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Mein Wunschjob

Kuschlerin, Vogelscheucher, Alibi-Profi: Deutschlands außergewöhnlichste Jobs

Langeweile im Beruf? Lust auf was komplett Anderes? Mit diesen exotischen Jobs können Sie ihrer Karriere noch einmal ganz neuen Schwung verleihen. Und Geld verdienen lässt sich damit auch. Im Ernst.

Pst! – Auch mit ungewöhnlichen Tätigkeiten lässt sich Geld verdienen: zum Beispiel als Alibi-Profi, der anderen Ausreden verschafft. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Der Alibi-Profi: Lügen – das ist der Job von Stefan Eiben. Er verschafft auf Bestellung Alibis. Seine Kunden sind Arbeitslose, die sich für ihre Situation schämen, Berufstätige, die Krankheiten geheim halten, oder Hausfrauen, die eine Affäre verbergen wollen. Die Herausforderung daran? «Die Ausreden müssen glaubhaft sein, damit es funktioniert», sagt Eiben.

Seine Trickkiste ist tief. Im Angebot hat er Schauspieler, die alle möglichen Rollen und Dialekte beherrschen: vom fingierten besten Freund bis zur falschen Oma Hildegard. Doch am meisten nachgefragt werden Einladungen zu Wochenendseminaren, Hochzeitseinladungen oder vorgetäuschte dringende Telefonate.

Lebende Vogelscheuche: Ulf Muuß sorgt am Flughafen Köln-Bonn dafür, dass kein Federvieh mit den Flugzeugen zusammenstößt – dafür setzt er auch Frettchen ein. Foto: Edgar Schoepal/Flughafen Köln-Bonn/dpa-tmn

Bird Controller: Er ist quasi eine lebende Vogelscheuche: Ulf Muuß wird dafür bezahlt, dass er Vögel von Flugzeugen fernhält. Er arbeitet am Flughafen Köln-Bonn und ist dort einer von drei Bird Controllern – zu Deutsch Fachkraft für biologische Flugsicherheit.

«Viele denken, dass ich mit der Pistole an der Bahn stehe und wild rumknalle, um die Vögel zu verscheuchen – doch das ist nur ein Weg, um Vogelschläge zu verhindern», erklärt Muuß. Damit die Tiere erst gar nicht so nah als Rollfeld kommen, sorgt er dafür, dass der Flughafen so unattraktiv wie möglich für Vögel ist. «Alles, was für die Tiere Nahrung darstellen könnte oder diese produziert, muss vom Flughafengelände verschwinden», erklärt der Berufsjäger.

Cyberdieben auf der Spur: IT-Forensiker jagen Kriminelle in den Weiten des World Wide Web. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

IT-Forensiker: Er ist der Sherlock Holmes des Cyberspace: der IT-Forensiker. Denn egal, ob Wirtschaftskriminalität, Betrug oder sogar Mord – auch Verbrecher hinterlassen Spuren im Netz. Die Informatiker mit detektivischem Gespür beginnen dann, Daten zu sichern. Dabei arbeiten sie eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen.

Inzwischen gibt es spezielle Studienangebote wie den Master Digitale Forensik der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Voraussetzung ist hier mindestens ein Jahr Berufserfahrung in einem einschlägigen Fachgebiet. IT-Forensiker brauchen außerdem Jura-Kenntnisse. Denn die Ergebnisse der digitalen Spurenjagd müssen vor Gericht Bestand haben.

Filigranes Handwerk: Ocularisten fertigen Glasaugen an, die kaum von echten zu unterscheiden sind. Foto: Daniel Karmann/dpa/dpa-tmn

Ocularist: Allein der Name klingt schon exotisch: Ocularisten fertigen Augenprothesen an. Es ist vor allem ein handwerklicher Beruf. Jedes Glasauge wird individuell an den Patienten angepasst. Zuerst ermitteln die Augenprothetiker mit Hilfe von Abdrucken die genaue Form und Größe der Augenhöhle.

Aus einem Glasrohling wird dann über einer Flamme die Prothese geformt. Die Farbe der Iris oder kleine Äderchen werden aufgeschmolzen – mit eingefärbten Glasfäden. Für diese Präzisionsarbeit benötigen Ocularisten eine sechsjährige Ausbildung.

Profi-Kuschler: Im Rücken-Kraulen ist sie ein Vollprofi: Elisa Meyer (auf dem Aufmacherbild rechts) hat das Kuscheln zum Beruf gemacht. Sie bietet Schmuse-Einheiten für Bares. Die Idee dafür kommt aus den USA: «Ich habe mich sofort in den Gedanken verliebt, dass ich das auch tun könnte», sagt Meyer.

Die Kunden, die zu ihr und ihrem Kuschel-Profi-Netzwerk kommen, seien vor allem Alleinerziehende oder Langzeit-Singles. Das Wichtigste sei, dass jeder sich an die Regeln hält. Denn die Kuschelei habe nichts mit Sex zu tun. «Wenn ich merke, das geht zu weit, dann breche ich die Sitzung ab», sagt Meyer.

Text: Aleksandra Bakmaz, dpa


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