sorgen sie auch bei den Beschäftigen zu einem Umdenken etwa mit Blick auf die Themen Fitness und gesundheitsbewusstes Verhalten?

Wagner: Die Fahrräder werden sehr gut angenommen. Zurzeit nutzen in Deutschland etwa 2.000 Mitarbeiter ein Leasingfahrrad über SAP. Die Nutzer sind sehr zufrieden. 2016 hatten wir sie um ihr Feedback gebeten. In Summe wird das Programm sehr positiv gesehen und 91 Prozent der befragten Nutzer würden gerne ein weiteres Fahrrad bestellen. Einige berichten über positive Aspekte wie größeres körperliches Wohlbefinden und bessere Fitness.

Warum ist es wichtig, dass Unternehmen ihren Beschäftigten Leistungen, etwa in Form von Dienstfahrrädern, bieten? Spielt es auch eine Rolle in Bezug auf Ihre Attraktivität als Arbeitgeber?

Wagner: Bei SAP gibt es eine Vielzahl von Leistungen, die die Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Neben den Fahrrädern werden zum Beispiel unsere Elektroautos als Firmenwagen sehr gut angenommen. Gerade junge Talente achten zunehmend darauf, welche Nachhaltigkeitsinitiativen ein potentieller Arbeitgeber durchführt und wie er ihren gesunden und aktiven Lebensstil unterstützt.

Das Interview führte Daniela Lukaßen-Held


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