Besser leben. Anders arbeiten.
Das New Work Themen-Portal.

Besser leben. Anders arbeiten.
Das New Work Themen-Portal.

Arbeit & Gesundheit

Rückenschmerzen, Kopfweh, Erschöpfung: Schon wenige Überstunden machen krank

Wer ständig zu viel arbeitet, vernachlässigt damit nicht nur Freizeit, Familie und Freunde. Eine neue Studie zeigt: Schon wenige Überstunden können auf Dauer krank machen.

Von 9 bis 17 Uhr ins Büro, zwischendurch ein bisschen Pause und dann pünktlich Feierabend? So sieht leider der Arbeitsalltag der wenigsten Beschäftigten in Deutschland aus, zeigt eine Erhebung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Für ihren aktuellen Arbeitszeitreport wurden die Antworten von 20.000 Erwerbstätigen auf Fragen zu Arbeit, Gesundheit und Zufriedenheit ausgewertet.

Vollzeitbeschäftigte arbeiten demnach im Schnitt 43,5 Stunden pro Woche – 5 mehr als durchschnittlich vereinbart. Das macht sich gesundheitlich bemerkbar: Fast die Hälfte der Befragten klagt bei bis zu zwei Überstunden pro Woche über Müdigkeit, Erschöpfung oder Rückenschmerzen. Mit steigender Arbeitszeitbelastung erhöht sich der Anteil dann deutlich. Fast die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten wünscht sich daher, die Arbeitszeit zu reduzieren.

Die Grafik unseres Kooperationspartners Statista zeigt die gesundheitlichen Beschwerden der Befragten nach Anzahl der Überstunden (in Prozent).

Infografik: Schon wenige Überstunden machen krank | Statista

Das könnte Sie auch interessieren:

Jobstress ade: So treten Sie richtig kürzer

 

8 Kommentare

Martin Lauble

27.04.2017

Ich bin überzeugt, dass hier nicht nur die Stundenzahl an Arbeit ausschlaggebend ist. Aus meiner Erfahrung kann hier positiv mittels guter Arbeitsplatzgestaltung mit weniger Störfaktoren und guter Führung Einfluß genommen werden. Bei vielen meiner Befragungen stellte sich raus, dass durch Fehler, Elche nachgearbeitet werden müssen zu Zeitdruck führen. Nachfragen zur Ursache der Fehler wiederum ergeben nicht selten, dass die Störungen auf Lärm, visuelle Störungen o.ä. rückzuführen sind.

Daniela Brockmeyer

27.04.2017

Interessant. Leider erlebe ich in der Praxis seit Jahren das Gegenteil. Präsentismus und Überstunden bis der Arzt kommt sind alternativlos. Wer früher geht, wird gemieden, gemobbt und zum Gehen gedrängt.

Frank

27.04.2017

Wie werden in solchen Bereichen eigentlich Montagemitarbeiter erfasst? Ich habe nun über 20 Jahre Montage auf dem Buckel und eigentlich fast bei jeder Tätigkeit im Schnitt 300 Std im Monat. Und kann nur sagen ich bin es auch nicht anders gewohnt. Natürlich ist das eine Belastung, aber wenn interessiert das wirklich?
Wo ist die Lobby, die für Vergünstigungen oder Belohnung eintritt? In den vielen Jahren habe ich eigentlich nur Kürzungen und Verschlechterung der Bedingungen erlebt, seitens Arbeitgeber und seitens Staat. Alles nur Lüge und schlichtweg Ausbeutung. Heute macht man nur noch über die Überstunden etwas Geld dazu, früher war das anders. (…)

Meier Franz

27.04.2017

Schlechte Statistik -> auch die mit keinen Überstunden zeigen nach dieser Statistik diese Symptome.

Karlheinz Roth

27.04.2017

Machen nur Überstunden krank, weil sie zusätzlich erbracht werden müssen, oder macht bereits eine längere Arbeitszeit (>38,6 h) krank.
Hessens Beamte mussten bislang 42 Wochenstunden arbeiten. In diesem Jahr werden es dann nur noch 41 Stunden sein.
Wenn die Studie recht hat, würden die hessischen Beamten durch ihre Arbeit krank gemacht!
Spannende Information, wenn man weiß, dass der Dienstherr bei Beamten eine besondere Fürsorgeverpflichtung hat.

Dimitrij Nosko

27.04.2017

Aus meiner Sicht ist das Problem nicht die zu viele Stunden Arbeit, sondern dass man keine effektiven Möglichkeiten kennt, die Anspannung, die bei der Arbeit entsteht, effektiv zu regulieren. Hat man diese Kompetenz, so bleibt man gesund und leistungsfähig.

SO

28.04.2017

Von materieller Seite ist es wohl so, dass gesagt werden kann, Deutschlands Wohlfahrt basiert auf einer konstant steigenden Ausbeutung Erwerbstätigen: wir sind die effizienteste Belegschaft weltweit, haben die dennoch die höchsten Steuerbelastung und wenn Eheleute plus zwei Kinder mit 2000€ als Armutsuntergrenze definiert werden, ist die Belohnung durch steuerbelastete Arbeit aus vieler Menschen Sicht oft nicht der Rede wert.

Kultur für gute Work-life-balance wird häufig auf dem Papier definiert aber nicht real verlässlich erlebbar. Vorbilder bleiben aus. Bspw brüstet sich Frau Dr. Merkel stolz damit, Sonntag Abend eine Stunde Zeit für ein gemeinsames Essen mit ihrem Mann zu haben. Dänemark hingegen lockt Arbeitnehmer mit dem Slogan „Wenn Sie um 17 Uhr gehen, brauchen Sie kein schlechtes Gewissen haben, denn ihr Chef geht auch“.
Und wenn man dann die Anstellung verliert, wird man im worst case via Hartz IV enteignet und lebt auf einem Niveau welches wir niemals im deutschen Arbeitsmarkt involvierten Menschen in Hunderttausende schön Fällen neuerdings schenken. Es gibt vieles, was Arbeitnehmer bewegen könnte, Kopf- und Rückenschmerzen zu entwickeln…

Volker Schmidt

30.04.2017

Ich denke nicht, dass es die Überstunden an sich sind sondern eher der Stress bzw. ein krankmachendes Arbeitsklima. Oft sind diese beiden Faktoren damit verbunden, dass sie durch Überstunden versucht werden zu kompensieren. Ich kenne Einige, die gern Überstunden machen und Spaß bei der Arbeit haben: Die werden aber nicht krank. Ich kenne aber viel mehr Mitarbeiter, die die Anforderungen an sie in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht schaffen, weil sie nicht die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen. Oder weil sie an Rahmenbedingungen verzweifeln, die es ihnen nicht erlauben, die Arbeit in der regulären Arbeitszeit zu erfüllen und die werden dann tatsächlich sehr oft krank.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.