Neue Führung

Drei Chefs, die das Chefsein neu erfinden

Die Revolution kommt aus der Führungsetage. Eine Avantgarde von Unternehmenslenkern bricht mit alten Rollenvorstellungen – aus persönlichen, aber auch strategischen Gründen. Das FOCUS-Magazin stellt zwei Männer und eine Frau vor, die mit ihren Mitarbeitern schon jetzt die Zukunft der Arbeit leben.

Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter

Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter: „Wo immer ich bin, die Arbeit ist dort auch.“ (©Foto: Vodafone)

Freitags ist der Chef nicht im Haus. Diesen Tag verbringt Hannes Ametsreiter, CEO von Vodafone Deutschland, in München, wo seine Familie lebt. XING-Chef Thomas Vollmoeller genehmigte sich eine dreimonatige Auszeit und bereiste mit seiner Frau die südliche Erdhalbkugel. Eine Premiere in der deutschen Wirtschaft. Und im tiefsten Oberbayern, in einer mittelständischen Käserei, verteilt die Chefin die Macht in ihrem Unternehmen neu und lässt die Angestellten kräftig mitmischen.

Unsere Arbeitswelt durchläuft einen gewaltigen Umbruch. Flexibilität, Mobilität, Selbstbestimmung heißen die Schlagworte für die kommenden Jahre. Die Zukunftsforscherin Imke Keicher spricht von einer „Jahrhundertchance“, warnt aber vor Zögerlichkeit. „Digitale Transformation braucht Führungskräfte, die bereit sind, die Erfolgsrezepte der Vergangenheit einer radikalen Überprüfung zu unterziehen und sich selbst neu zu erfinden.“

Bei einigen wenigen Unternehmen ist der Umbruch bereits im Gange und verändert die Firmen und das Miteinander. Interessanterweise geht diese Revolution nicht von unten aus, von Gewerkschaften, um die Arbeit langfristig zu sichern. Nein, die Revolution kommt aus der Führungsetage – sofern diese überhaupt noch existiert.

Der CEO sitzt mit im Großraum

Wo das ehemalige Chefbüro war, weiß bei Vodafone in Unterföhring bei München niemand mehr genau. Der jetzige Boss, Hannes Ametsreiter, legt auf solche Statussymbole keinen Wert. In der ehemaligen Kabel-Deutschland-Zentrale–Vodafone übernahm die Firma vor drei Jahren – haben sich die alten Zweier- und Dreierbüros in helle Working Spaces gewandelt, eingerichtet mit eleganten Möbeln, auf den Tischen stehen weder PC noch Festnetztelefone. Am deutschen Vodafone-Hauptsitz in Düsseldorf sitzt Ametsreiter im Großraum mit seinen Vorstandskollegen. Freitags in München sucht er sich einen freien Platz.

Ametsreiter legt die Hände auf sein Tablet und sein Smartphone und sagt: „Das ist mein Büro. Wo immer ich bin, die Arbeit ist dort auch.“ Und einen Tag in der Woche ist auch die Familie nah. Seine Frau Marie-Helene, ebenfalls Spitzenmanagerin, arbeitet im Private-Equity-Bereich für digitale Start-ups. Das Paar hat zwei Töchter im Alter von vier und neun Jahren. „Familie ist ein wichtiger Teil in meinem Leben“, sagt der Vodafone-CEO. „Und was einem wichtig ist, dafür muss man sich Zeit nehmen.“

Die Generation Y will mehr

An diesem Tag hat der 50-Jährige seine kleine Tochter in den Kindergarten gebracht. Ist er in Düsseldorf, telefoniert er über Facetime mit der größeren Tochter. „Ich nutze die Möglichkeiten der Technologie, um bei den Kindern zu sein“, sagt er. „Auch wenn das persönliche Gespräch natürlich besser ist.“ Freiheiten, die der Chef genießt, stehen auch den Mitarbeitern zu. Nach Absprache können sie bis zu 50 Prozent ihrer Arbeitszeit im Home-Office verbringen. Vertrauensarbeitszeit nennt sich das. Zwei Drittel der Belegschaft nutzen die Möglichkeit. Die meisten einen Tag in der Woche.

Nicht aus purer Menschenfreundlichkeit schaffen Unternehmen die Präsenzkultur ab. Es ist schlicht eine Notwendigkeit. „Die Generation Y lässt sich nicht mehr mit Dienstwagen und Eckbüro beeindrucken. Sie verlangt Selbstbestimmtheit, Freiheit, Mobilität und eine coole Umgebung zum Arbeiten“, sagt Ametsreiter.

Thomas Vollmoeller, CEO der XING AG

Thomas Vollmoeller, CEO der XING AG: „„Es ist okay, ein Privatleben zu haben.“

Das weiß auch Thomas Vollmoeller. Er ist CEO des Karriereportals XING, das zu Hubert Burda Media (FOCUS, „Bunte“) gehört. Nach vier Jahren in dieser Position und vor der Vertragsverlängerung brauchte der 57-Jährige Abstand. Als erster Boss eines börsen- notierten deutschen Unternehmens nahm er ein Sabbatical. Am 30. September 2016, 18 Uhr, fuhr er den Mail-Account herunter, am 2. Januar 2017, 9 Uhr, wieder hoch. Dazwischen bereiste er Argentinien, Neuseeland, Australien, Myanmar, Kambodscha und Südafrika.

Bei seiner Station an Sydneys Surfer-Paradies Bondi Beach kehrte er auf dem Weg von seiner Airbnb-Wohnung zum Strand im „Le Paris-Go Café“ ein und tippte in seinen Laptop Sätze wie: „Die Zeiten des unternehmensinternen Feudalismus sind endgültig vorbei.“ Und: „Es ist okay, ein Privatleben zu haben. Es ist okay, Dinge in Frage zu stellen. Und sich ab und zu eine Auszeit zu wünschen.“ Von „Wirtschaftswoche“ bis „Manager Magazin“ wurde er dafür gefeiert.

Nicht aus purer Menschenfreundlichkeit schaffen Unternehmen die Präsenzkultur ab

Einige Monate später, zurück in Hamburg, ist der Top-Manager noch immer merklich erfreut über den Coup. „Schön, dass das Thema so viel Aufmerksamkeit bekommen hat“, sagt er trocken. Ihn treibt nun die Frage um, wie man ein Team führt in Zeiten, in denen sich die Loyalität zum Arbeitgeber immer mehr auflöst. „Die Leute wollen wissen, wofür sie arbeiten.“ Sinn und Identifikation seien die „größten Loyalitätsfaktoren“, meint er.

Auch im XING-Hauptquartier gruppieren sich die Schreibtische im Open Space. Irgendwo steht Vollmoellers Pult, ironisch hervorgehoben durch ein Pappschild mit der Aufschrift „CEO“. „XING steht für New Work, also versuchen wir, dies auch vorzuleben“, sagt der Chef. Herrschaftswissen gehört in dieser Welt zur Old Economy. Transparenz ist das Gebot – in allen Bereichen. Die betrieblichen Schlüsselzahlen kann jeder XING-Mitarbeiter einsehen. Einmal im Jahr beurteilen die Angestellten die Führungskräfte.

Und jeden Freitag steht der CEO Rede und Antwort. Fast 1000 XING- Mitarbeiter sind aufgerufen, anonym Anregungen und Kritik abzugeben in den Rubriken: Wie gut waren wir diese Woche gegenüber unserem Kunden? Wie gut waren wir als Arbeitgeber? Per Smileys und Frownies werden die Themen gerankt. Um zwölf Uhr am Freitag beantwortet Vollmoeller im Plenum die sechs wichtigsten Fragen. Da gibt es dann Beschwerden über eine zu geringe Gehaltserhöhung, Gemäkel über zu wenig Bio-Obst, oder es kommen Probleme mit einzelnen Personen zur Sprache.

Angenehm ist diese Fragestunde nicht. Für Vollmoeller überwiegt aber der Nutzen. „Auf diese Weise stelle ich sicher, dass nicht in der Kaffeeküche über die Or ganisation gelästert wird.“ Derzeit läuft eine weitere Transparenz-Offensive. Es werden die Gehälter offengelegt. Zur schönen neuen Arbeitswelt gibt es keine Alternative. Aus Vollmoellers Sicht sind es drei Punkte, die Unternehmen fit für die Zukunft machen: „Gib deinen Mitarbeitern ein Ziel, gib ihnen Freiheiten, gib ihnen die Möglichkeit, sich zu entwickeln.“

Klingt einfach. Arbeiten 4.0 bedeutet aber gerade für traditionsreiche mittelständische Unternehmen einen irren Kraftakt. Über Jahrzehnte erprobte Strukturen sind plötzlich obsolet.

Was ihr wollt: Arbeitnehmern ist eine gute Atmosphäre wichtiger als Gehalt. Work- Life-Balance hat ebenfalls einen hohen Stellenwert, höher als Aufstiegschancen (Quelle: Quellen: Indeed, Forsa-Umfrage)

Was ihr wollt: Arbeitnehmern ist eine gute Atmosphäre wichtiger als Gehalt. Work- Life-Balance hat ebenfalls einen hohen Stellenwert, höher als Aufstiegschancen (Quellen: Indeed, Forsa-Umfrage)

Die Unternehmerin Beatrice Kress will den Change hinkriegen. Jetzt. Mitten im tiefsten Oberbayern – in Waging am See. Die Chefin der Käserei Bergader leitet das Familienunternehmen in dritter Generation. Die Geschäfte laufen prächtig. 240 Millionen Euro Umsatz weist die Bilanz für 2015 aus. 35000 Tonnen Käse stellt das Unternehmen jährlich her, liefert in mehr als 50 Länder.

Der Erfolg der vergangenen Jahre hat Spuren hinterlassen: Jeder fünfte Mitarbeiter heute ist weniger als zwei Jahre im Unternehmen. Und viele sind verdammt jung. Das ist umso fordernder, da in der Firma viele Familiengenerationen arbeiten.

Toupierte braune Wellen, weiße Bluse mit rosa Hirschen, grüner Janker – Modernität ist was für andere, könnte man denken, wenn man Beatrice Kress so ansieht. Doch die brave Bayern-Optik täuscht. Die 65-Jährige tickt progressiver als mancher Start-up-Gründer. In ihrer Firma hat sie einen Demokratisierungsprozess angestoßen, der im klassischen Mittelstand seinesgleichen sucht – und, wie alle Studien belegen, doch so wichtig wäre.

Die nötigen Veränderungen im Unternehmen verlaufen nicht ohne Spannungen

In Waging jedenfalls schafft nicht mehr nur der Chef an. Heißt: Kress lässt den Nachwuchs bei vielen Prozessen, die vor Kurzem noch der Führungselite vorbehalten waren, mitdenken und mitreden. Auch den Wunsch vieler Junger nach Elternzeit oder Sabbaticals kennt und unterstützt die Chefin – obwohl manche Ältere das nicht immer nachvollziehen können. „Wir wollen, dass sich junge Leute wohlfühlen, dass sie Spaß haben und ihre Potenziale voll entfalten können“, sagt Kress. Die dafür nötigen Veränderungen im Unternehmen verliefen natürlich nicht ohne Spannungen. Zum autokratischen Führungsstil gebe es aber keinen Weg zurück.

Vollbeschäftigung heißt der Motor, der Beatrice Kress antreibt, ihre Firma derart umzubauen. Die Region boomt, der Kampf um Arbeitskräfte erstreckt sich im Westen bis nach München und im Osten bis Salzburg: „Wir wollen die schlauesten Köpfe vom Markt holen – und sie behalten.“

Dazu gehören nicht nur Angebote wie eine Gourmet-Kantine oder eine Kindertagesstätte. Insbesondere das Gesundheitsmanagement ist ihr wichtig. Zentrales Thema ist dabei die Betreuung der Angestellten durch ein Reha-Institut. Therapeuten, die sonst Skifahrer oder Bayern-Spieler fit machen, kommen ins Haus, checken und beraten interessierte Bergader-Mitarbeiter. Diese erhalten individuell zugeschnittene Programme etwa für ein 10-Minuten-Training an Vibrationsplates, die in einem Trainingsraum bereitstehen. Auch bei Verletzungen am Wochenende – sei es ein Hexenschuss oder ein verstauchter Knöchel – treten die Physiotherapeuten an und organisieren Arzttermine. Kosten: null Euro. Jedenfalls für die Mitarbeiter.

Kress ist überzeugt, dass sich ihre Investitionen langfristig auszahlen: „Wer schnelle Hilfe bekommt, ist schneller wieder gesund. Wer seinen Körper trainiert, ist gesünder und bleibt auch über Jahre länger fit.“ In gewisser Weise hat sich das Investment schon gelohnt: Als die Mitarbeiter erfuhren, dass ein Personal Trainer für sie zur Verfügung steht, habe das vielen imponiert. Sie habe regelrecht gespürt, wie es bei vielen „klick gemacht“ habe: „Oh, da beschäftigt sich jemand mit mir. Der Firma ist es nicht egal, wie es mir geht.“ Das habe sehr viel bewegt „in Richtung Bindung ans Unternehmen“. Mitarbeitermotivation kann manchmal überraschend einfach sein.

Text: Petra Hollweg / Susanne Wittlich (Wir veröffentlichen diesen Artikel mit freundlicher Genehmigung des Focus-Magazins. Dankeschön!)

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11 Kommentare

Patrick Schönfeld

29.05.2017

Also ich weiß ja nicht, ob die Beispiele sooo geeignet sind, um für „New Work“ in der Praxis zu stehen.

Ein Chef gönnt sich mehr Zeit zuhause und seine Mitarbeiter dürfen im Gegenzug von zu Hause *arbeiten*, aber bloß nicht zu viel. Der Zweite gönnt sich selbst ein Sabbatical und den Mitarbeitern etwas mehr Transparenz – inwiefern mehr Freiheit umgesetzt wird (oder der Chef einfach nur durch seine Führungskräfte vertreten wird), bleibt im Artikel ja eher offen.

Also irgendwie kommt mir nur das dritte Beispiel vor, als würde es um Zusammenarbeit auf Augenhöhe gehen. Aber gut: der Headline nach scheint es ja nur um’s Chefsein zu gehen. New Work für die Chefs und ein Teaser darauf für die Mitarbeiter?

Christian Biedermann

30.05.2017

Ich finde diesen Bericht gefährlich. Er suggeriert als könne H. Ametsreiter ein völlig entspanntes Familienleben führen, trotz Tätigkeit als CEO und auch H. Vollmoeller gewinnt Dank Facetime persönliche Zeit mit seiner Tochter.
Der Bericht suggeriert, dass erfolgreiches Unternehmertum keinen Preis hat. Das sich alles was im Leben möglich ist, hier insbesondere Beruf und Familie, entspannt unter einen Hut bringen lässt.

Fakt ist jedoch, dass Beruf und Familie Raum einnehmen. Stellt man sich das wie zwei nebeneinander gezeichnete Kreise vor, dann kann der Hut den man trägt nur jeweils ein Teilmenge der beiden Kreise abdecken. Welchem Kreis man mehr abdecken möchte muss man selbst entscheiden, es geht aber immer zu Lasten des anderen Kreises.
Karriere und Erfolg haben einen Preis. Diesen muss man bereit sein zu zahlen. Diese Erkenntnis kommt in diesem Bericht nicht vor.

Sylvia Kaufhold

30.05.2017

Ich gebe Herrn Biedermann recht. Erfolg und Karriere haben einen Preis. Aber derzeit ist dieser Preis in vielen Unternehmen zu hoch. Es kommt auf die richtige Balance an und diese kann nur von der Chefetage aus überzeugend vorgelebt werden. Schon aus der zweiten Reihe heraus wird es sehr schwierig, wenn die Mehrzahl der Chefs bzw. Partner nach wie vor die Radikalmethode “arbeiten bis zum umfallen“ propagieren. Nach 17 Jahren in einer internationalen Großkanzlei und eine der ersten „Teilzeit-Partnerinnen“ weiß ich, wovon ich rede. Trotz sehr guter Vernetzung und einigen Rückenwind konnte ich mich schließlich mit dem ausgeglichenen Modell nicht durchsetzen und habe die Kanzlei verlassen.

Jörg Schaffer

30.05.2017

Über den Bedarf an Veränderungen brauchen wir nicht zu diskutieren.
Wie weit jedes Unternehmen dort geht, muss es selber verantworten.
Sinnstiftend, vertrauensvoll und ehrlich anerkennend, sollte jeder Arbeitgeber mit seinen Mitarbeitern umgehen.
Damit haben noch viele Firmen eine große Aufgabe vor sich.
Fluktuation, Krankenstand und entsprechender Fachkräftemangel sprechen hier Bände.

Gruß Jörg Schaffer

Dr.A. Pfeifer

30.05.2017

Typisch, die Kommentare, typisch deutsch?! Wo bleibt ein Bravo, wenn Menschen beginnen, sich zu bewegen? Wenn’s noch nicht optimal ist, kann es optimiert werden, aber nicht durch Bedenkenträger, sondern durch bewusste Menschen, die sich selbst auch mal hinterfragen!! Die vielgerühmte Achtsamkeit, sich selbst und ändern gegenüber, ist gefragt. Auch Wertschätzung ist ein hohes Gut!!

Phillip Schnieders

31.05.2017

Liebe Bewohner,

da gibt es schon die ersten Unternehmer, die in der neuen Welt angekommen sind und für alle Menschen im Unternehmen ein neues Arbeitsgefühl kreieren – und es überwiegen wieder einmal die skeptischen Stimmen! Wieso?

Es ist sehr ungünstig, in diesem Zusammenhang von „gefährlich“ und „Raum nehmenden Kreisen“ zu sprechen. Die drei Beispiele sind Beweise für ein verbessertes Zusammenspiel von Beruf und Familie! Es sind tief verankerte Glaubenssätze, die viele Menschen davon überzeugen, privates und berufliches Leben trennen zu müssen – und die gleichen Glaubenssätze, die keine andere Zukunft zulassen! Genau aus diesem Grund ist der Bericht gut und die drei Beispiele sind genial: Sie bedeuten nicht weniger, als eine Modernisierung der Arbeitswelt zur achtsamen Selbstbestimmung und attraktiven Freiheit!

Die im Bericht angesprochenen Handlungsfelder machen ein Unternehmen mit seiner neuen Kultur noch erfolgreicher – und die Menschen glücklicher!
Schade, dass es die Bewohner gibt (youtube: Tobias Beck / Gedankentanken), die in allem erst einmal das Negative sehen, anstatt sich zu fragen, wie solche Konzepte im eigenen Unternehmen oder Job umgesetzt werden können.

Beste Grüße aus Rheine
PHILLIP SCHNIEDERS

Marzella Arndt

31.05.2017

Dem letzten Kommentar von Dr. A. Pfeifer schließe ich mich eins zu eins an. Ich sehe es genau-so. Danke :-))

Rabeneck

31.05.2017

Glückwunsch – diese Menschen (was Führungskräfte, CEO usw. auch sind) haben das Thema Lebensqualität und Glück entdeckt. Was mich nur amüsiert, ist die Darstellung das sei Neu! Seit über 30 Jahren betreue ich kleine und mittelständische Unternehmen und ca. 20% von denen ist es wichtig, dass es Ihren Mitarbeitern gut geht. Sie verzichten gerne auf eigenen zusätzlichen Luxus und investieren lieber in die Firma. Z.B. in bessere Sozialräume, besseres Werkzeug, oder Sie bezahlen die Entziehungskur eines geschätzten Mitarbeiters oder beteiligen sich an der Hochzeit u.s.w.. Und wie Goethe schon Sinngemäß sagte: „Alles war schon mal da.“

Wieso entdecken wir es jetzt wieder? Ich denke wir haben es satt nur von „Trump-Typen“ zu lesen, oder wie sich einzelne Vorstände Geld aus dem Unternehmen ziehen während gleichzeitig über Entlassungen und anderen massiven Einsparrungen gesprochen wird. Tatsache ist, es gibt 4 Grundtypen von Menschen und die Einen fördern in erster Linie sich und es gibt die Typen, die die Gemeinschaft fördern. Wir werden immer beides finden. Und wenn wir dann noch wissen wieso die verschiedenen Typen so handeln, wird das Bild noch klarer.

Ich begrüße es wenn wir den Fokus auf die, die das große Ganze mit ALLEN erreichen wollen, legen.
Damit können wir den Anderen die Angst davor nehmen, dass man so nicht erfolgreich sein kann. Wenn alle nur etwas glücklicher und erfüllter sind, leben alle länger und gesünder, mit weniger Stress und mehr Spaß. Einfach Glück im Leben erleben.

Ulrike Knopf

31.05.2017

Die heute so gelobte neue Unternehmensführung habe ich schon vor 15 Jahren in meinem Betrieb eingesetzt. Das Ergebnis war ein tolles Team, welches sich gegenseitig unterstützte und Kritik gab es nur im positiven Sinne. Viele Anregungen und Ideen wurden auf einen Nenner gebracht und erfolgreich umgesetzt. Es gab viele Freiheiten für meine Mitarbeiter und im Gegenzug haben Sie mir durch eigene Entscheidungen Spielraum gegeben.
Ich musste mich nicht mehr um Dienstplanänderungen, Krankenstandvertretungen etc. kümmern. Wenn ich morgens in die Firma kam, war alles bereits geregelt und es gab meinerseits nie Beanstandungen deswegen. Im Gegenteil – jeder Mitarbeiter nahm auf den anderen Rücksicht und auch familiäre Probleme wurden gemeinsam oder mit mir gelöst. Sogar die Weihnachtsfeiertage und Silvester wurden schwesterlich und brüderlich geteilt.
Mein Unternehmen arbeitete Jahrzehnte mit alten und kranken Menschen und die allgemeine
Erschöpfung im Pflegeberuf war in unserem Haus nie zu spüren.
Leider gehen die Vorschriften auch in Österreich mittlerweile in eine Richtung, mit der ich überhaupt nicht einverstanden bin. Egal was passiert, Hauptsache es ist nachvollziehbar dokumentiert. Die Menschen sind nummeriert und katalogisiert und ein Pflegemodell folgt dem anderen. Brauchen wir das? Gerade im Alter sollte man den Respekt, das Verständnis und die Liebe bekommen, die jedes Lebewesen verdient. Viele Menschen sind in der letzten Lebensdekade mürrisch, aggressiv und kränkend. Aber alles hat einen Grund. Deswegen habe ich mich vor 5 Jahren entschlossen, den Betrieb zu schließen.
Ich treffe aber heute noch ehemalige Mitarbeiter, die sofort wieder gerne bei mir arbeiten würden. Das glaube ich ist Bestätigung genug, dass der Chef nicht oben im Chefsessel sitzen und Hierarchie spielt muss. Theorie ist gut aber Praxis ist immer anders – weil wir Menschen sind und das ist gut so.
Die Nörgler gibt es auch bei uns nicht zu knapp, aber wir würden noch in der Höhle beim Lagerfeuer sitzen, wenn wir auf Sie gehört hätten.
Leider sitze ich jetzt zu Hause und finde keine Beschäftigung, weil meine Denkweisen etwas anders sind und ich nie aufhören werde, ein Visionär zu sein.

Stefan Strobel

07.06.2017

Unsere Arbeitswelten werden zunehmend freier, und das nicht nur „im Reden“ sondern auch „im Tun“. Dass es dabei Unterschiede gibt in der Handhabung und Umsetzung resultiert, in den genannten Beispielen, schon aus der unterschiedlichen Herkunft und Position der Verantwortlichen: die Chefin und Unternehmerin in einem Familienunternehmen agiert sicher in einer anderen Rolle als ein angestellter Manager im Konzern.

Für mich sind solche Entscheidungen ganz praktische Schritte zu mehr Freiheit und Miteinander – manchmal für einzelne und manchmal – im schönen Fall – auch für eine betriebliche Gemeinschaft. Neues Auszuprobieren gehört einfach dazu um herausfinden, was funktioniert….

Katja Metzen

07.06.2017

Es braucht Vorbilder – und diese drei zeigen Wege auf, die auch andere Top-Führungskräfte ermutigen sollten, Vertrauen in ihre Experten und damit ihre inneren Kräfte zu entwickeln. Stichwort Agilitäts-Wahnsinn – es geht doch!! Und vielleicht gibt es sogar noch mehr Unternehmen / Abteilungen / Teams, die so aufgestellt sind.