10 Tipps, wie Sie Ihre Mitarbeiter konsequent demotivieren

Sie sind der Chef? Sie wollen von Ihren Mitarbeitern als Vorbild anerkannt werden? Dann wird es Zeit, die harten Bandagen auszupacken. Mitarbeiter einzubeziehen oder kooperativ zu führen ist schließlich nur was für Weicheier. Wer zu viel (Lob)Zucker verteilt, erntet Faulheit und Trägheit. Wie Sie sicher Angst und Schrecken verbreiten, erfahren Sie in den folgenden 10 Tipps.

1. Sparen Sie sich jede Form von Höflichkeitsfloskeln. Begrüßt wird nur, wer zuerst grüßt. Vermeiden Sie dabei den Augenkontakt, sonst verlieren Sie wertvolle Zeit mit Small-Talk. Die Mitarbeiter, die aus Ihrer Sicht nicht genug Leistung bringen, sollten Sie sowieso meiden.

2. Danksagungen führen zu Faulheit. Kein Mitarbeiter sollte sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Loben Sie also möglichst selten und am besten immer die Gleichen.

3. Kritik sollten Sie sofort, ungeachtet der Situation an den Mitarbeiter zurückmelden. Seien Sie dabei deutlich, ganz Sie selbst und nehmen Sie kein Blatt vor den Mund. Gerne auch vor den Kollegen, damit die gleich wissen, woran sie bei Ihnen sind.

4. Bitte keine Geburtstags- oder Weihnachtsgrüße. Das lenkt den Mitarbeiter von der Arbeit ab. Schließlich sind Sie keine Freunde. Maximal eine Standardkarte, besser eine E-Mail über die Sekretärin.

5. Tragen Sie Ihre Stimmung immer nach außen, ob Sie gut gelaunt sind oder nicht. Zeigen Sie es dem Mitarbeiter!

6. Signalisieren Sie in Mitarbeitergesprächen deutlich über Ihre Körpersprache, ob Sie etwas interessiert, Sie der gleichen Meinung sind oder nicht. Unterbrechen Sie den Mitarbeiter, wenn er aus Ihrer Sicht falsch liegt und sagen Sie ihm das in aller Deutlichkeit.

7. Sprechen Sie in Meetings möglichst viel, leise und undeutlich. Das schafft Aufmerksamkeit. Untermalen Sie Ihre Präsentation mit mindestens 30 Folien. Stellen Sie am Ende die Frage „Gibt es noch Fragen?“ mit tiefer werdender Stimmlage. So bekommen Sie keinen Gegenwind und können schnell wieder an Ihre eigentliche Arbeit zurück.

8. Treffen Sie am Ende von langatmigen Diskussionen eine klare Entscheidung. Untermauern Sie das mit den Worten „So wird es jetzt gemacht und fertig! Das war mir vorher schon klar, dass es so laufen wird.“ Zeigen Sie Ihre Enttäuschung.

9. Seien Sie vor allem am Morgen richtig schlecht gelaunt, damit der Mitarbeiter merkt, dass Sie gestern lange gearbeitet haben und richtig viel zu tun haben. Seien Sie kurz vor Ende der Arbeitszeit kurz angebunden und genervt, damit der Mitarbeiter merkt, dass auch Sie einmal Feierabend haben.

10. Schicken Sie am Abend, am Wochenende und im Urlaub E-Mails an Ihre Mitarbeiter mit Handlungsaufforderungen. So sehen Sie, wie motiviert Ihre Leute sind.

 

*Autoreninfo: (Den Text haben wir mit freundlicher Genehmigung der Autorin Malaika Loher aus ihrem Blog übernommen.)

16 Kommentare

Alex kottirre

22.09.2017

Traurig aber Wahr genau so läuft es leider bei uns

D.P.

22.09.2017

Nicht zu vergessen der Klassiker: Freitag Nachmittag kurz vor dem Wochenende noch zu einem bestimmten Mitarbeiter sagen, dass man sich am Montag einmal unterhalten müsse. Sollte der Mitarbeiter nachfragen worum es geht, auf jeden Fall ein unkonkretes Bedrohungsszenario aufbauen. Schließlich soll der Mitarbeiter sein Wochenende auch nicht genießen.

Michael

26.09.2017

Oh da fehlen noch viele wichtige Punkte!
Zum Beispiel:

– kritisieren Sie alles was möglich ist, ganz egal ob es richtig oder falsch ist.

– lassen Sie nichts ungeprüft und unkorrigiert durch. Wenn alles richtig sein sollte ändern Sie es trotzdem.

– zeigen sie so oft wie möglich, dass Sie unvehlbar, ja beinahe gottgleich sind. Ihre Meinung ist Gesetz – egal wie offensichtlich sie falsch ist.

– Fehler? Sie machen keine! Und wenn doch, dann war einer der dummen, faulen Mitarbeiter daran schuld. Zeigen Sie seinen Fauxpas möglichst deutlich und vor dem gesamten Kollegium, und erinnern diesen so oft und so lange es geht an diesen.

– ändern Sie regelmäßig ihre Meining, und behaupten das Gegenteil.

SR

26.09.2017

Auch immer gerne gebraucht. Entscheidungen zu einem Mitarbeiter fällen und Ihn nicht involvieren. Das übernimmt dann der Flurfunk gerne für den Chef. Ebenso wie Entscheidungen in Abwesenheit des Mitarbeiters z.B. Urlaub, dass motiviert zu Höchstleistungen.

Ilja Thieme

26.09.2017

Passend dazu ein Satz, den ich vor einiger Zeit lass: „Mitarbeiter kündigen nicht ihren Job, sondern ihren Chefs.“ Ich vermute, dass hierarchische Organisationsstrukturen solche Verhaltensweisen wie dargestellt durchaus begünstigen.

T.R.

26.09.2017

ergänzend zu D.P.
und am Montag dann einfach mal den Termin vergessen und es auch konsequent bis Freitag (neuer Versuch!) durchziehen.
Eine weitere Ergänzung ist:
Eine recht große zeitraubende Aufgabe mit einer kurzen ganz wichtigen Deadline zu verbinden und dann die Daten nicht abrufen- weil es eigentlich egal ist …

RM

26.09.2017

Auch schön:
– Arbeitsanweisungen inkl. Dienstplanänderung z. B. an einem freien Wochenende zu schicken, am besten per WhatsApp.
– Ehestreitigkeiten mit der Gattin vor versammelter Mannschaft austragen
– Bei Todesfall in der Familie gnädig 1 freien Tag gewähren
– Privates über den jeweiligen Kollegen allen anderen Kollegen erzählen (auch wenn es nicht stimmt)

C.Z.

26.09.2017

Die wenigsten Chefs sind gute Führungskräfte und boykottieren ihre Mitarbeiter und damit ihr Geschäft massiv damit. Der Burnout läßt zudem nicht lange auf sich warten.
Manchmal frage ich mich sogar, ob man auf diese Art und Weise einfach Mitarbeiter los werden möchte, denn meist gehen die „Gequälten“ irgendwann von selbst.
Ich hatte eine Chefin, bei der man annähernd hinter jedem der 10 Punkte ein Häkchen setzen konnte, plus bei den von den Kommentatoren zuvor genannten.
In meinen Augen ein Vorgesetzenverhalten, welches diese dazu befähigt, im nächsten Leben nur noch als Amöbe auf die Welt zu kommen.

Stephan Siegfried

26.09.2017

Interessante 10 Punkte und Kommentare!

Im angelsächsischen Raum wird dies unter der Bezeichnung «Toxic Workplace» und «Psychopathy in the Workplace» wissenschaftlich erforscht.
Auch wenn es oben originell daherkommt: das Thema ist alles andere als Lustig. Die Folgen sind für Betriebe und Betroffene (auch im privaten Umfeld) folgenschwer.

Rosko

26.09.2017

Es ist gnadenlos aber Realität!
Was können wir dagegen unternehmen?
Ich kann jedem nur sagen beschäftigt euch mit dem Buch der verbotenen Rhetorik.
Dann könnt ihr zurück schlagen!
Jeder versteht was da passiert und diese Führungskräfte werden entlarvt.

Franz Kass

26.09.2017

Auch nicht vergessen:
Hindern Sie Ihre Mitarbeiter daran, Entscheidungen zu treffen und werfen Sie es ihnen später vor.
Mischen Sie sich unbedingt in fachliche Prozesse ein, obwohl Sie keine Ahnung davon haben. Aber SIE sind der Chef, und alle müssen das regelmäßig mitkriegen. Und die haben zu machen, was SIE anordnen, auch wenn es heller Blödsinn ist.
Räumen Sie ihren Fachleuten so wenig Kompetenzen wie möglich ein. SIE sind schließlich der Boss und treffen Entscheidungen. Wenn Ihre Entscheidung falsch war, reißen Sie den Fachleuten die Ohren ab. Schließlich – wozu bezahlen Sie die Kerle teuer?
So ist das leider, und oft noch schlimmer.

Susa

26.09.2017

Oder so:
– Kommunizieren Sie nicht selbst, sondern (wenn überhaupt) nur über Ihre willigen Lakaien. Beschweren Sie sich aber ständig, dass andere nicht kommunizieren, damit keiner merkt, dass eigentlich Sie es sind, der es nicht hinbekommt.
– versuchen Sie stets, Entscheidungen möglichst konsequent und langfristig aus dem Weg zu gehen, das zeigt, wie unglaublich busy Sie sind.
– Seien Sie möglichst selten im Büro präsent, dann kann Ihnen niemand mit lästigen Informationen oder Entscheidungsthemen auf die Pelle rücken (siehe die zwei vorherigen Punkte)
– ignorieren Sie fachliche Kompetenz vollständig und orientieren Sie sich ausschließlich daran, wer Ihnen möglichst viel Honig um den Bart schmiert. Das sind Ihre Freunde! Schließlich könnten Sie dumm aussehen im Gespräch mit den fachlich kompetenten Mitarbeitern, da Sie ja selber keine Ahnung haben. Das merkt zwar trotzdem jeder, aber zumindest kommen Sie sich souverän vor.

Ezio Bernaroli

26.09.2017

Zum Glück ist es nicht in allen Betrieben nicht so wie beschrieben.
Einige wenige haben auch eine empatische Ader für ihre Angestellten, und motivieren sie mit echtem Interesse am Menschen.
Nur so werden Mitarbeiter motiviert, wenn sie spüren das sie als Mensch geachtet werden.
Dass alle nicht ein gleiches Level an Leistung erbringen können, ist nur natürlich.
Umso mehr ist das Miteinander unter Kollegen verantwortlich für das Betriebsklima und die Arbeitsleistung an sich.
Was im Handwerk und am Bau vollkommen normal ist, sich gegenseitig bei schweren ARbeiten zu helfen,
ist im Büro noch nicht so richtig angekommen.
Vor allem die Leader sind für holprige Strukturen des Miteinander verantwortlich,
anstatt zu zeigen wie man miteinander kommuniziert um Probleme zu lösen, wird tatsächlich oft ein Szenario
der Unfähigkeit des Mitarbeiters zelebriert, die jedes Klima im Betrieb zum einfrieren bringt. Traurig aber Alltag.

PK

26.09.2017

Da gibt’s noch viel mehr:
– Fehlender Einarbeitungsplan, Stellenbeschreibung und Unterschriftsregelung für neue Mitarbeiter
– Neue Mitarbeiter müssen sich selbst im Welt- Unternehmen vorstellen und einführen
– Abstimmungsgespräche zwischen Mitarbeiter und Chef als unnötige Kaffeekränzchen ablehnen
– Chef Jour-fix Termine werden von ihm regelmäßig 5 min vorher abgesagt
– Sonntagabends um 23.00 einen Mail Termin für den nächsten Morgen um 8.00 senden ohne das Thema zu nennen
Das ist völliges Versagen der Führungskraft

Malaika Loher

28.09.2017

Meine Güte, wenn es nicht so sehr ernst wäre, könnte ich sagen, ich habe Tränen gelacht über Ihre Ideen zur Ergänzung meiner 10 Punkte. Es ist ja doch ein eher erschrockenes, ungläubiges Lachen, nicht wahr? Und Humor hilft ebenso, wie die Gewissheit, dass wir nicht allein sind mit unserem Chef/Chefin.

Ich setze mich quasi täglich dafür ein, Führungskräfte stark zu machen und recht ungeschönt die vielen Folgen Ihres Verhaltens aufzuzeigen. Vor allem will ich klar machen, dass ein wesentlicher Faktor für Misserfolg, Krankheit, Kündigung und mangelnde Innovation die Art der Führung ist. Und selbstverständlich auch umgekehrt. Motivation, Erfolg, Stimmung, Innovation, Kreativität und Kundenzufriedenheit sind Endprodukte guter Führung.

Trotzdem möchte ich Sie alle ermutigen, sich zu wehren. Nicht mit den gleichen Waffen, sondern mit klaren und ausdauernden Gesprächen. Trauen Sie sich, Ihrem Vorgesetzten ein Feedback zu geben, schön ordentlich nach Feedbackregeln. Zeigen Sie Ihrem Chef/Chefin, wie es auch geht, wie Sie mit Konflikten, Problemen, Entscheidungen und Menschen positiv umgehen und welche positiven Methoden es gibt, miteinander konstuktiv zu Lösungen und Entscheidungen zu kommen.
Regen Sie sich weniger auf und schreiten Sie zur Tat. Denn sobald Sie aktiv etwas für Ihr Wohlbefinden im Job tun, wirkt sich das auf all Ihre Lebensbereiche aus. Sie haben die Chance, etwas zu verändern und sich für Ihre Würde und so etwas wie inneren Frieden zu entscheiden.

Sobald Sie nicht mehr liebevoll und mit einem Lächeln auf Ihren Chef und seine Marotten schauen können, sollten Sie etwas tun!
Mit den besten Grüßen,
Malaika Loher

überbezahlt

18.07.2018

Da fehlt auch noch, inkompetente Mitarbeiter fördern und die Arbeit von anderen erledigen lassen.
Alternativ recht auch schon die Geliebte vom Chef aus, die dann die Firma schikaniert…..
So läuft es!