Arbeit & Recht

Pöbeleien gegen Kollegen führen zur fristlosen Kündigung

Streitigkeiten unter Kollegen sind Arbeitsalltag und meistens schnell wieder bereinigt. Bei massiven Beleidigungen allerdings kennen Unternehmen und Arbeitsrichter kein Pardon. 

Fristlos entlassen: Wer Kollegen massiv beleidigt, kann sich nicht auf Kündigungsschutz berufen. (©Foto: Patrick Pleul / dpa-Archiv)

Arbeitnehmer müssen mit einer fristlosen Kündigung rechnen, wenn sie Kollegen massiv beleidigen. Das bestätigt ein Arbeitsrechtsurteil aus Rheinland-Pfalz. In dem verhandelten Fall klagte eine Kinderkrankenschwester gegen ihre Kündigung. Die Frau arbeitete immerhin bereits seit 1994 bei ihrem Arbeitgeber.

An einem Abend versandte die Frau, nachdem sie Alkohol getrunken hatte, eine SMS an eine Kollegin. Der Text strotzte vor Beleidigungen und Unterstellungen, wobei die Anrede „Hi Arschloch“ noch einer der harmloseren Ausdrücke war. Dann folgten weitere Beleidigungen. Ihr Arbeitgeber kündigte der Mitarbeiterin fristlos sowie hilfsweise außerordentlich mit Auslauffrist.

Bei Beleidigung erlischt der Kündigungsschutz sofort

Die Kündigungsschutzklage der Frau blieb erfolglos, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Grobe Beleidigungen von Arbeitskollegen, die eine deutliche Ehrverletzung für den Betroffenen bedeuteten, seien ein erheblicher Verstoß des Arbeitnehmers gegen seine Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis. Das rechtfertige eine außerordentliche, fristlose Kündigung, entschied das Landesarbeitsgericht in Mainz (Az.: 4 Sa 350/15).

Im vorliegenden Fall sei klar, dass die Frau ihre Kollegin in besonders grober Weise beleidigt habe. Aufgrund der Schwere der Pflichtverletzung sei auch eine vorherige Abmahnung nicht notwendig gewesen. Außerdem sei die Klägerin bereits einschlägig abgemahnt worden. Die Interessenabwägung ergebe nichts Anderes. Zwar spreche die lange Betriebszugehörigkeit für die Klägerin. Jedoch könne ein Arbeitgeber schwerwiegende Beleidigungen unter seinen Beschäftigten nicht dulden. Außerdem sei das Fehlverhalten der Frau geeignet, den Betriebsfrieden irreparabel zu zerstören.

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