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Throwback: Gehröcke, Hawaii Hemden und Schlaghosen - Der Wandel der männlichen Business Mode

Ja, Sie haben richtig gelesen – Gehröcke, Hawaii-Hemden und Schlaghosen gehörten mal zu etablierten Kleidungsstücken der Business-Welt. Dieses Mal widmet sich unsere Bilderreihe „Throwback“ nämlich den vergangenen Modetrends der Männer.

Unsere Zeitreise beginnt mit dem Smoking, der erstmals zum Ende des 19. Jahrhunderts in die Kleiderschränke der Herren einzog und eine Alternative zum allseits beliebten Frack darstellte. Während der Smoking heute ein sehr formelles und schickes Kleidungsstück ist, wurde dieser vor knapp 100-150 Jahren noch als informell angesehen, weshalb Geschäftsmänner ihn auch zu alltäglichen Aktivitäten trugen.

Nach Beginn des 20. Jahrhunderts haben Geschäftsmänner dem knielangen Gehrock den Rücken gekehrt und begannen damit, klassischen Anzug zu tragen. Dieser wurde zum Ende des Ersten Weltkrieges zum allgegenwärtigen Kleidungsstück, das – egal ob Geschäftsmann oder Taxifahrer – professionell und elegant wirkte. Wer gepflegt und gut aussehen wollte, trug einen Anzug.

Die Geburtsstunde Hollywoods revolutionierte die Modewelt der 20er: Wer bis zu den 20ern Schulterpolster trug, verabschiedete sich nun davon. Stattdessen trugen Männer nun oft enger sitzende Sakkos mit fallenden Schultern. Fliegen wurden zum neuesten modischen Accessoire und Krawatten wurden aus Feinstrick, statt Seide getragen.

Helle Anzüge in Weiß und Beige waren total angesehen und ersetzten die unauffälligeren Versionen in Schwarz, Grau und Marineblau. Der Hollywood-inspirierte Trend sich gut zu kleiden, spiegelte sich in allen Aspekten der Gesellschaft wider. Das Must-Have dieser Jahre war ganz klar der klassische Hut eines jeden Mannes. In Sommermonaten griff man zum Stroh-, in Wintermonaten eher zum Filzhut.

Geprägt vom Zusammenbruch der Weltwirtschaft, erlebte die Modeindustrie in den 30ern einen weiteren Wandel: Die Produktion von Anzügen sollte nun kostengünstiger werden, aber dennoch stilvoll bleiben. Woll-, Flanell- und Leinenstoffe dominierten die Business-Mode der 30er. Trendiger Bestandteil des Business-Outfits waren hier vor allem auffällige karierte oder linierte Socken.

Hollywood 20er
Hollywood 20er
Inspiriert von der Geburtsstunde Hollywoods trugen die Herren oftmals helle Farben wie Weiß und Beige
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Die 60er öffneten die Tore für ein allgemeines ‚zwangloses‘ Kleiden. Anzüge wurden enganliegender geschnitten – schmale Hosen, Westen und Hemden in hellen Farben waren sehr beliebt.
Auf Hawaii hingegen wurde der „Aloha Friday“ eingeführt, der es Business-Leuten erlaubte, an Freitagen in Hawaii-Hemden auf der Arbeit zu erscheinen – man könnte es als Beginn des Business Casual bezeichnen, denn in den folgenden Jahrzehnten wurde aus dem „Aloha Friday“ der „Casual Friday“.

Dann die berühmt-berüchtigten Siebziger! Mit Hemden, die alles andere nur nicht weiß waren, repräsentierten auch Plateauschuhe und Schlaghosen die klaren Must-Haves dieses Jahrzehnts. Diese Hosen, zeichneten sich besonders durch ihre außergewöhnliche Form aus: Enganliegend an den Oberschenkeln liefen sie unterhalb der Knie weit aus. Kombiniert wurden sie mit gemusterten und gefärbten Hemden.

Die 90er Jahre – Geprägt vom Minimalismus und Casual-Look. Die Anzugindustrie verlor in diesem Jahrzehnt die Überhand und übergab ihren Thron an die Business-Casual Mode. Levi’s brachte die sogenannten Dockers auf den Markt und wurden hiermit  zum revolutionären Sinnbild des Business-Casuals. Diese khakifarbenen festen Stoffhosen, zogen in die Kleiderschränke der Männer ein und eroberten die Business-Welt im Sturm.

Beginnend mit dem neuen Millennium wurde die Business-Mode zu dem, was wir heute an verschiedensten Arbeitsplätzen beobachten können. Aber eins ist klar: Ob helle 60er Jahre Anzüge, Wollanzüge aus den 30ern oder schlichte Khaki-Hosen mit Hemd aus den 90ern – die heutige Business-Mode ist eine Mischung aus knapp 100 Jahren Geschichte und wir haben das Glück, uns an all‘ diesen Stilen bedienen zu dürfen.

 

Text: Aylin Ömün

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