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Digitalisierung

IZA/XING-Studie: Deutsche haben keine Angst vor der Automatisierung

Automatisierte Prozesse, intelligente Roboter und effiziente Algorithmen werden die Arbeit der Zukunft bestimmen. Während manche Experten die Entwicklung positiv sehen, gehen andere vom Verlust vieler Arbeitsplätze aus. Doch wie sehen das die Beschäftigten in Deutschland selbst? Eine aktuelle Studie zeigt es.

Forscher der Universität Oxford gingen in einer viel beachteten Studie 2013 davon aus, dass jeder zweite Job in den nächsten 10 bis 20 Jahren durch automatisierte Prozesse ersetzt werden könnten. Mit derselben Berechnungsmethode wären unter deutschen Arbeitnehmern fast 42 Prozent von Arbeitsplatzverlust betroffen.  Allerdings geht dieses Verfahren davon aus, dass die Tätigkeiten bestimmter Berufe identisch sind. Tätigkeitsprofile innerhalb unterschiedlicher Berufsgruppen können jedoch stark variieren,  weshalb eine differenziertere Herangehensweise zeigt, dass der Anteil bedrohter Arbeitsplätze in Deutschland auf knapp 12 Prozent sinkt.

Und die Arbeitnehmer selbst schätzen die Situation ähnlich ein. Das zeigt eine aktuelle Studie vom Forschungsinstitut für Zukunft der Arbeit (IZA) und XING, die das Automatisierungsrisiko anhand des Geschlechts, des Alters, des Verhaltens, der beruflichen Stellung und der Branche untersuchte. Dafür wurden in zwei Teilen zum Einen mehr als 3.000 Arbeitnehmer deutschlandweit und knapp 6.000 XING-Mitglieder befragt.

Männer haben mehr Sorgen um den Arbeitsplatz

Hier zeichnen sich klare Unterschiede zwischen Mann und Frau ab: Männer schätzen das Automatisierungsrisiko wesentlich höher ein als Frauen: Während knapp 9 Prozent der weiblichen Befragten ein Risiko sehen, fühlen sich ganze 16 Prozent der Männer bedroht von Automatisierungen. Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass Männer häufiger in körperlich anstrengenderen Jobs arbeiten.
Außerdem fühlen sich jüngere Teilnehmer im Alter von 25 bis 39 Jahren betroffener als 40-54 jährige Teilnehmer. Unter den XING-Mitgliedern waren derartige demografische Unterschiede allerdings nicht ausschlaggebend – sowohl Geschlecht, als auch Alter zeigen keine wesentlichen  Unterschiede in den ohnehin allgemein niedrigen Risikoeinschätzungen.

Ein interessantes Ergebnis bietet auch der Blick auf individuelle Verhaltensmuster im Job: Wer sich sich beispielsweise bei unvorhergesehenen Störungen im Job eher an Vorgesetzte und Kollege wendet, schätzt das Risiko deutlich höher ein, von ‚Maschinen ersetzt‘ werden zu können. Menschen, die eher lösungsorientiert sind und bei unvorhergesehenen Konflikten selbstständig Lösungen suchen, rechnen weniger damit, dass automatisierte Systeme ihre Rolle übernehmen könnten.

Unterschiede erkennt man auch zwischen verschiedenen beruflichen Stellungen. Knapp 18 Prozent der Beschäftigten in einer einfachen beruflichen Stellung, wie beispielsweise un- und angelernte Arbeiter, sehen sich eher bedroht, als solche mit mittleren oder hohen beruflichen Stellungen.

Die differenzierte Betrachtung verschiedenster Perspektiven in dieser Studie bestätigt, dass die Digitalisierung im vollen Gange ist, aber für einen Großteil der Bevölkerung keine akute Bedrohung darstellt. Der von fortschreitenden technologischen Fortschritten begleitete Wandel der Arbeitswelt wird allgemein mit Zuversicht erwartet. Das bestätigt auch IZA-Leiter Hilmar Schneider: „Die Menschheit hat bis heute jeden technologischen Wandel – vom Webstuhl bis zum Internet – bewältigt, obwohl die Auswirkungen vorher kaum vorhersehbar waren. Wichtig ist, dass wir wandlungsfähig bleiben und die Chancen nutzen, statt uns vor den Risiken zu fürchten.“

Die aktuelle Pressemitteilung mit Details und Informationen zu dieser Studie finden Sie hier.


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1 Kommentare

Henry Wulff

15.10.2017

Der digitale Wandel ist keine Gefahr, sondern die Chance, seine Kenntnisse und Fähigkeiten auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wie im Bericht schon erwähnt, konnte der Mensch aus technologischem Wandel (vom Webstuhl bis zum Internet) Revolutionen hervorrufen.(…)

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