Diversity

Diversity matters: Gemeinsam Flagge für Vielfalt zeigen

Deutschland ist bunt und vielfältig – und so auch die Unternehmenswelt. Ein erklärtes Ziel ist deswegen die Chancengleichheit am Arbeitsplatz. Unter dem Motto „Vielfalt unternehmen: Wir zeigen Flagge!“, initiiert durch die Unternehmensinitiative des Vereins Charta der Vielfalt e.V., wird das Thema von zahlreichen Unternehmen erneut am 5. Deutschen Diversity-Tag in den Fokus gerückt.

Bereits über 2.500 Firmen haben die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet und Diversity klar auf ihre Agenda gesetzt. Mit zahlreichen Aktionen wird der heutige Tag bei vielen deutschen Arbeitgebern gefeiert. Dennoch sollte man sich stets vor Augen halten, dass Diversity Management kein einmaliges jährliches Projekt ist, sondern ein langfristiger Prozess. Die Bedeutung liegt in einem langfristigen Kulturwandel und einem Paradigmenwechsel, indem das Individuum in den Mittelpunkt rückt.

Die Frage ist, welche Erwartungen haben Mitarbeiter bezüglich zum Thema Vielfalt an ihre Arbeitgeber? Für 66% der Befragten der PageGroup Diversity Studie stehen flexible Arbeitszeitmodelle und Work-Life-Balance Angebote im Vordergrund. Zudem werden eine adäquate Vergütung und Weiterbildungen im Sinne des lebenslangen Lernens gefordert. Folge sind zufriedene Mitarbeiter und eine langfristige Unternehmensbindung. Dies hat folglich Auswirkungen auf die Produktivität und den Unternehmenserfolg.

„Vielfalt bringt nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch unsere Gesellschaft insgesamt voran“ (Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Trotz der bekannten Relevanz des Themas zeigen Studien, dass es weiterhin einen großen Nachholbedarf in deutschen Unternehmen gibt. Zeit, um erneut Bilanz zu ziehen: Gehört Vielfalt wirklich zur deutschen Unternehmenskultur?

Deutlich wird, dass Deutschland immer noch ein Entwicklungsland im Hinblick auf das Thema Diversity darstellt. Ergebnisse der Carnet-Studie, die unter der Leitung von Professor Rüdiger Kabst (Universität Paderborn) Daten aus 40 Ländern zusammengetragen hat, zeigen eindeutig Verbesserungspotenzial. Demnach haben weltweit nur die Hälfte der Unternehmen Diversity-Richtlinien in ihrer Unternehmenskultur verankert. In Deutschland sieht es sogar noch schlechter aus – nur ein Viertel der deutschen Unternehmen verfügen über eine Diversity-Richtline. Darüber hinaus bedeutet dies nicht unbedingt, dass daraus konkrete Maßnahmen zur Umsetzung abgeleitet werden.

Im internationalen Vergleich zeigt sich vor allem bei der Gleichstellung und Förderung von Frauen noch Luft nach oben. Wie haufe Online berichtet, ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Deutschland immer noch niedrig, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern: „Optimistische Schätzungen gehen davon aus, dass sich in Deutschland die Frauenerwerbsquote erst im Jahre 2040 an 90 Prozent der Männererwerbsquote angleichen wird“. Ursache ist unter anderem, dass es ein fehlendes Angebot an Förderprogrammen für Frauen gibt.

Des Weiteren wird eine gesellschaftliche Öffnung und mehr Toleranz von 46% der Befragten der PageGroup Studie als wichtig eingestuft. Besonders schlecht steht es um die Inklusion von Menschen mit körperlichen Einschränkungen und hinsichtlich der Religionszugehörigkeit. Hingegen ist die Toleranz gegenüber Alter und Herkunft bereits größer.

Als Fazit sollte daraus gezogen werden, dass die allgemeine Wahrnehmung des Themas weiterhin vorangetrieben werden muss, damit alte Strukturen aufgebrochen werden können und ein langfristiger Wertewandel stattfinden kann. Nur unter dieser Voraussetzung kann aus einem kulturellen und demographischen Wandel, zufriedenere Mitarbeiter gewonnen und ein Mehrwert für den Unternehmenserfolg erzielt werden.

Das Stichwort lautet demnach: Diversity Matters – und zwar das ganze Jahr über.

Text: Larissa Kern

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